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SpVg-Zweite wie Ikarus: Dem Höhenflug folgt der Fall

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Von: Boris Baur

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Torgefahr zeigte Atakan Iscan vor allem in der ersten Hälfte der Hinrunde.
Seine Torgefährlichkeit zeigte Atakan Iscan vor allem in der ersten Hälfte der Hinrunde. © Baur Boris

Die Fußballer sind in der Winterpause. In der Kreisliga B1 haben die vier Teams aus der Gemeinde sehr unterschiedlich abgeschnitten. Zeit für eine Bilanz. Diesmal mit der zweiten Mannschaft der SpVg Bönen, die mit je sechs Siegen und Niederlagen sowie einem Unentschieden eine ausgeglichene Bilanz aufweist.

Wie lief die Hinrunde?

Die Saison war bislang eine Zickzackkurve. Für die Rehbusch-Reserve ging es auf und ab und am Ende etwas tiefer. Die beste Platzierung war Rang drei am neunten Spieltag. Mit dem Punktgewinn im Derby beim VfK Nordbögge kletterte die SpVg zuletzt auf Rang neun. Neben der Spielausbeute ist auch die Tordifferenz mit 28:28 Treffern ausgeglichen. Bis es dazu kam, verlief die Saison aber zweigeteilt.

Was war gut?

Bis Mitte Oktober war Bönen gut drauf, präsentierte sich vor allem als eine Mannschaft. Die Trainingsbeteiligung war hoch, das zeigte sich auf dem Platz. Alle Akteure halfen mit bei der Defensivarbeit. Auch wenn es nicht lief, blieb die sonst oft gesehene Meckerei untereinander aus. Offensiv hat das Team genug individuelle Qualität, da machte immer jemand einen Treffer, allen voran Atakan Iscan hatte eine eingebaute Torgarantie. In der Hinrunde war er bis dahin sechsmal erfolgreich. Die SpVg schnupperte an den Aufstiegsplätzen.

Was war schlecht?

Wie Ikarus einst zu hoch flog ging es scheinbar auch den Bönenern. Just, als sie sich im Kreis der besten Teams wähnten, folgte der Absturz. Von Platz drei ging es abwärts. Die Rehbusch-Elf holte nur noch einen Punkt bei 5:18 Toren aus den fünf letzten Partien des Jahres. Die Leistungen passten nicht mehr, die Geschlossenheit ging verloren. Immerhin gelang mit dem 3:3 in Nordbögge nach einem 1:3-Rückstand ein Aufbäumen, bevor es in die Winterpause ging.

Was war der Höhepunkt?

Der 4:0 Erfolg am 24. Oktober beim SVF Herringen II war das beste Saisonspiel. Beim jetzigen Tabellendritten zeigte die SpVg-Reserve all das, wozu sie in der Lage ist. Die Bönener kletterten auf Platz drei. Die Euphorie war groß und alle hofften, dass es so weitergeht.

Was war der Tiefpunkt?

Eine Woche später beim 1:5 gegen den SSV Hamm kam dann einiges zusammen. Trotz vieler Chancen trafen die Bönener am 31. Oktober das Tor nicht, hinten fehlte ein sicherer Torwart. Der eingesprungene Jerome Lehnertz zeigte zwar guten Willen, als Eloy Hahne ausfiel und Patrick Heller sowie Justin Nowak nicht einspringen konnten, er fing sich allerdings auch eine Kirsche nach der anderen. Die Erfolgsserie riss, der Negativlauf begann. Zusätzlich sorgte die Einführung der 2G-oder-PCR-Test-Regel in den letzten Wochen der Hinrunde für Personalnot, weil einige Akteure im Kader nicht geimpft waren.

Was muss im neuen Jahr besser werden?

Zuallererst die Impfquote, damit wieder mehr Spieler in der Meisterschaft, aber auch für das Training zur Verfügung stehen, zumal mit Unterstützung aus der Ersten wohl nicht zu rechnen ist. Auf dem Platz sind die Bönener dann stark, wenn sie als Einheit auftreten. Nur vergessen das die Spieler scheinbar immer irgendwann im Verlauf einer Saison. Die Trainer Ralf Thiemann und Marco Wittwer verzweifelten daran auch in den vergangenen Jahren schon. Ebenso steckt die Rehbusch-Reserve Rückschläge innerhalb einer Partie oft schlecht weg, verliert zu schnell die Ordnung.

Wo geht die Reise hin?

Das ist schwer zu prognostizieren, zumal noch unklar ist, wie es mit dem aktuell zu dünnen Kader weitergeht. Sportlich ist die SpVg-Zweite aufgrund ihrer spielerischen Qualität in der Offensive und ihrer Erfahrung in der Defensive in der Lage, jedes Team in der Kreisliga B zu schlagen. Im Grunde kann sie jederzeit eine Erfolgsserie starten, egal wie die Gegenüber heißen. Auf der anderen Seite kann die Mannschaft allerdings auch gegen jeden Gegner verlieren und Niederlage an Niederlage reihen. Nach vorne sind es sechs Punkten zum Dritten, die beiden Topteams sind enteilt. Zum Vorletzten sind es komfortable zwölf Zähler, da sollte nichts passieren. Wahrscheinlich läuft es am Ende auf einen Platz im Mittelfeld der Tabelle hinaus.

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