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SpVg will sich nach enttäuschender Hinrunde den Respekt zurückholen

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Von: Boris Baur

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In einer eher trostlosen Saison war Sercan Ersan ein Lichtblick für die SpVg. Der Stürmer erzielte bislang acht Saisontore.
In einer eher trostlosen Saison war Sercan Ersan ein Lichtblick für die SpVg. Der Stürmer erzielte bislang acht Saisontore. © Markus Liesegang

Die SpVg Bönen ist eigentlich Stammgast im oberen Tabellendrittel der Fußball-Kreisliga A1. Doch in dieser Saison dürfte ein Platz unter den ersten Fünf, den die Verantwortlichen im Vorfeld erneut angepeilt hatten, nur schwer zu realisieren sein.

Bönen – Nach einer weitgehend missratenen Hinrunde hängt die Rehbusch-Elf auf Rang zehn fest, schon zehn Punkte hinter Platz fünf. „Die Saison lief bis dato nicht optimal“, meint der Sportliche Leiter Niclas Arenz. „Das hat schon angefangen mit der Trainer-Geschichte und dem ganzen Theater.“ Ende Mai kündigte Coach Tayfun Basyigit an, die SpVg mit sofortiger Wirkung zu verlassen und stattdessen die C-Junioren der Hammer SpVg zu übernehmen. Ein später und ungünstiger Zeitpunkt, schließlich sollte gut einen Monat später die Vorbereitung beginnen.

Die Bönener begaben sich auf Trainersuche, wurden auch fündig, mussten sich aber noch vor der offiziellen Vorstellung korrigieren. Dem neuen Mann hallte der Ruf nach, Gelder, die er für Anzüge, Trainingslager und Ähnliches einsammelte, ohne Gegenleistung einzubehalten. Arenz und sein Kollege Hendrik Dördelmann zogen die Reißleine, als sie davon Wind bekamen. Doch wieder war ein Monat vergangen.

Güner sagt unter Zeitdruck zu

Auch in Anbetracht des Zeitdrucks erklärte sich Cengiz Güner dann bereit, das Amt als Spielertrainer zu übernehmen, Arenz und vor allem Dördelmann, der fortan wieder bei jedem Spiel auf der Bank saß und kurz vor der Winterpause wegen Personalnot sogar einmal selbst spielte, unterstützten ihn im Trainingsalltag. Zu Beginn der Vorbereitung musste die SpVg den Kreuzbandriss von Onur Basyigit verdauen, dem zweiten nach Yannic Weißenberg. Beide kamen bislang nicht zum Einsatz.

„Die ersten Spiele passten dann dazu“, sieht Arenz Gründe für den Fehlstart in dem Durcheinander rund ums Team. Die SpVg verlor gleich den Heimauftakt gegen den Hammer SC mit 1:3. Ein 9:0-Kantersieg über den überforderten TuS Wiescherhöfen II brachte das Team nicht in die Spur. Es folgte eine gute Leistung gegen Eintracht Werne, die aber in eine unglückliche 2:4-Niederlage mündete. Es war der Beginn eines „Negativlaufs“ (Arenz), einer sportlichen Talfahrt mit einem Punkt aus den folgenden fünf Partien. Bönen war nur noch 14., lag direkt vor den Abstiegsplätzen. Dass Mohamed Elias zwischenzeitlich suspendiert wurde, Serkan Cengiz zunächst aus privaten Gründen fehlte und sich dann gar nicht mehr meldete, während Miles Gottschlich später ganz aufhörte, passte in dieser Zeit irgendwie ins Bild. Hinzu kamen die langen verletzungsbedingten Ausfälle von Kapitän Berat Özgüc sowie Stürmer Robin Gessinger. Und Mücahit Gür konnte nach einem Arbeitsplatzwechsel nicht mehr trainieren.

Zu stark für den Abstiegskampf

Die Unruhe habe aber nur nach außen so gewirkt, versichert Arenz: „Wir sind intern ruhig geblieben.“ Mit dem Abstiegskampf habe man sich nicht beschäftigt. „Dazu sind wir auch zu stark“, findet der Sportliche Leiter. Und die Teams im Tabellenkeller von Stockum bis Weddinghofen letztlich zu schwach. „Und es wurde ja auch besser zum Ende, spielerisch und kämpferisch“, so Arenz: „Es war ja früher schon so, dass wir nicht die besten Spieler hatten. Aber jeder hat ungern gegen uns gespielt, weil wir gekämpft und gefightet haben. Das ging uns verloren. Doch Cengiz hat das gut in den Griff bekommen.“

Vom Weg abgekommen ist die Rehbusch-Elf dennoch deutlich. „16 Punkte sind ein bisschen wenig. Wir haben bis auf den BVH gegen kein Team von oben gewonnen“, sagt Arenz zur mauen Bilanz. In der Rückrunde soll das wieder gelingen und es dazu ein paar Plätze nach oben gehen. „Wir wollen uns den Respekt zurückholen und uns selber beweisen, dass wir es noch können.“ Die letzten Spiele machen dem Sportlichen Leiter Hoffnung. Die SpVg zeigte einen Aufwärtstrend, gewann ihre Pflichtaufgaben, bis eine akute Personalnot nur noch das In-die-Winterpause-Retten zuließ.

Gespräche mit möglichen Rückkehrern

Der schmal gewordene Kader bereitet auch dem Sportlichen Leiter Kopfschmerzen. Er baut auf die Rückkehr von Özgüc und Gessinger. „Und wir sind in aussichtsreichen Gesprächen mit Rückkehrern. Das sieht gut aus“, sagt Arenz. Wobei er natürlich nicht zu Unrecht die Frage stellt, wie sinnvoll Transfers mit Blick auf die Ablösesummen im Winter auf Platz zehn sind. Dazu kommt die unsichere Entwicklung der Corona-Pandemie. Es könnte sein, dass sich die SpVg mit Leuten einig wird, aber die Verpflichtung in den Sommer schiebt. „Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet“, betont Arenz.

In der kommenden Spielzeit will er dann wieder richtig angreifen. „Vielleicht haben wir, wenn der VfL Kamen weg ist, die Chance, ganz oben reinzustoßen. Es gibt zwar gute Mannschaften wie den VfL Mark, aber das sind keine Übermannschaften.“ In der neuen Saison soll weiter Güner die Verantwortung tragen. Zeitnah sollen die Gespräche darüber geführt werden. „Wir wollen mit ihm weitermachen“, stellt Arenz lar. Denn ihm gefällt die Arbeit des Trainers in dessen erster Spielzeit. „Er macht das gut. Dass er am Anfang lernen musste, sagt er selbst. Er war jahrelang Führungsspieler, aber das Trainerdasein ist was anderes. Mittlerweile ist alles besser geworden.“ Dazu soll ein neuer Co-Trainer installiert werden, weil sich Arenz und Dördelmann eigentlich ja gar nicht mehr auf dem Platz aufhalten wollten.

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