Punktgewinn im Derby für VfK wie ein kleiner Sieg

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Mit viel Einsatzbereitschaft (wie hier Justin Seepe gegen Ali Öncül) störte der VfK den Spielfluss der Bönener.

Bönen - Auch nach sieben Spielen ist die SpVg Bönen weiter ohne Niederlage in der Fußball-Kreisliga A1. Und dennoch war nach dem Derby gegen den VfK Nordbögge aus dem Rehbusch-Lager niemand zufrieden. So durfte sich der Gast von der Feuerwache angesichts des Punktgewinns beim 0:0 ein Sieger fühlen. So richtig hilft das Remis aber keinem der Kontrahenten weiter.

Die SpVg liegt wie schon vor dem Spieltag auf dem dritten Rang. Ein grundsätzlich guter Start mit 17 Zählern aus sieben Partien, darauf weisen alle beim Bezirksliga-Absteiger angesichts des Umbruchs in der Sommerpause hin. „Wir sind immer noch ungeschlagen“, sagte auch Trainer Hendrik Dördelmann. Es klang aber eher zerknirscht, denn der Abstand zu den beiden Spitzenteams, dem VfL Mark und dem TuS Uentrop, die am Wochenende aufeinandertreffen, wird immer größer. Sieben Punkte sind es aktuell schon, wobei Mark und Uentrop allerdings eine Partie mehr absolviert haben.

Die Bönener gehören momentan also zur Verfolgergruppe mit BV 09 Hamm (16), Eintracht Werne (15) und der Hammer SpVg III (12), die die SpVg allesamt schon geschlagen hat. Auch deshalb hofften die Verantwortlichen, möglichst lange den Kontakt zur Spitze halten zu können. Doch die getrübte Stimmung am Rehbusch rührt auch da her, dass die Formkurve im Vergleich zu den ersten Spiele nach unten zeigt. Dreimal spielte die Dördelmann-Elf nun gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Die Bilanz: ein schmeichelhafter Sieg und zwei Unentschieden sowie drei schwache Vorstellungen ohne richtigen Zug zum Tor. Der Trainer hat bereits festgestellt, dass es seinen Schützlingen nicht gelingt gegen schwächere Gegner die höhere individuelle Klasse auf den Platz zu bringen. Und auch das Zusammenspiel leidet derzeit. Unerklärlich ist das insofern, als das nach vier Auftaktsiegen in Serie Vertrauen in die eigenen Stärke genügend vorhanden sein müsste.

Bei Nordbögge im Tabellenkeller sieht die Stimmung derzeit anders aus. Nach vier Punkten aus zwei Spielen hat der VfK erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge verlassen. Zwar trotz 10:27 Treffern nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber dem TuS 59 Hamm und der TSC-Reserve, aber immerhin ist ein erster Schritt getan. „Der Trend geht bergauf“, meinte Trainer Jürgen Serr daher zufrieden. Nach dem Torfestival gegen Schlusslicht Lohauserholz III (6:2) überzeugte diesmal die vielbeinige Defensive der Nordbögger, die den behäbigen Bönenern nur wenig Raum bot. Die VfK-Akteure zeigten die von Serr immer wieder geforderten Tugenden wie Laufbereitschaft, kämpferischen Einsatz und Aggressivität im Zweikampf. Dass die Gäste in einem fußballerisch extrem schwachen Spiel außer dem Freistoß von Lars Lenser aus 18 Metern (45.) keine Torchance hatten – den durch den Schlusspfiff unterbrochenen Konter einmal ausgenommen – störte Serr kaum. Er verwies auf die lange Ausfallliste. „Wir konnten wieder nicht aus dem Vollen schöpfen“, so der Coach.

Dass nach Philip Rudolph (Mittelfußbruch) mit Nikolaj Kirmse der zweite Stürmer mit einem Kahnbeinbruch lange ausfällt, schmerzt besonders. Zumal der schnelle Kirmse sehr gut zum praktizierten Konterspiel mit den langen Bällen passt. Außerdem fand sich der von der SpVg-Reserve nach Nordbögge gewechselte Sommerneuzugang mit der A-Liga langsam besser zurecht als noch zu Saisonbeginn.

Wie stabil das Konstrukt des VfK tatsächlich ist, wird sich in den kommenden zwei Wochen zeigen, wenn die Serr-Elf mit dem TSC Hamm II und dem SuS Rünthe auf zwei Mitkonkurrenten trifft. Da wird es nicht reichen, sich einfach hinten reinzustellen. Vielmehr wird es darum gehen, den Punktgewinn am Rehbusch zu vergolden und sich eine etwas sorgenfreiere Zukunft zu erspielen.

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