Mehmet Duman trifft erstmals seit seinem Weggang auf die IG

Um drei Punkte und ums Sticheln: Vor dem Bönener Ortsderby

Am Sonntag trifft Mehmet Duman mit der SpVg-Zweiten auf seinen Ex-Klub.
+
Am Sonntag trifft Mehmet Duman mit der SpVg-Zweiten auf seinen Ex-Klub.

Es ist zwar nur das Spiel der zweiten Mannschaften, doch das Kreisliga-B-Duell SpVg Bönen II gegen IG Bönen II am Sonntag um 12.45 Uhr am Rehbusch sorgt schon jetzt für Vorfreude bei allen Beteiligten. Bereits am vergangenen Sonntag, als die IG-Zweite am Schulzentrum gegen den TVG Flierich-Lenningsen 2:2 spielte, war das Derby Gesprächsstoff.

Bönen – Viele SpVg-Kicker nutzen ihr spielfreies Wochenende und guckten sich den kommenden Gegner genau an. „Ich hatte mir die IG stärker vorgestellt. Jeder denkt, die müssen aufsteigen, aber die haben mich enttäuscht“, sagt Mehmet Duman, routinierter Verteidiger der Rehbusch-Reserve. „Ich habe aber mit dem Trainer (Gültekin Ciftci – Anm. d. Red.) gesprochen, sie waren nicht komplett. Am Sonntag wird das ein ganz anderes Spiel.“

Das erwartet auch Burak Akkaya. Er war vor Saisonbeginn von der SpVg zu IG gewechselt – und vor ein paar Jahren auch schon den anderen Weg gegangen. „Da ist der eine oder andere Freund hingewechselt. Und wenn Kollegen da spielen, wird man eingeladen, auch zu kommen“, erklärt er. Mertcan Akkaya und Cihad Gün und wechselten ebenfalls im Sommer die Seiten. Zudem haben Fatih Cebar, Yusuf Güney, Björn Kempe, Sedat Cakir und Abdullah Öz eine Vergangenheit am Rehbusch.

Neuformierte IG-Reserve noch auf der Suche

Akkaya, der gegen den TVG in der zweiten Hälfte eingewechselt worden war, zeigte sich unzufrieden mit dem Auftritt des eigenen Teams. „Das war eine Katastrophe. Hinten haben wir die Tore durch eigene Fehler kassiert, und vorne war das auch nichts“, stellt der 29-Jährige klar: „Das einzig Gute war, dass wir nicht verloren haben. Aber wenn man was daraus lernt, kann das gut für uns gewesen sein.“

Die runderneuerte IG rumpelt noch durch die junge Saison. Vor dem Unentschieden gegen Flierich gewann Bönen aber immerhin 2:1 gegen die SG Isenbeck und 2:0 gegen den SVE Heessen II. War bei den Siegen die Chancenverwertung ein großes Problem, spielte sich das Team gegen Flierich nur wenige gute Möglichkeiten heraus. „Wir müssen unser Potenzial abrufen“, fordert auch Coach Gültekin Ciftci. Akkaya ergänzt: „Wir brauchen unsere Zeit, man kennt sich spielerisch noch nicht richtig.“

Nicht zufrieden mit dem Auftritt der IG war Burak Akkaya (links im Zweikampf mit Lucas Breidert) gegen Flierich.

Akkaya: „Jeder will mit breiter Brust in Bönen rumlaufen“

Das Ortsderby könnte da genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. Zwar sind nicht mehr so viele Bönener im Team, doch die die da sind, werden ihre Kollegen sicher motivieren. „Man kennt sich, man sieht sich, wenn man unterwegs ist. Und jeder will mit breiter Brust in Bönen rumlaufen. Denn da gibt es schon Sticheleien unter Freunden und Kollegen“, sagt Mittelfeldspieler Akkaya.

Das gilt auch für Duman, für den die Begegnung allerdings noch eine größere Bedeutung hat. „Das ist wirklich was Besonderes. Ich habe 18 Jahre für die IG gespielt, habe mein halbes Leben da verbracht. Ich bin richtig heiß, gegen sie zu spielen“, sagt der 40-Jährige. Außerdem ist es sein erstes Aufeinandertreffen mit seinem Stammverein seit vielen Jahren. Lediglich zu Beginn seiner Seniorenzeit traf er mal mit der SpVg auf die IG. „Damals, wo ich noch jung war“, sagt er und lacht. „Ich freue mich total auf das Spiel. Hoffentlich verletze ich mich nicht beim Training. Aber ich pass schon auf.“

Seit einer gefühlten Ewigkeit spielt Mehmet Duman bei der IG Bönen. Hier geht er 2006 mit Sedat Cakir zum Kopfball hoch.

Wechsel aus Frust

Mit den Bönener Jungs beim Gegner hat Duman irgendwann schon einmal zusammengespielt. Doch jetzt fühlt er sich bei der SpVg wohl. Die IG verlassen hatte er nach der Saison 2016/2017 – durchaus verärgert. Nach vielen Jahren in der Ersten spielte Duman mittlerweile in der Zweiten in der Kreisliga B. „Andauernd wurden Leute zur ersten Mannschaft hochgezogen, obwohl es für die um nichts mehr ging. Wir sind dann mit zwei Punkten abgestiegen. Das hat mich sauer gemacht“, erzählt er.

Ahmet Kaya, Trainer beim Kamener SC und Freund von Duman, fragte, ob er nicht Lust auf einen Wechsel hätte. „Das war ganz spontan, damals mit 36. Und am Ende der Saison sind wir in die Kreisliga A aufgestiegen“, erinnert sich Duman, der noch nicht ans Aufhören denkt. „Ich werde 41, aber die halten mich fit, die Jungs. So lange ich die Kraft habe, mache ich weiter.“

Duman: „Wir brauchen keine Angst haben“

In das Derby am Sonntag geht Duman positiv gestimmt: „Wir können jeden in der Liga schlagen. Wir brauchen keine Angst haben. In der Offensive ist Atacan Iscan gut drauf. Hinten ist das mit Samed, Mo (Samed Özgüc und Mohammed Al Kawaz – Anm. d. Red.) und mir eine sehr starke Abwehr. Und unser Torwart Eloy Hahne: Ich sehe keinen besseren in der Liga. Wir haben die Qualität, und bei der IG passt das im Moment noch nicht zusammen.“

Akkaya ist sich sicher, dass sich die IG am Rehbusch besser präsentieren wird. „Ich hoffe, dass allen klar geworden ist, dass die Saison kein Selbstläufer wird, dass einem die drei Punkte nicht geschenkt werden. Wir müssen ganz anders auftreten.“ Außerdem rechnet er mit einigen Rückkehrern. Der Respekt vor dem Gegner ist allerdings groß: „Wir werden die nicht einfach wegschießen. Die wollen uns ärgern, aber wir wollen zeigen, dass wir die drei Punkte wollen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare