SpVg gewinnt enttäuschendes Derby gegen die IG

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Coskun Gökce ärgert sich über Ramazan Dincers Siegreffer.

BÖNEN -  Viele Fußballer und Fans, die normalerweise gestern auch an der Stange des Aschenplatzes am Schulzentrum gelehnt hätten, besetzten die benachbarte Tribüne der MCG-Halle, um das vorgezogene Kreisliga-Finale der Handballer zwischen dem RSV Altenbögge und dem bis dato Tabellenführer SuS Oberaden (29:26) mitzuerleben. Eine gute Entscheidung, denn das Kreisliga-Derby der Fußballer zwischen der IG Bönen und der SpVg Bönen enttäuschte die 200 Zuschauer in jeder Beziehung.

Nach elf Minuten erzielte Ramazan Dincer das 1:0 für die Gäste. Danach stellte der Kreisliga-Tabellenführer das Fußballspielen ein. „Das war dann nur noch Gepöhle“, ärgerte sich SpVg-Trainer Axel Maurischat über die Leistung seiner Spieler, „und zwar von jedem.“ Immerhin ließ der Gast nichts zu. „Malik Öncül hat ein starkes Spiel gemacht“, urteilte Betreuer Rainer Brinkrolf, „als einziger.“

Richtig nah dran am Ausgleich waren die Gastgeber selten. Sie hatten zwar gegen Ende der ersten Hälfte einige gute Szenen – richtig zwingend kamen sie aber nie in die Nähe des SpVg-Tores. „Der letzte Pass kam nicht“, ärgerte sich IG-Coach Ayhan Sezer. „Wir wollten nicht verlieren, die SpVg wollte es auch nicht“, erklärte Sezer, warum das Geschehen in Gepöhle ausartete. Auch das Tor der Gäste war nicht herausgespielt, „obwohl wir bis dahin alles gut im Griff hatten und den Ball haben laufen lassen“, sagte Maurischat. „Es war ein Patzer“, erklärte Sezer. Sogar ein doppelter: Zunächst schlug Mehmet Duman über den langen Ball von Tobias Wittwer, dann grätschte Seref Karahan daneben – der Weg für Dincer war frei. Er überlupfte den herausstürzenden IG-Torwart Coskun Gökce zum 1:0 (11.).

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Undobwohl die Rehbusch-Herren danach nichts mehr zustande brachten, blieb es nicht nur bis zum Seitenwechsel dabei. Die einzige „Chance“ der bemühten IG hatte Unglücksrabe Duman, der einen Abpraller nach Eckball von Raphael Thiemann direkt nahm, das SpVg-Tor aber weit verfehlte.

Es war nicht nur ein höhepunktarmes Spiel, sondern auch ein emotionsloses Derby. Einzig Schiedsrichter Julian Siepmann brachte noch Farbe in die Partie. Zunächst mit einer gelben Karte gegen Nihat Isik. Der hatte in der 38. Minute Hakan Elik von den Beinen geholt. Für den IG-Kapitän war es das erst Foul gewesen. Aber er hatte Pech, dass Konsequenzen angesagt waren. Elik litt nämlich zuvor mehrmals unter Seref Karahans ruppiger Spielweise. Die Verwarnung hatte später Folgen für Isik. In der 90. Minute kam es nämlich zu einer harmlosen Rudelbildung, als Adem Batak Elik schubste und dafür die Rote Karte sah. Isik beschwerte sich beim Schiedsrichter und sah seine zweite gelbe.

„Ein dreckiges 1:0 reicht auch“, erkannte schließlich der ausgewechselte Dominik Sorge den Wert des Spiels. Während sich Sezer zwar über die Niederlage ärgerte, mit seiner Elf aber ansonsten vollkommen zufrieden war. „Wir haben gekämpft – ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, erklärte er.

Fürs Protokoll: Die schwache SpVg hatte kurz vor Schluss übrigens noch zwei Konterchancen. Einmal vergab Kevin Scheibke, dann Torschütze Dincer. Beide scheiterten frei an IG-Keeper Gökce. - ml

IG: C. Gökce – Kuba, Karahan, Duman (46. Cebar), Dogan, Isik, Toure (68. Batak), Bölükbasi (74. Korkmaz), Karayaka, Thiemann

SpVg: Behrend – Holtbrügger, Gözütok, Elik, Arenz (70. Scheibke), Akman, Sorge (63. Solakis), Öncül, Dördelmann (63. Sadrinna), Wittwer, Dincer

Tore: 0:1 Dincer (11.)

Gelb-Rote Karte: Isik wegen Meckerns (90.)

Rote Karte: Batak wegen Tätlichkeit (90.)

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