Im Bönener Ortsderby zählt zuerst die Einstellung

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Das letzte Derby am Rehbusch gewann die SpVg im Oktober 2014 mit 6:0. Ramazan Dincer (links) spielt aber mittlerweile mit Arman Kuba in einem Team bei der IG, fehlt jedoch am Sonntag.

Bönen - Um Tabellenpositionen geht es in einem Derby nicht. Das wissen Hendrik Dördelmann und Ayhan Sezer, die Trainer der Lokalrivalen SpVg und IG Bönen. „Vom Papier her sind wir natürlich Favorit, aber in so einem Spiel entscheidet sich das nicht darüber, sondern über die Einstellung“, erklärt Dördelmann. Dementsprechend werden beiden Coaches genau da bei ihren Ansprachen ansetzen, bevor es am Sonntag um 14.30 Uhr auf den Platz am Rehbusch geht. „Derbys sind eine andere Spielkategorie“, betont Sezer.

Für beide Mannschaften geht es nicht nur ums Prestige, vielmehr fordert die Tabellensituation Punkte ein. Die SpVg ist als Fünfter in Schlagdistanz zur Spitze und darf sich keinen Ausrutscher erlauben. Die IG will als Zwölfter sein dünnes Polster zu den Abstiegsrängen vergrößert. „Jeder Punkt ist Gold wert für uns“, sagt Sezer, der durchaus mit einem Remis zufrieden wäre: „Aber auch wenn die SpVg oben steht, versuchen wir gegen jeden Gegner zu gewinnen.“

Für den Gastgeber war das erste Derby der Saison eine Partie zum Vergessen. Und vielleicht erinnert Dördelmann seinen Schützlinge genau deshalb noch einmal daran. Bei der trostlosen Nullnummer gegen Nordbögge agierte seine Mannschaft nämlich lethargisch und ideenlos. Mit so einer Leistung wird auch gegen die IG nicht viel zu holen sein. „Nordbögge war schwierig, weil der VfK mit elf Mann hinten drinstand“, sagt Dördelmann, dessen Team als einziges in der Kreisliga A1 noch ungeschlagen ist: „Fußballerisch hat die IG mehr zu bieten, wird sicher mitspielen, was uns Räume gibt.“

„Wir müssen gut stehen, aber auch versuchen, ein Tor zu machen“, will Sezer keinen Beton anrühren. Die Gäste müssen auf drei wichtige Spieler verzichten. Offensivmann Ramazan Dincer ist in der Billard-Bundesliga im Einsatz, Abwehrspieler Furkan Aydeniz, der ebenfalls bis zum Sommer noch am Rehbusch auflief, ist im Urlaub. Der Ausfall dieser beiden Stammkräfte schmerzt die IG, doch dass Torhüter Emre Tuczuoglu seine Außenbanddehnung trotz des spielfreien Wochenendes immer noch nicht auskuriert hat, wiegt eventuell schwerer. Denn noch ist Sezer, der gegen Lohauserholz II im Tor stand und seinen Kasten sauber hielt, auf der Suche nach Ersatz. „Ich bin nur eine Notlösung“, stellt er klar.

Dördelmann kann wieder auf Manuel Müller zurückgreifen. Nicht dabei sind Oliver Hartmann (Knochenreizung im Knie) und Sören Symmank (Muskelfaserriss). Ein großes Fragezeichen steht hinter Björn Kempe, der an hartnäckigen Problemen am Oberschenkel laboriert. Doch gerade er wird hochmotiviert sein, war er doch vor ein paar Jahren sogar Kapitän bei der IG.

Er ist nicht der einzige mit einer Vergangenheit beim anderen Verein. Sezer möchte das nutzen: „Wir können uns auf die Gegenspieler einstellen, weil wir alle kennen. Das ist in anderen Spielen nicht so.“ Anders gesagt: Derby eben. - bob

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