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SpVg Bönen verstärkt den Kader

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Von: Tobias Kurz

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Bönens Trainer Cengiz Güner will mit seinem Kreisliga-Team eine bessere Rolle spielen.
Bönens Trainer Cengiz Güner will mit seinem Kreisliga-Team eine bessere Rolle spielen. © Boris Baur

Der Spielertrainer der SpVg Bönen, Cengiz Güner, freut sich über verbesserte Rahmenbedingungen zur kommenden Saison. Die abgelaufene hatte ihm die eine andere Sorgenfalte auf die Stirn getrieben.

Bönen - Seit zwei Wochen ist Sommerpause bei der SpVg Bönen. Doch so richtig zur Ruhe ist Cengiz Güner seitdem nicht gekommen. „Ich bekomme es nicht hin, nicht an Fußball zu denken“, gesteht der Spielertrainer des A-Kreisligisten lachend. „Ich habe versucht, ein bisschen runterzufahren, aber mit dem Kopf bin ich schon voll in der nächsten Saison.“ Dabei hätte sich Güner nach einer kräftezehrenden Spielzeit eine Pause mehr als verdient.

Im Sommer 2021 suchte die SpVg händeringend einen kurzfristigen Ersatz auf der Trainerbank, nachdem die Verpflichtung des neuen Trainers Volker H. (Name geändert) kurz nach der Einigung schon wieder geplatzt war, weil der offenbar bei früheren Stationen Geld unterschlagen hatte. Das Chaos am Rehbusch war kurz vor Saisonstart perfekt. Abwehrchef Güner übernahm, unterstützt von den Sportlichen Leitern Hendrik Dördelmann und Niclas Arenz.

Plötzlich im Abstiegskampf gesteckt

Die geräuschvolle Vorbereitung ging nicht spurlos an der Mannschaft vorüber. Aus den ersten acht Spielen holte die SpVg nur einen Sieg und steckte plötzlich mitten im Abstiegskampf. „Das war natürlich nicht schön, da sind wir unter Druck geraten“, blickt Dördelmann zurück. „Das hatte aber auch seinen Ursprung darin, dass wir im Sommer Unruhe hatten. Und Cengiz musste sich erst an seine neue Rolle gewöhnen.“

Die Funktion des Spielertrainers war zunächst nicht leicht für den ehrgeizigen Defensivmann. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Die Jungs im Auge zu haben und mich gleichzeitig zu hundert Prozent auf meine Leistung zu konzentrieren, damit hatte ich Probleme“, gibt er offen zu. „Hendrik Dördelmann hat mir zum Glück dabei geholfen.“ Der Co-Trainer und Sportliche Leiter in Personalunion hat für seinen Kollegen lobende Worte übrig. „Cengiz musste sich erstmal selber finden. Als Spielertrainer steht man immer mehr unter Druck. Cengiz ist ein ehrgeiziger Mensch und will alles richtig machen, das funktioniert aber nun mal nicht“, erklärt Dördelmann. „Er hat die richtigen Schlüsse daraus gezogen und sich ein bisschen zurückgenommen.“

Mehr als solide Rückrunde

Die SpVg fing sich, spielte eine mehr als solide Rückserie und bot Spitzenteams wie VfL Mark (2:2) und SFV Herringen (0:2) Paroli. Güner verfolgte einige Spieler nur von der Trainerbank, ehe er im Saisonendspurt wieder in die Abwehr rückte – wenn auch aus Personalnot.

Die zog sich durch die Bönener Saison wie ein roter Faden. Oft standen der SpVg am Spieltag nur elf oder zwölf Spieler zur Verfügung, Güner musste wöchentlich experimentieren. Einmal konnte die SpVg beim VfL Kamen wegen zu weniger Spieler nicht antreten. „Das will ich nie wieder erleben“, sagte Güner damals schon.

Acht Neuzugänge

Dafür wurde vorgesorgt. Acht Neuzugänge verpflichtete der A-Kreisligist, dazu rücken Eyüp Senel und Cüneyt Tuczuoglu fest aus der zweiten Mannschaft hoch. „Wir wollten uns in der Breite verbessern. Und das haben wir auch geschafft“, betont Güner. Auch das Trainerteam bekommt Zuwachs. Marvin Stappert wird spielender Co-Trainer, Dördelmann zieht sich dafür wieder etwas zurück. „Ich bin natürlich noch unterstützend dabei, wenn ich gebraucht werde.“, betont der Sportliche Leiter. „Aus dem regelmäßigen Trainingsbetrieb bin ich aber raus.“ Von Stappert verspricht er sich einiges. „Marvin ist ein unheimlich ehrgeiziger Mensch, der auch als Spieler schon viel plant und Verantwortung übernimmt.“ Güner freut sich über die Unterstützung. „Wir sind jetzt schon in ständigem Austausch und haben uns einiges vorgenommen“, verrät er.

Vor allem taktisch soll die Mannschaft weiterentwickelt werden. „Da waren wir oft noch grün hinter den Ohren“, weiß der SpVg-Coach. Das liegt auch an der konstanten Spielerknappheit, die wenig taktische Variabilität erlaubte. „Ich musste ja aufstellen, was da war“, so Güner lapidar. Das soll in Zukunft anders aussehen, der Konkurrenzkampf wächst. Mit Batuhan Gür (TSC Kamen) kommt ein bezirksligaerfahrener Rechtsverteidiger zurück nach Bönen. Der Bruder von Mucahit Gür durchlief die SpVg-Jugend. Kevin Garske (TVG Flierich-Lenningsen) soll die Optionen in der Innenverteidigung erhöhen. Die talentierten Offensivspieler Onur Demiroglu und Mehlican Bacak (beide vom FC Tura Bergkamen II) erhöhen die Flexibilität in der Offensive, ebenso wie Sametcan Ersan (SuS Hörde), Bruder von Top-Torjäger Sercan Ersan. Außerdem stehen mit Berat Özgüc und Onur Basyigit zwei langzeitverletzte Schlüsselspieler vor der Rückkehr in den Trainingsbetrieb. „Die beiden bekommen aber alle Zeit, die sie brauchen“, bremst Dördelmann.

Abgänge gibt es bislang keine, mit einem rund 28 Mann starken Aufgebot startet die SpVg in die Vorbereitung. „In der Rückrunde haben wir gezeigt, was möglich ist. Da hat man unser Potenzial gesehen“, sagt Güner. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine gute Rolle spielen können. Aber erstmal wollen wir verletzungsfrei bleiben.“

Die Neuzugänge bei der SpVg Bönen: Kevin Garske (TVG Flierich-Lenningsen), Maximilian Kleibohm (VfK Nordbögge II), Onur Demiroglu, Mehlican Bacak (beide TuRa Bergkamen II), Batuhan Gür (TSC Kamen), Hakan Taslik (TSC Kamen II), Can Dogan, Sametcan Ersan (beide SuS Hörde), Cüneyt Tuzcuoglu, Eyüp Senel (beide SpVg Bönen II)

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