Bönen macht zu viele Fehler

SpVg sucht Gründe für die Krise und die Wege daraus

Die SpVg steckt in der Krise und steht nach sieben Spielen nur knapp über einem Abstiegsplatz. Marvin Stappert (links) geht aber fest davon aus, dass es bald wieder aufwärts geht.
+
Die SpVg steckt in der Krise und steht nach sieben Spielen nur knapp über einem Abstiegsplatz. Marvin Stappert (links) geht aber fest davon aus, dass es bald wieder aufwärts geht.

Vor der Saison nahm die SpVg Bönen die Top Fünf ins Visier, nach sieben Spieltagen steht die Rehbusch-Elf mit vier mageren Punkten allerdings nur auf Rang 13 der Fußball-Kreisliga A1. Lediglich drei Teams sind schlechter. Die Bönener sind auf der Suche nach Wegen aus der Krise. Das ist aber gar nicht so einfach.

Bönen – „Es liegt an vielen Dingen, nicht an einem einzelnen“, sagt Marvin Stappert, der am Sonntag bei der 2:3-Niederlage beim FC Pelkum in Vertretung des verletzten Berat Özgüc die Kapitänsbinde trug. Seiner Meinung nach leistet sich die SpVg zu viele Patzer, um eine Partie erfolgreich gestalten zu können. „Pro Spiel führt ein individueller Fehler zum Tor und dann viele kleine Fehler zum zweiten Tor. Das zieht sich bei uns durch“, kritisiert Stappert die Auftritte der Mannschaft und nimmt sich selbst dabei nicht aus. So könne man nicht gewinnen. „Solche Dinger, wie wir jedes Spiel reinkriegen, haben wir noch nicht geschenkt bekommen.“

Erst einmal verließen die Bönener in dieser Saison als Sieger den Platz: beim 9:0 gegen das völlig überforderte Schlusslicht Wiescherhöfen II. Der vierte Punkt kam gegen den TuS Germania Lohauserholz II zustande, den Tabellen-14. Das Torverhältnis aus den anderen Spielen, in denen die SpVg leer ausging, summiert sich mittlerweile auf 7:19.

Fehlende Automatismen

„Wir verschieben nicht, wir bieten uns nicht an“, zählt Stappert weitere Dinge auf: „Die Automatismen greifen nicht.“ Das ist vielleicht aktuell das größte Problem der Bönener und hängt mit den vielen Ausfällen zusammen. Ständig muss Spielertrainer Cengiz Güner seine Elf umbauen oder er hat kaum Alternativen auf der Bank. Gegen Pelkum stand gar Co-Trainer Hendrik Dördelmann als Ersatzmann auf dem Spielbericht. Besonders in der Innenverteidigung und auf der Sechs hakt es.

Güner selbst plagt sich mit Achillessehnenproblemen herum, seine Abwehrkollegen Miles Gottschlich und Timo Walter fielen schon mehrmals aus. In der Reihe davor muss die SpVg bis auf Weiteres auf Berat Özgüc wegen einer Operation am Knie verzichten. Die für das Zusammenspiel wichtige Konstanz kann sich so nicht entwickeln.

Dass in der Offensive schon seit Anfang der Vorbereitung die langzeitverletzten Yannic Weißenberg und Onur Basyigit fehlen, und auch Spieler wie Sören Symmank oder Sercan Ersan zwischendurch passen mussten, macht es nicht einfacher. Angesichts dieser Personallage wiegen schlechte Tage einzelner Akteure schwerer als normal. „Wir haben jedes Spiel drei Totalausfälle, immer wieder andere. Das können wir nicht auffangen“, sagt Stappert.

Abstiegsgefahr? Stappert denkt nicht daran

Dennoch ist sich der Defensivallrounder, der vor der Saison von seinem kurzen Intermezzo bei der SG Bockum-Hövel an den Rehbusch zurückkehrte, sicher, dass die Bönener nicht in Abstiegsgefahr geraten. „Nein, auf keinen Fall“, erklärt er auf die entsprechende Nachfrage. „Es kommen noch genügend Spiele. Das wird sich ändern. So eine negative Phase habe ich in der extremen Form noch nicht erlebt.“

Dass es möglichst schnell wieder rosiger aussieht, dafür wollen Trainerteam und Mannschaft aktiv sorgen. Stappert berichtet von Einzelgesprächen, die geführt werden, in denen jeder sagen könne, was ihm auf dem Herzen liegt. Kommuniziert würde am Rehbusch aber jetzt schon viel.

Zurück zur mannschaftlichen Geschlossenheit

„Im Normalfall ist in Bönen die Mannschaft die Stärke“, verweist Stappert darauf, was die SpVg stets zu einem der unbequemsten Gegner der Liga gemacht hat. Da möchten alle gemeinsam wieder hinkommen. Das fordert Stappert daher auch für die Partie am kommenden Sonntag gegen den SVF Herringen: „Wir müssen auf uns gucken, dass wir eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen.“

Dazu müssen die Bönener ihre hohe Fehlerquote reduzieren. Doch wie das gelingen soll, gerade in einem solchen Negativlauf, in dem sich die SpVg befindet, ist die Frage. „Das ist eine der schwierigsten Fragen. Das liegt an jedem selber. Und das hat ja auch nichts mit Kondition und Einstellung zu tun“, sagt Stappert, für den ein Erfolgserlebnis den Knoten am Rehbusch lösen könnte. Das würde den Bönenern gut tun, zumal nach dem Heimspiel gegen den Tabellensechsten der Druck bei der Auswärtsaufgabe beim Vorletzten SV Stockum nicht kleiner wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare