Fußball

SpVg trotz Platz eins: keine Zufriedenheit

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Nach eineinhalb enttäuschenden Jahren genießen die Bönener den guten Saisonstart: „Wir wissen das aber einzuschätzen“, sagt Dominik Sorge (links).

Bönen –  Mit dem 2:0-Sieg beim SVF Herringen hat die SpVg Bönen die Tabellenführung in der Kreisliga A1 übernommen. Freude war vorhanden, Zufriedenheit eher weniger.

Unzufriedenheit ist auch ein Antrieb, um besser zu werden – und wenn es danach geht, könnte es eine erfolgreiche Saison für die SpVg Bönen werden. Denn mit dem 2:0 in Herringenhat die Rehbusch-Elf am sechsten Spieltag die Tabellenführung in der A-Liga übernommen. Zufrieden waren nach der Partie am Sonntag aber weder Trainer Tayfun Basyigit noch mit einem Tag Abstand Allrounder Dominik Sorge, obwohl weiter die Null bei den Gegentoren in dieser Saison steht.

"Schöne Momentaufnahme" - mehr nicht

„Wir haben es mal wieder nicht geschafft, über 90 Minuten unsere Leistung abzurufen“, fand Basyigit mehr Kritikpunkte als lobende Worte für sein Team. Sorge sprach von Glück, das die Bönener bislang gehabt hätten und konstatierte: „Wir haben so ein Spiel einfach mal gewonnen, ohne besser zu sein. Wir hatten zwei gute Aktionen.“ Am Rehbusch bleiben alle auf dem Teppich. „Das ist eine schöne Momentaufnahme, aber wir müssen das als Mannschaft realistisch sehen“, sagt Sorge, der selbst derzeit meist im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt, aber auch auf allen Positionen in der Viererabwehrkette agieren kann.

Vier Siege und zwei Unentschieden (jeweils 0:0) aus sechs Partien haben die Bönener an die Spitze befördert, auch weil andere stark eingeschätzte Teams wie Uentrop und Werne patzten oder wie der SVE Heessen ein Spiel weniger absolviert haben.

Konditionell, spielerisch und offensive noch Luft nach oben

„Wir sind konditionell noch nicht bei 100 Prozent angekommen. Spielerisch haben wir auch Luft nach oben“, sagt Sorge, der die Arbeit gegen den Ball jedoch ausdrücklich lobt. Aber: „Nach vorne ist das noch schleppend. Da fehlen uns Ideen.“ Immerhin, so lange die Abwehr derart gut steht und Keeper Patrick Heller weiter Topleistungen zeigt, werden die Bönener schwer zu schlagen sein.

Für Sorge ist allerdings nicht alles nur Glück. Vielmehr habe der Verein im Sommer einige Weichen richtig gestellt. Vor allem der Trainerwechsel von Hendrik Dördelmann, der nach drei Jahren ins zweite Glied zurückgetreten ist, zu Basyigit, sei wichtig gewesen. „Tayfun hat frischen Wind reingebracht. Alle haben bei Null angefangen“, sagte Sorge, der zudem den gestiegenen Konkurrenzkampf hervorhebt.

Der erfolgreiche Saisonstart tut gut

Zwei Jahre lang war Dördelmann aufgrund großer und lang andauernder Verletzungssorgen gezwungen, eher zu verwalten, als zu gestalten. Auch im Training war das Personal gering. Dördelmann bemängelte häufig die fehlenden Automatismen, weil er andauernd umbauen musste. Nun verzeichneten die Bönener nach dem Saisonende zwar die Abgänge einiger Leistungsträger, schafften es aber, sich breiter aufzustellen. Gegen Herringen, um nur ein Beispiel zu nennen, war der Kader gut gefüllt, obwohl Kapitän Berat Özgüc, Mertcan Akkaya, Fatih Cebar fehlten und Spielertrainer Basyigit nicht einmal umgezogen war.

Nach eineinhalb aufgrund der Verletzungssorgen enttäuschenden Jahren gibt Sorge offen zu, dass der gute Saisonstart gut tue: „Wir wissen das aber einzuschätzen.“ Zwei Partien stehen vor dem spielfreien Wochenende für die SpVg noch aus. Am Sonntag kommt der BV 09 Hamm, dann geht es nach Uentrop. Zwei Teams, mit denen sich Bönen in den vergangenen Jahren meist heiße Duelle geliefert hat.

Sechs Punkte vor dem spielfreien Wochenende

„Das sind Mannschaften, die angezählt sind“, weiß Sorge um die fehlenden Zähler bei den Gegnern. „Wir wollen vor der Pause aber gerne noch sechs Punkte holen“, möchte der Sorge den aktuellen Lauf fortsetzen. Und vielleicht sind sie am Rehbusch dann ja auch sogar einmal rundum zufrieden.

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