Fußball

SpVg-Hinrunde: Starke Neuzugänge und das nötige Glück

+
„Wir hatten aber auch manchmal mehr Glück als Verstand.“ Bönens spielender Sportlicher Leiter Niclas Arenz (rechts) weiß den Erfolg der Hinserie richtig einzuordnen.

Bönen - Nach zwei enttäuschenden Jahren mischt die SpVg Bönen wieder in der Spitzengruppe der Fußball-Kreisliga A1 mit. Niclas Arenz, Mittelfeldspieler und Sportlicher Leiter, sieht den Grund darin im Umbruch im Sommer. Die Neuzugänge haben gut eingeschlagen, dazu überzeugen Akteure, die „man nicht groß auf dem Zettel hatte“.

Mit dem 3:1-Sieg gegen den TuS Wiescherhöfen IIhat die SpVg Bönen die Hinrunde als Dritter beendet, liegt hinter dem SVE Heessen nur fünf Zähler zurück, der als nicht aufgestiegener Meister sein Team nochmals verstärkt hatte. Neben dem Ausrutscher beim Schlusslicht TuS Uentrop II haben die Bönener nur beim Vierten Hammer SC verloren. Gegen den Zweiten VfL Mark und den Vierten Eintracht Werne feierten sie Siege. Dem SVE trotzten sie ein 3:3-Unentschieden ab.

Erstes Gegentor erst am zehnten Spieltag

Mit nur neun Gegentoren stellt die Rehbusch-Elf mit Abstand die beste Abwehr. Die Keeper Patrick Heller und Justin Nowak mussten erst im neunten Spiel – gegen Uentrop II – das erste Mal hinter sich greifen. „Platz drei ist Wahnsinn“, sagt Arenz.

Denn er hatte gemeinsam mit dem alten, freiwillig in die zweite Reihe zurückgetretenen Trainer Hendrik Dördelmann und dem neuen Coach Tayfun Basyigit einen „riesengroßen Umbruch“ im Sommer zu moderieren. Acht Abgängen standen zwölf Neuverpflichtungen gegenüber, dazu kam noch der eine oder andere Spieler aus der Reserve, der oben angreifen wollte. „Wir haben gemerkt, dass wir nicht von der Stelle kommen“, erklärt Arenz den großen Schnitt: „Mit dem Trainer wollten wir einen neuen Impuls setzen.“ Und nach einer halben Saison stellt der Sportliche Leiter fest: „Es war die richtige Entscheidung. Wir scheinen den Umbruch geschafft zu haben.“

Leichtes Auftaktprogramm optimal genutzt

Dass es so gut laufen würde, hätte Arenz aber selbst nicht geglaubt. Wichtig sei der Saisonstart gewesen: „Wir hatten ein relativ leichtes Auftaktprogramm. Und wenn man die Spiele direkt gewinnt, sind die Motivation hoch und die Stimmung gut.“ Bis der Spielplan den Bönenern am neunten Spieltag eine Pause auferlegte, stand die SpVg vier Wochen auf Platz eins – erstmals seit März 2017. Dann folgte der Patzer im Giesendahl.

„Wir hatten aber in manchen Spielen mehr Glück als Verstand. Das hat uns in den letzten Jahren gefehlt. Vielleicht ist es das Glück des Tüchtigen“, gibt Arenz zu. Der 1:0-Erfolg vor zweieinhalb Wochen bei drückend überlegenen Wernern ist das beste Beispiel dafür. Außerdem gelingt der SpVg fast immer das erste Tor, auch weil die Defensive vorher nichts zulässt. „Wir sind jedes Spiel am Limit. Wir haben nicht die spielerische Qualität wie andere, aber wir sind ein ganz unangenehmer Gegner“, nennt der Sportliche Leiter Gründe, warum das Rehbusch-Team mit den aufgerüsteten Eintracht-Mannschaften und den wiedererstarkten Markern mithält. „Wir haben einen guten Teamgeist. Jeder kämpft für jeden. Das macht in dieser Liga viel aus“, so Arenz.

Neuzugang Berat Özgüc ist auch Kapitän der SpVg Bönen und geht im Mittelfeld voran.

Gözütok, Iscan und Cebar überraschen

Er selbst kann sich daher auf die schon vor eineinhalb Jahren angedachte Jokerrolle zurückziehen. „Für mich ist das ganz schön, dass ich auch von außen zugucken kann“. Mit 34 Jahren sei ein Einsatz von Beginn an nicht mehr so wichtig. „Ich freue mich, wenn andere besser sind, dann stelle ich mich gerne hinten an.“

Dass Arenz in dieser Position ist, hat damit zu tun, dass die Neuverpflichtungen allesamt eingeschlagen haben. Furkan Aydeniz, Cihad Gün und allen voran Kapitän Berat Özgüc haben beispielsweise gleich Führungsrollen übernommen. Für den Erfolg genauso entscheidend seien laut Arenz aber die Leistungssprünge bei Spielern wie David Gözütok und Atakan Iscan aus der zweiten Mannschaft oder von Fatih Cebar, der nach seiner Zeit bei der IG fast zwei Jahre Pause gemacht hat. „Wenn Einer bei uns ausfällt, kommt der Nächste. Das ist ein Riesenvorteil im Vergleich zur vergangenen Saison“, sagt Arenz. Lediglich Yannic Weißenberg, mit Sören Symmank zusammen zurück aus Hilbeck gekommen, ist zum Zuschauen verordnet, nachdem er sich schon in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Was wäre wenn Heessen aufgestiegen wäre...

Den Platz in der Spitzengruppe möchten die Bönener verteidigen. „Wir haben das Selbstbewusstsein, zu sagen: ‘Wir sind jetzt da oben, da wollen wir auch bleiben’“, erklärt Arenz: „Unsere Defensive ist für die Liga bombastisch.“ Wirkliche Meisterträume gedeihen am Rehbusch jedoch nicht. „Aber man fragt sich schon, was möglich wäre, wenn Heessen in der vergangenen Saison aufgestiegen wäre. Aber das wäre noch zu früh und zu viel des Guten“, sagt Arenz. Dazu ist die SpVg auch im Angriff (nur 27 Tore) zu harmlos. „Außer Robin (der neunmal erfolgreiche Gessinger – Anm. d. Red.) haben wir nicht ganz so viel. Das wissen wir auch.“ Arenz verspricht dort nachzujustieren, wenn auch vielleicht erst zur kommenden Spielzeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare