SpVg löst Frauenteam auf

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Trainer Hans Stratmann traf gemeinsam mit seinen Spielerinnen die schwere Entscheidung, die Mannschaft aufzulösen.

BÖNEN - Im Spielplan der Frauen-Kreisliga steht für Sonntag das Nachholspiel der SpVg Bönen gegen den SV Holzwickede gelistet. Doch diese Partie eine Woche vor dem offiziellen Start in die zweite Serie wird nicht stattfinden. Überhaupt wird der Staffelleiter die SpVg-Mannschaft in den nächsten Tagen komplett streichen, denn das Team hat sich am Donnerstagabend aufgelöst.

„Das war ein ganz schwerer Gang, aber von der Logik her nicht abwendbar“, sagte Coach Hans Stratmann.

Auf einer Mannschaftssitzung trafen Trainer und Spielerinnen gemeinsam die bittere Entscheidung. „Wir sind einfach zu wenig“, begründete Stratmann den Schritt. Schon zu Saisonbeginn stand das Fortbestehen des Teams nach einigen Abgängen auf der Kippe, mit 16 Akteurinnen starteten die Bönenerinnen letzlich dennoch. Im Verlauf der Hinrunde fielen Sharon Neumann aus Zeitgründen und Jessica Bednarek nach Verletzungen weg.

Im neuen Jahr teilten dann Sarah Gözütok, die in die Niederlande zieht, und Jasmina Fraedrich (Ausbildung) mit, dass sie nicht mehr weiterspielen können. „Und in der Winterpause war es nicht möglich, Spielerinnen zu uns zu lotsen“, scheiterten Stratmanns Versuche, die Verluste aufzufangen. Daher zogen die Beteiligten jetzt, bevor es jetzt wieder losgeht, die Reißleine. „Wenn wir das durchgezogen hätten, wäre es an die körperliche Substanz. Die Mädchen haben ja Ehrgeiz, aber wir hätten sie verheizt“, so der Trainer, der seit 2007 mit dem Stamm der Mannschaft zusammenarbeitet.

Dementsprechend emotional ging es bei der Sitzung zu. Daher steht auch in den Sternen, wie es mit dem Frauenfußball bei der SpVg weitergeht. „Die Mädchen sind alle fußballverrückt, und ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, weiter was zu machen – am liebsten in Bönen. Aber jetzt müssen das alle erstmal verdauen.“ Die SpVg verfügt über ein C-Jugendteam ohne Wertung, in dem auch B-Jugendliche auflaufen, die zur neuen Saison hochgeschrieben werden könnten. „Aber das ist absolute Zukunftsmusik“, sagt Stratmann. - bob

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