Die Talfahrt setzt der SpVg Bönen zu

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„Kollektives Versagen“ nannte Marco Behrend die 2:6-Niederlage gegen Warendorf.

BÖNEN - Vor sieben Wochen sah die Welt für die SpVg Bönen noch gut aus. Nach acht Spieltagen schien der Aufsteiger in der Fußball-Bezirksliga etabliert. Doch dann begann die Talfahrt des Teams, die in der 2:6-Pleite gegen Mitkonkurrent Warendorfer SU seinen vorläufigen Tiefpunkt fand.

Aktuell steht die SpVg auf einem Abstiegsplatz und droht den Anschluss zum Mittelfeld zu verlieren. „Wir müssen mindestens noch drei Punkte holen, um einigermaßen vernünftig in die Winterpause zu kommen“, weiß Torhüter Marco Behrend, was die Stunde geschlagen hat.

Zwei Begegnungen stehen bis Weihnachten noch auf den Spielplan. Am Sonntag die Auswärtsaufgabe beim zuletzt formstarken TuS Germania Lohauserholz, eine Woche später das wichtige Kräftemessen beim punktgleichen VfL Sassenberg. „In Hölzken wird es schwer, der TuS ist gut drauf, aber gegen Sassenberg müssen wir gewinnen“, sagt Behrend.

Doch der Negativlauf von nur sechs Spielen ohne Sieg zerrt am Selbstvertrauen der Bönener, die Pleite gegen Warendorf schlägt auf die Stimmung. „Das war kollektives Versagen. Das war unser schlechtestes Saisonspiel“, erklärt der Keeper: „Das war keine überragende Mannschaft, die uns an die Wand gespielt hat. Aber wir haben die Positionen nicht gehalten, die Zweikämpfe nicht angenommen und uns keine Chancen erspielt“, geht der Kapitän mit seinen Vorderleuten hart ins Gericht.

Am Samstag war die SpVg allerdings auch ersatzgeschwächt. Gegen die WSU fielen mit Niklas Ling, Ruchan Akman, Malik Öncül und David Wündisch vier Defensivspieler aus. „Das sind wichtige Stützen. Wir mussten die Viererkette umstellen. Aber trotzdem darf das keine Ausreden sein. So etwas darf nicht passieren“, sagt Behrend, den die sechs Gegentore als Torwart natürlich besonders gewurmt haben.

Bleibt die Suche nach den Ursachen für den Leistungsabfall in den jüngsten Spielen. Schließlich hat die SpVg Anfang Oktober noch den Tabellenvierten TuS Wiescherhöfen verdient mit 3:1 geschlagen, ehe die Negativserie losging. „Wenn man immer knapp verliert, drückt das aufs Selbstbewusstsein. Man macht und tut, und es springt nichts dabei herum“, erklärt Behrend und spricht die 1:2-Niederlagen gegen Westfalia Soest und SG Bockum-Hövel an. Beide Male schaffte es Bönen nicht, einen Rückstand zu drehen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Offensive nach den 116 Toren in der Aufstiegssaison eine Klasse höher bislang nicht behaupten kann. Kein Bönener Spieler hat häufiger als dreimal getroffen, magere 20 Treffer erzielte die SpVg insgesamt – der viertschlechteste Wert der Liga. Allerdings mussten gerade die Stürmer immer wieder pausieren. Kevin Scheibke fehlte in der Vorbereitung und am Anfang der Saison, Thorsten Renk seit einigen Wochen, und auch Ramazan Dincer fällt immer mal wieder aus. Neuzugang Durim Feta scheint noch nicht ganz angekommen.

Einen anderen Grund sieht Behrend in der aufgrund von Schichtarbeit und Verletzungen geringen Trainingsbeteiligung. „Wir müssen über den Kampf kommen, und da müssen wir hundertprozentig fit sein und konditionell stark.“ Das sieht der Keeper derzeit nur bedingt gegeben. „Gegen Drensteinfurt (1:2, Anm. d. Red.) ist uns nach 70 Minuten die Luft ausgegangen“, mahnt er seine Kollegen: „Das muss besser werden.“ - bob

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