Fußball

Die SpVg zwischen Spielausfällen, Niederlagen und Platzproblemen

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Von Spielen auf Rasen wie im Spätsommer sind die Bönener derzeit weit entfernt. Derzeit hoffen Dominik Sorge und Co., wenigstens auf Asche ihre Heimpartien absolvieren zu können.

Bönen – Zwei Spiele in 22 Tagen, die noch dazu mit Niederlagen endeten, Trainingsbedingungen die die Verantwortlichen katastrophal nennen und die nächsten Spielabsagen vor Augen. Die Situation bei der SpVg Bönen ist deprimierend. Leistungsträger Dominik Sorge findet die aktuelle Lage zwar auch unbefriedigend, will aber kein Trübsal blasen, sondern sieht sie sogar als Chance.

„Man kommt in keinen Fluss rein, da man auch keine Freundschaftsspiele ausmachen kann“, sagt der Allrounder zu dem ausgefallenen Heimspiel gegen den SV Stockum vor zehn Tagen am Rehbusch. Angesichts der Wettervorhersage, die von viel Regen spricht, sind sowohl die Nachholpartie am kommenden Mittwoch als auch die reguläre Begegnung am Sonntag gegen den SVF Herringen akut gefährdet. Am vergangenen Wochenende sperrte die Gemeinde zum zweiten Mal in Folge den Rehbusch. Besserung ist nicht in Sicht. So bleiben die Niederlagen beim TSC Hamm (1:2) am 16. Februar und am vergangenen Sonntag beim VfL Mark (0:2) länger hängen.

Training nur in der Platzmitte möglich

„Vieles zieht einen runter“, sagt Sorge und zählt die Trainingssituation, die beiden Pleiten und die lange Pause auf. Auf der Asche am Rehbusch seien sinnvolle Einheiten derzeit schwierig, so der 27-Jährige. „Man kann nicht den ganzen Platz nutzen, sondern nur die Mitte“, sagt er. Die SpVg hat bereits am 6. Januar ihre Vorbereitung gestartet. Zehn Wochen danach droht langsam ein Lagerkoller. Während Sorge als Bönener Urgestein an die Probleme im Winter gewöhnt ist, kennen die Neuzugänge bessere Verhältnisse. „Wir haben diesmal viele Neue, die eine Kunstrasenvergangenheit haben. Für die ist das nicht so toll, auf Asche zu trainieren. Da müssen wir gucken, wie reagieren die einzelnen Leute“, sieht Sorge die Führungsspieler in der Pflicht, die Stimmung hochzuhalten.

Grundstimmung zeigt nach unten

Ein Erfolgserlebnis wäre da hilfreich. Denn auch Sorge hat gemerkt, dass „die Grundstimmung nicht mehr so ist wie am Anfang der Saison“. Damals kämpfte sich die SpVg im Wochenrhythmus von Sieg zu Sieg, eroberte die Tabellenführung und blieb beeindruckende acht Partien ohne Gegentor. Jetzt verloren die Bönener zweimal, wenn auch mit dem Dritten TSC und vor allem mit dem Zweiten Mark gegen zwei Topteams. Sorge hofft auf einen „Lucky Punch“, um einmal in Führung zu gehen. Dann ginge vieles leichter.

Es drohen englische Wochen und ein straffer Terminplan

Dass die derzeit nicht optimalen Übungseinheiten als Ausrede genommen werden, lässt er hingegen nicht gelten. „Wir haben auch in den Jahren vorher auf Asche trainiert und sind sogar Meister geworden“, erklärt er. Co-Trainer Hendrik Dördelmann berichtete vor der Partie in der Mark von 20 Akteuren beim Training. Die Motivation ist also weiter hoch.

Bei weiteren Ausfällen droht aber das nächste Problem. „Je mehr englische Wochen, desto gedrubbelter wird es. Die Saison ist Mitte Mai zu Ende, das wird alles ein bisschen eng“, sagt Sorge, der selbst im Außendienst arbeite und somit wie auch einige Teamkollegen seinen Job nicht nach jeder Spielansetzung unter der Woche richten kann. Nachholspielen könnte Bönen also personell geschwächt bestreiten müssen.

Sorges Ziel ist Platz vier

Dass seiner Mannschaft allerdings die dritte enttäuschende Rückrunde in Folge bevorsteht, sieht er nicht. Zwar ist der Titel bereits in weiter Ferne, weil die Bönener auf Rang sechs zurückgefallen sind und 16 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter SVE Heessen haben, aber die Ziele sind nicht kleiner geworden. Rang vier wie zum Jahresende peilt der 27-Jährige an. „Das ist ein Platz, den uns vor der Saison kaum keiner zugetraut hat und der gut fürs Selbstwertgefühl und für die nächste Saison ist“, erklärt er. Denn der Blick am Rehbusch geht schon über den Sommer hinaus.

Rückrunde als verlängerte Vorbereitung auf die kommende Saison

Sorge hofft, dass den Heessenern („An denen führt kein Weg vorbei, auch wenn Mark noch dran ist.“) diesmal der Aufstieg gelingt. Dann wollen die Bönener ihren Hut in den Ring werfen: „Für uns gilt es, die Zeit zu nutzen und uns auf die nächste Saison vorzubereiten.“ Nach dem Umbruch im Sommer 2019 sieht er die aktuelle Spielzeit als Übergangsjahr, in dem es darum geht, sich zu finden und wieder Respekt vor der SpVg einzufordern.

Das kommende halbe Jahr sei eine Kennenlernphase. „Wir wollen uns mehr aufbauen in der Rückrunde“, sagt Sorge, der mehr Selbstvertrauen in die eigenen Stärken fordert. „Wir müssen uns von einer Mannschaft, die abwartet, was der Gegner macht, zu einer entwickeln, die selber aktiv auftritt. Wir haben gute und spielstarke Leute dazubekommen, da muss es unser Ziel sein, dominant aufzutreten. So wie in den Jahren, in denen wir oben mitgespielt haben, muss es bei den Gegnern heißen: „Jetzt kommt Bönen, da müssen wir aufpassen.“

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