SpVg-Zweiten oben, Flierich unten: Nur eine Momentaufnahme?

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Bönen oben, Flierich unten: Während SpVg-Verteidiger Yusuf Senel (rechts) auf die Euphoriebremse drückt, möchte TVG-Kapitän Florian von Glahn schnell den Schalter umlegen.

Bönen – Damit hatte vor der Saison wohl niemand gerechnet. Die SpVg Bönen ist nach dem zweiten Spieltag Tabellenführer der Fußball-Kreisliga B1. Dabei hatte die Rehbusch-Reserve mit Yunus Emre und dem TVG Flierich-Lenningsen zwei stark eingeschätzte Mannschaften zum Startals Gegner. Doch mit 5:2 und einem 3:0-Derbyerfolg löste sie die Aufgaben mit Bravur. Der TVG muss nach dem Fehlstart nun erst einmal die Wunden lecken.

„Das sind sechs Punkte gegen den Abstieg“, meinte SpVg-Coach Ralf Thiemann kurz vor dem Abpfiff der Partie gegen Flierich. Thiemanns Äußerungen sind nur bedingt Tiefstapelei, aus ihm spricht eher die Erfahrung, die er mit seiner Mannschaft in den vergangenen Jahren gemacht hat. Konstanz war da oft ein Fremdwort, was die Leistungen in den Spielen, das Personal oder die Trainingsbeteiligung anging. Zumindest aktuell ist der Coach guter Dinge: „Das ist eine Mannschaft mit Charakter. Die wollen, und die trainieren.“

Auch Yusuf Senel, der vor der Saison aus der Ersten in die Zweitvertretung wechselte, ist noch vorsichtig. „Es tut gut, wenn man gewinnt. Aber wir müssen unsere Euphorie bremsen. Wir wollen nur eine ruhige Saison haben.“ Dennoch hat auch er, der in den Vorjahren des Öfteren ausgeholfen hat, eine Veränderung im Team bemerkt. „Wir haben Atakan und Mo (Iscan und Elias – Anm. d. Red.) von Wiescherhöfen zurückgeholt, haben jetzt auch Verstärkung aus der Ersten“, zählt er auf.

Senel sieht viel Potenzial im Team

Dazu ist die Trainingsbeteiligung gestiegen. „Wir haben viel Kondition gemacht“, hält er die SpVg für fitter als im Vorjahr. Dazu gingen die Köpfe nicht so schnell runter wie im Vorjahr. Als Beispiel nennt Senel den frühen Rückstand gegen Yunus Emre: „Da haben wir einfach weiter Fußball gespielt.“

Noch seien die beiden Erfolge nicht so für ihn aussagekräftig, aber „ich weiß, was für Potenzial in der Mannschaft steckt“, sagt Senel. Die Bönener müssten nur auf dem Teppich bleiben.

SpVg-Zweite gewinnt erstes Derby

Derbyniederlage macht Fliericher Fehlstart perfekt

Ganz andere Sorgen treiben Trainer und Spieler am Butterwinkel um. Um den Aufstieg ein Wörtchen mitreden wollte Coach Thorsten Müller gerne. „Wir haben nach einer guten Vorbereitung den Schwung nicht mitgenommen“, meint Kapitän Florian von Glahn nun enttäuscht. Das 0:3 im Pokal gegen den B-Ligisten SuS Rünthe hat scheinbar Spuren hinterlassen. Es folgte ein nur zwischenzeitlich guter Auftritt gegen den TSC Hamm II, in dem Flierich unnötigerweise in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich kassierte. Ein Spielverlauf, der ebenfalls nicht gut für das Selbstvertrauen war. In Bönen war nach dem 0:2-Pausenrückstand die Luft raus. „Wir schaffen es nicht, vernünftig den Ball laufen zu lassen, sind zu hektisch“, sagt von Glahn.

Müller zeigte sich nach dem Abpfiff am Rehbusch ratlos. „Wir gewinnen die entscheidenden Zweikämpfe nicht“, sieht er ein sich wiederholendes Manko. Auch das Offensivspiel hakt. „Wir lassen nach vorne jegliche Idee vermissen, wie wir ein Tor erzielen wollen. Wir verlassen uns da auf unsere individuelle Qualität“, sagt der Trainer. Doch gegen tief stehende Gegner wie jetzt Bönen, kam die nicht zum Tragen. Flierich fühlt sich wohler, wenn Platz da ist und die Schnelligkeit ausgespielt werden kann.

TVG gleich vor dem nächsten Derby

Ähnlich wie bei der SpVg sehen sie beim TVG das aktuelle Tableau allerdings ebenfalls nur als Momentaufnahme. Von Glahn ist sich sicher, dass es wieder aufwärts geht. „Wir werden das auch schaffen, mit unserer Moral und unserer Kampfbereitschaft“, verspricht der Kapitän. Die Germanen erwartet am Sonntag das nächste Derby gegen die IG Bönen II. Bönen muss zum SVE Heessen II.

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