Fußball

Sechs Monate Sperre für Ex-Bönener Göksen nach Abbruchspiel in Ennigerloh

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Sechs Monate gesperrt wurde der frühere IG-Spieler Ahmet Göksen wegen einer Tätlichkeit gegen einen Ordner. Drei Monate können auf Bewährung ausgesetzt werden.

Kamen – Die Vorbereitung auf die neue Saison hat bereits begonnen, da holt die IG Bönen die alte Bezirksliga-Spielzeit noch einmal ein. Vor dem Sportgericht wurde im Sportcentrum Kaiserau der Abbruch der Partie der IG beim SuS Ennigerloh vom 19. Mai verhandelt. Es ging um persönliche Sperren für die Bönener Spieler Youssef Bouaid, Ahmet Göksen, Zübeyir Kaya und Ismail Boutarrada wegen Tätlichkeiten bei einer Rudelbildung.

Zur Erinnerung: Am 19. Mai war die Partie in der 79. Minute beim Stand von 2:1 für Ennigerloh abgebrochen worden, nachdem Bönens Wynal Medjignia nach seiner Gelb-Roten Karte wegen eines Foulspiels an der Außenlinie in Höhe der Trainer des Gastgebers von Zuschauern angegangen worden war. Am vorletzten Spieltag stand die IG schon als Meister fest. Der SuS war unabhängig vom eigenen Ergebnis durch den gleichzeitigen 4:0-Sieg von Blau-Weiß Sünninghausen abgestiegen. Das Spiel wurde später für beide als verloren gewertet, den Einspruch dagegen zogen die Bönener bald wieder zurück.

Das Gericht sprach nun viele Wochen später Boutarrada frei, da er sich nur gegen die Zuschauer gewehrt habe. Das Verfahren gegen Kaya und Bouaid wurde vorbehaltlich eingestellt, wenn die Bönener sich bereit erklären, 300 Euro zu zahlen. „Die Strafe für den Verein ist mit jeweils 300 Euro hoch. Aber es hätte auch schlimmer kommen können“, sagte der neue Sportliche Leiter der Bönener, Hasan Kayabasi, der damals noch nicht zur IG gehörte: „Wir werden das Urteil mit großer Wahrscheinlichkeit akzeptieren.“

Ismail Boutarrada wurde freigesprochen.

"Situation explodiert" nach Platzverweis

Das liegt auch daran, dass Ahmet Göksen, den das Gericht für sechs Monate für einen Tritt gegen einen Ordner des SuS sperrte, den Verein mittlerweile verlassen hat. Er wechselte in der Sommerpause zum TSC Hamm. „Das ist schade für den Spieler, aber da muss sich der TSC drum kümmern“, sagte Kayabasi. Drei Monate sind bei Bezahlung einer Strafgebühr von ebenfalls 300 Euro für ein Jahr auf Bewährung ausgesetzt.

In der zuvor fairen Partie war nach dem Platzverweis „die Situation explodiert“, wie Schiedsrichter Dennis Bröking vor Gericht erläuterte. Die IG-Spieler wurden von den Ennigerloher Zuschauern massiv und teilweise rassistisch beleidigt sowie nach eigenen Aussagen sogar mit Flaschen bedroht. Aufgrund der unübersichtlichen Szenerie war der genaue Hergang auch durch fünf geladene Zeugen plus die vier Beschuldigten und ein Handyvideo nicht zu klären, wie auch das Gericht unter der Leitung von Ralf Meyer zugab.

Göksen bestreitet Tritt gegen Ordner

Ralf Drews, Geschäftsführer des SuS und eingetragener Ordner, lief zu der Rudelbildung, wurde nach seiner Aussage von Göksen beleidigt und zweimal getreten. Der Unparteiische hatte in seinem Sonderbericht und auch in Kamen erklärt, dass der Spieler mit der Nummer 68, Göksens Zahl, den Ordner einmal „abgegrätscht“ habe. Der Beschuldigte bestritt dies und zeigte sich vom Urteil enttäuscht, während Bouaid zugab, einmal „Beinchen gestellt“ zu haben, nachdem er Drews’ Ellbogen im Nacken abbekommen habe. Meyer und seine drei Beisitzer ließen Letzteres im Urteil unberücksichtigt, da sie sich vor allem auf die Aussage von Bröcking verließen. „Ein Tritt ist mit Sicherheit erfolgt“, sagte der Vorsitzende.

Boutarrada wird halb über die Bande gezogen

So kam es auch zur Freisprechung von Boutarrada, der von den Zuschauern – die Zeugen widersprachen sich, ob diese vor oder hinter der Bande waren – angegangen worden war. Bröcking erklärte der Bönener sei provoziert worden und habe sich gewehrt. Auch Kaya sagte, Boutarrada sei an den Haaren halb über die Bande gezogen worden. Die Bönener Spieler, darunter laut Schiedsrichter auch Kaya, waren daraufhin über die Absperrung gesprungen, um ihrem Teamkollegen zu helfen. Die anschließende Keilerei beschrieb der Unparteiische als von „äußerster Brutalität“ geprägt. Anzeigen wurden später, als die Polizei eintraf, nicht erstattet.

Der Aussage von Drews, dass die IG-Akteure „wahllos auf Zuschauer eingeschlagen“ hätten, schloss sich das Gericht nicht an. Laut Bröcking hätte die gut zehn Mann starke SuS-Fangruppe gezielt provozierend beleidigt und sich vor den Spielern aufgebaut.

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