Sportabzeichen

Kurze, „merkwürdige“ Saison mit ordentlicher Resonanz

Die Sportabzeichen-Saison 2020 startete dieses Jahr erst Mitte August. Mit dabei war Thomas Köster von der SPD, dem die Prüfer hier die Zeit für den Ausdauerlauf abnehmen.
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Die Sportabzeichen-Saison 2020 startete dieses Jahr erst Mitte August. Mit dabei war Thomas Köster von der SPD, dem die Prüfer hier die Zeit für den Ausdauerlauf abnehmen.

„Die kürzeste Sportabzeichensaison aller Zeiten.“ Dirk Presch, der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes, greift zum Superlativ, um das zu beschreiben, was die Corona-Pandemie aus dieser deutschen Institution mit einer über 100-jährigen Geschichte in diesem Sommer gemacht hat. 

Bönen - In den Anfangszeiten wird sicherlich alles ganz anders organisiert gewesen sein, doch zumindest in den vergangenen Jahrzehnten boten die ehrenamtlichen Prüfer in Bönen viele Termine an, damit die sportlich aktiven Bürger ihre Zeiten und Weiten für das Abzeichen leisten konnten.

Diesmal waren es nur ganze vier Mittwoche, an denen sich Aktive und Prüfer im Schulzentrum trafen. Normalerweise geht es bereits im Mai los, doch coronabedingt startete die Saison 2020 erst im August. Zwei feste Termine im Monat, dann war mit dem schlechter werdenden Wetter schon wieder Schluss. „Dafür war das so schlecht nicht. Ich bin froh, so wie es trotz aller Widrigkeiten gelaufen ist“, findet Presch, dem zwar noch nicht die genauen Teilnehmerlisten vorliegen, der dafür aber auch selbst vor Ort war. „Natürlich waren die Zahlen insgesamt geringer, doch die Prüfer hatten keine Langeweile“, berichtet er davon, dass die knapp zwei Stunden am Abend im Schulzentrum ordentlich frequentiert waren. Fürs Radfahren wurden diesmal keine Gruppentermine angeboten. „Das ist in Direktabsprachen gelaufen. Das ist wunderbar hingekommen“, sagt Presch und weist darauf hin, dass die Menschen im Corona-Zeitalter gelernt haben, zu improvisieren.

So waren auch die Abstands- und die Hygienevorschriften, die der GSV im Vorfeld mit den Prüfern ausgearbeitet hatte, für alle Teilnehmer kein Problem. So durften nur zehn Leute gleichzeitig ihre Übungen machen und die Kugeln mussten beispielsweise nach dem Stoßen selbst rückgeholt werden. „Die Disziplin war sehr hoch“, so Presch.

Es war dabei durchaus keine Selbstverständlichkeit, dass in Bönen das Sportabzeichen abgenommen wurde. Alle Prüfer stellen ihre Zeit ehrenamtlich zur Verfügung und gehören zudem vom Alter her in die Risikogruppe. Aus dem seit Jahren gut zusammenarbeitenden Team hielt sich nur einer aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr raus. „Was völlig zu verstehen ist“, wie Presch betont. Der GSV-Vorsitzende vermutet, dass nicht in allen Gemeinden der Umgebung das Sportabzeichen angeboten wurde. Er berichtet, dass an einem Tag eine Frau extra aus Neheim zum Schulzentrum gekommen war, um ihre Zeiten und Weiten abzulegen. Dabei erzählte sie laut Presch, dass sie nachgeschaut hätte und Bönen der nächstgelegene Ort gewesen sei, wo sie hätte hinfahren können.

Einige benötigen das Abzeichen für den Beruf

Für Presch ein weiteres Zeichen, dass es richtig war, die Saison nicht komplett auszusetzen, obwohl nur wenige Termine zusammenkamen. Denn während viele ihr Sportabzeichen nur als Hobby sehen, müssen es andere im Beruf vorweisen, um zum Beispiel bei der Bundeswehr, Feuerwehr oder Polizei zugelassen zu werden.

Geholfen haben den Prüfer auch die geringen Corona-Infektionen in Bönen und im ganzen Kreis Unna, die bis Ende September registriert worden waren. „Bei den Zahlen jetzt hätten wir es knicken können“, weiß auch Presch. „Ein bisschen merkwürdig“ sei die Atmosphäre allerdings wegen der Maßgaben dennoch gewesen.

Die Ehrung soll nachgeholt werden

Der GSV-Vorsitzende bedauert auch, dass das traditionelle Abschlussessen der Prüfer derzeit nicht durchgeführt werden kann, und auch, dass es bisher nicht möglich war, die Sportler für ihre Leistungen 2019 in diesem Jahr zu ehren. Ganz ausfallen soll beides nicht. Ideen hat Presch, um es, wenn wieder Normalität einkehrt, nachzuholen.

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