Ein Spitzenteam und drei Sorgenkinder

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Simon Maletz spielte mit Flierich eine gute Hinserie.

Bönen -  Seit dieser Saison spielen vier Bönener Mannschaften in der Fußball-Kreisliga B1. Doch das könnte eine Momentaufnahme bleiben, denn während der TVG Flierich-Lenningsen nach einer steilen Entwicklung Aufstiegsluft schnuppert, sieht es für die drei Reserve-Teams der SpVg, des VfK und vor allem der IG düster aus.

„Wir sind sehr zufrieden, ärgern uns aber auch über die eine oder andere Niederlage“, sagt TVG-Coach Thorsten Müller. Die Germanen überwintern als Dritter punktgleich mit dem Zweiten SSV Hamm und haben schon 65 Mal getroffen. Spitzenreiter TuS Wiescherhöfen III ist derzeit um acht Zähler enteilt, hat aber ein Spiel mehr absolviert. „Wenn uns jemand vorher gesagt hätte, hätten wir das sofort unterschrieben“, meint Müller.

Da es so gut läuft, wird am Butterwinkel nicht über Verstärkungen nachgedacht. Der gute Zusammenhalt im Team steht über alles. „Wir haben ein gutes Gefüge. Und ich werde lieber Vierter, als durch Neuzugänge aufzusteigen, die Unruhe reinbringen“, betont Müller. In punkto Aufstieg ist der Trainer sowieso zwiespältig. „Wir wollen gerne das Erlebnis und den Spaß mitnehmen. Aber ob das gut ist für Flierich? Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust.“ Das letzte Abenteuer in der Kreisliga A war, weil die Mannschaft auseinandergebrochen war, mit nur vier Punkten ein Alptraum und zog eben jenen Neuaufbau nach sich, der die Fliericher jetzt so gut dastehen lässt. Immerhin scheint der TVG derzeit so gefestigt, dass auch ein Aufstieg daran wohl nichts ändern wird.

Bei den drei anderen Bönener B-Ligisten aus schrillen dagegen die Alarmglocken. Allen drei gemeinsam ist eine große Personalnot, die ein ordentliches Training nahezu unmöglich macht. Die Mannschaften werden oft erst kurzfristig zusammengesucht, manchmal sogar erst am Spieltag.

Ralf Thiemann verzichtete auf eine richtig Vorbereitung, nachdem der kleine Kader noch Abgänge verzeichnet hatte. Um spielfähig zu sein, reaktivierte er erst einmal ein paar Akteure – darunter auch Ex-Trainer Axel Maurischat. Dennoch legten die Bönener einen fulminanten Start hin, gewannen die ersten drei Partien. Da allerdings nur noch acht Punkte in 13 Spielen folgten, rutschten die SpVg von Platz zwei auf 14 ab. Der Sportliche Leiter Hansi Sack weiß um die schwierige Lage des Teams. „Die zweite Mannschaft ist uns wichtig.“ Wenn möglich sollen Spieler aus der ersten Mannschaft aushelfen, um die nötigen Punkte zu holen.

Während Bönen acht Zähler Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz hat, liegt Nordbögge nur magere drei über dem Strich. Die resultieren aus der Spielwertung des 0:6 bei Herringen II, bei dem der SVF einen nicht-spielberechtigten Spieler einsetze. Das Problem der zweiten Mannschaft des VfK hängt eng mit dem der ersten zusammen. Denn eigentlich hatte Coach Christian Wache seinen schmalen Kader aus dem Vorjahr verbreitert und hätte nach dem drittletzten Platz diesmal wohl eine gute Rolle gespielt. Doch neben Wache mussten auch zahlreiche andere Spieler der Reserve das Loch im Kader des A-Liga-Teams füllen. Olaf Römer übernahm die Trainerrolle und half sich mit Akteuren der Dritten aus, die schon in der Kreisliga C wenig Bäume ausgerissen hatten. 77 Gegentore der Nordbögger (4,5 im Schnitt) lassen an der Liga-Tauglichkeit zweifeln. Besserung könnte aber durch die Kaderverbreiterung bei der ersten Mannschaften eintreten, die Spieler zurück in die Reserve spülen würde.

Noch desolater ist die Lage bei der IG. Den nachträglichen Aufsteiger verließen im Sommer mehrere Leistungsträger, das restliche Team ist nie in der Liga angekommen. Über fünf Gegentreffer pro Spiel bei nur 1,06 eigenen Toren lassen die vier geholten Punkte fast als Erfolg dastehen. Oft tritt Bönen nur mit zwölf Leuten an. Auch in der Fairplay-Tabelle ist die IG mit sechs Platzverweisen, die teilweise Ausdruck der Überforderung sind, Letzter. Nicht wenige denken am Schulzentrum, dass man besser nicht aufgestiegen wäre. Bei fünf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer besteht aber immerhin noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. - bob

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