Beim RSV ist der „Knoten geplatzt“

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Im Spitzenspiel gegen Soest traf RSV-Kreisläufer Jan Weber sechsmal in Schwarze.

Bönen - Mike Rothenpieler hatte schon im Vorfeld die Euphorie gedrückt. „Die Meisterschaft entscheidet sich nicht am Sonntag“, hatte der Trainer des RSV Altenbögge vor dem Spitzenspiel in der Handball-Reserve gegen die Reserve des Soester TV gesagt. Seine Meinung wird sich nach dem 34:23-Erfolg wohl kaum geändert haben. Die Leistung, die die Bönener zeigten, lädt aber zum Träumen ein.

„Viel mehr geht ja nicht. Das war in den beiden Spielen schon nicht schlecht“, bezieht Kreisläufer Jan Weber den 35:26-Sieg gegen Wickede mit ein: „Wir haben hinten kaum Fehler gemacht und unsere Chancen eigentlich fast alle genutzt.“ Die Altenbögger zogen dem vormaligen Tabellenzweiten mit einer konsequenten Deckung den Zahn, wie auch Soests Trainer Jan Stoppelkamp anerkannte. „Wir haben das Spiel in der Abwehr gewonnen. Dann ist das auch viel einfacher vorne, wenn man hinten gut steht“, erklärt Weber den deutlichen Erfolg gegen den Konkurrenten.

Sicher war der STV stark ersatzgeschwächt, doch die Bönener riefen passenderweise im Spitzenspiel die bislang beste Saisonleistung ab, nachdem sie zuvor zweimal in Beckum (Meisterschaft und Pokal) spielerisch enttäuscht hatten. „Da sind wir zu halbherzig rangegangen“, so Weber. Auch als Soest im zweiten Durchgang immer offensiver deckte – bis hin zu offenen Manndeckung – zeigte sich der RSV im Gegensatz zu vielen anderen Begegnungen zuvor nicht beeindruckt. „Wir haben diesmal schlauer gespielt und die Bewegung war gut. Es war sortiert, es ist nicht jeder blind losgelaufen“, sieht der Kreisläufer eine Weiterentwicklung seiner Mannschaft.

„Ich denke, dass war ein Durchbruch. Der Knoten ist geplatzt“, glaubt der Neuzugang, dass der Integrationsprozess der vielen Neuen in Altenbögge langsam abgeschlossen ist. Das Team trete jetzt als Mannschaft auf und rufe auch das Potenzial ab, das in ihm stecke. „Wir haben gesehen, dass wir jeden Gegner ernst nehmen müssen. Das fängt beim Warmmachen an, das richtig Bock macht.“ Weber selbst, der zuletzt nur in den Spielen mitwirkte, steigt nach überstandenem Snydesmoseband-Teilriss nun wieder voll ins Training ein.

Zwei Punkte liegt der RSV derzeit in der Tabelle vor dem ersten Verfolger, dem VfL Brambauer. Allerdings ist weiter alles eng zusammen, weil sich derzeit kaum einmal eines der Spitzenteams einen Ausrutscher leistet. Wickede hat als Fünfter lediglich drei Punkte Rückstand. Aber so lange der RSV die Spitzenspiele so souverän bestreitet wie zuletzt, müssen sich die Kontrahenten mächtig strecken, um die kleine Lücke zu den Altenböggern wieder zu schließen.

Bis zur Weihnachtspause und dem Hinrundenende stehen noch die Partien am Sonntag in Oberaden und eine Woche später gegen Overberge an. Zwei Mittelfeldteams. Weber, der wie Bruder Timo aus Oberaden kommt („Das wird ein schönes Spiel“), rechnet nicht damit, dass die Erfolgsserie des RSV von sechs Siegen in Folge bis zum Jahresende noch reißt. „Wenn wir unsere Leistung wieder abrufen, dürfte nichts anbrennen.“ Dann könnten sich die Altenbögger die Tabelle ausschneiden und an den Weihnachtsbaum hängen, wie es so schön heißt. „Das sollte unsere Ziel sein, meint der Kreisläufer optimistisch.“

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