Tennis während der Coronavirus-Krise

Sorgenfalten bei Tennisverein durch Corona: "Bis in den Herbst darf es nicht gehen"

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Der Wassersprenger zur Intakthaltung des Bönener Tennisplatzes ist auch während der Spielpause im Einsatz.

Unbespielt und leer ist die Anlage des Tennisvereins Rot-Weiß Bönen in diesen Tagen. Dabei ist die Spielfläche in einer bestechlichen Verfassung. Während die Platzwärter darüber grübeln, wann wieder Tennis gespielt wird, machen sich andere im Verein ernsthafte Sorgen.

Bönen – Blauer Himmel, Sonnenschein, angenehme Temperaturen. Dieses Wochenende wäre eins, um Tennis zu spielen. Der April ist beim Tennisverein Rot-Weiß Bönen normalerweise der Monat der Vorbereitung auf die Saison, die im Mai starten sollte. Der Ostersamstag ist der Termin des Doppel-Moppel-Turniers zum Saisonauftakt.

Normal ist aber momentan nichts. Die Spielzeit der Ligen im Westdeutschen Tennisverband ist zunächst bis zum 7. Juni ausgesetzt. In Bönen sagt zudem die Allgemeinverfügung des Bürgermeisters aus, dass alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen bis zum 4. Mai, untersagt sind. Also auch die auf Asche am Südfeld.

Desinfiziert werden, sollen die Hände. Darauf wies dieses Schild noch eindringlich hin, ehe der Spielbetrieb im Tennis zu stocken begann.

„Dabei könnte man doch Tennis spielen, die beiden Spieler stehen weit genug auseinander“, sagt Platzwart Harry Vogt. Er und Kollege Edward Romanski wässern und walzen die Anlage samstags, so auch an diesem. Der Platz ist pikkobello in Schuss, lädt ein zum Spielen. „Deswegen hänge ich auch die Netze noch nicht“, sagt Vogt.

„Unsere Mitglieder brennen darauf, auf den Platz zu gehen“, bestätigt Vereinsvorsitzender Frank Stefank. „Aber auch wenn die Spieler weit auseinander stehen und in den unteren Ligen kaum Zuschauer da sind.“ Über den Spielball hätten sie ja doch Kontakt. Mögliche Folgen wolle man nicht verantworten, ganz abgesehen vom Verbot.

Je nach Dauer entstehen Probleme

„Aktuell sieht es noch gut aus“, meint Kerstin Schöneberg-Stefank. Die Jugendwartin des Vereins schränkt aber ein, dass es je nach Dauer Schwierigkeiten geben könnte. „Bis in den Herbst hinein darf es nicht gehen“, sagt Schöneberg-Stefank auch mit Blick auf die Vereinswirte. Boogie und Meinold Dittrich würden vom Verein finanziell unterstützt. Die beiden versuchen sich zudem mit einem Außer-Haus-Verkauf über Wasser zu halten. „Sie identifizieren und setzen sich auch für den Verein ein“, erklärt die Jugendwartin. „Sie haben die Anlage im Blick, wässern zum Beispiel unter der Woche.“

Solidarisch seien momentan die Mitglieder. Von Austrittsgedanken hat das Vorstandsehepaar des Tennisvereins noch nichts gehört. „Aber die Mitgliedsbeiträge für das zweite Halbjahr sind im Juli fällig – dann werden wir sehen“, erklärt Schöneberg Stefank. „Und wenn dann immer noch Sportstop ist, müssen wir schauen.“

Trostlose Leere auf der Anlage des TV RW Bönen.

In der Verschiebung der Saison, zunächst bis zum 8. Juli, sieht Frank Stefank kein Problem für seinen Verein. „Wir haben genug Kapazitäten auf der Anlage.“ Der TV RW hat für den Sommer insgesamt 23 Mannschaften gemeldet. Darunter sind neun Jugendmannschaften.

Bönener Tennislehrer von Coronavirus-Krise betroffen

Tennislehrer Peter Haukamp ist jemand, den die Krise jetzt schon trifft. Vom Werner TC, einem anderen Verein, bei dem er aktiv ist, bezieht er noch Honorar, da die Eltern dort weiter zahlen. „Aber dort gebe ich ja nur sieben Stunden“, so Haukamp. In Bönen bedeutet kein Training, kein Honorar.

Momentan bringe er das Haus auf Vordermann, sitze im Strandkorb und gehe mit Frau und Hund spazieren. „Ein Workout für die Schüler habe ich nicht ausgearbeitet“, sagt er mit Blick auf die Saison, „aber ich erstelle den Plan für den Sommer. Ich sitze im Startloch. Und ich hoffe auf baldige Platzfreigabe.“ Er ist auch der Meinung, dass Tennis wegen des Abstands zueinander möglich wäre. „Zumindest das Einzeltraining. Mal gucken, wenn die Schulen wieder aufmachen, was dann dort möglich ist.“ Haukamp betreut Tennis-AGs.

„Ansonsten stehe ich voll hinter den Maßnahmen, auch solch strikten. Die Entscheidung auszusetzen, war absolut richtig. Da müssen wir durch. Die Gesundheit ist schließlich das Wichtigste.“ Die Kinder und Jugendlichen würden ja auch vereinzelt am Ball bleiben, wenn auch nicht auf dem Platz. „Ich hab schon Videos gesehen, wo ein Schüler mit seinem Papa in der Einfahrt spielt. Und die Substanz ist ja bei allen vorhanden“, sieht Haukamp keinen großen Leistungsverlust beim Nachwuchs durch die Zwangspause.

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