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So gehen Bönens Sportvereine mit den neuesten Corona-Vorschriften um

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Von: Carola Schiller

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Eine Pferdelänge Abstand gilt beim RFV Nordbögge-Lerche, wie Reitlehrerin Margitta Drolshage mit Alicia Schürmann und Polyfly (links) sowie Marielle Menken und Prinzessa demonstriert.
Eine Pferdelänge Abstand gilt beim RFV Nordbögge-Lerche, wie Reitlehrerin Margitta Drolshage mit Alicia Schürmann und Polyfly (links) sowie Marielle Menken und Prinzessa demonstriert. © Carola Schiller

Seit dem 28. Dezember gelten in NRW für Sportler im Innenbereich verschärfte Regeln. Zusätzlich zum Geimpft- oder Genesen-Status müssen die Nutzer der Sporthallen einen negativen Schnelltest vorweisen.

Bönen - Das stellt die Vereine erneut vor Herausforderungen, die nicht immer auf Gegenliebe stoßen.

Rot-Weiß Bönen

Beim Tennisverein macht sich der organisatorische Aufwand bemerkbar. Zwar gilt auch hier trotz reichlich Platz die 2Gplus-Regelung, die kann aber unmöglich in den Öffnungszeiten in der Halle zwischen 7 und 23 Uhr durchgehend überwacht werden. Frank Stefank, 1. Vorsitzender des Vereins mit etwa 300 Mitgliedern, setzt vor allem auf das Verantwortungsbewusstsein der Spieler, wenn kein Trainer oder Vorstandsmitglied anwesend ist, der das Vorliegen eines Tests kontrolliert. Jetzt in den Ferien sei es ohnehin nicht so voll. Trotzdem steht der Sport nicht still und auch die Mannschaftsspiele im kommenden Jahr sollen stattfinden.

TuS Bönen

Bei der TuS Bönen sieht Uwe Manz die neuen Regeln gelassen. Immerhin dürfen die Trainer weiterhin unter 3G-Bedingungen arbeiten. Für die Teilnehmer von Kursen oder Mannschaftsmitglieder beim Ballsport gilt die tagesaktuelle Testpflicht. Trotzdem sind die Kurse des 1500 Mitglieder starken Vereins gut gebucht. Manz geht davon aus, dass der Verein bei der Planung flexibel bleiben muss. „Wir müssen von Tag zu Tag schauen, was kommt.“

TVG Flierich-Lenningsen

470 Mitglieder zählt der der TVG, der in diesen Tagen seine Übungsleiter anhält, die Kursteilnehmer zu kontaktieren und die Testbereitschaft abzufragen. Schon beim letzten Lockdown hatte der Verein seine Fitnesskurse online angeboten. Das sei auch dieses Mal denkbar, so der 2. Vorsitzende Sebastian Schlieper. Bei Präsenzkursen müssen die Übungsleiter dann neben dem ohnehin schon dokumentierten Impfstatus auch die Schnelltests der Teilnehmer überprüfen. „Die werden dann von den Abteilungsleitern und die wiederum von der Geschäftsleitung geprüft.“ Bei aller Bereitschaft, die neuen Regeln umzusetzen, Unverständnis bleibt bei Schlieper dennoch. Bei nur zehn bis zwölf voll geimpften Teilnehmern pro Halle müsse man sich schon fragen, ob es nicht auch anders gehen würde.

Lauffreunde Bönen

Betroffen von der Regelverschärfung sind auch die Lauffreunde mit insgesamt 443 Mitgliedern. Gelaufen wird zwar draußen, für das körperstabilisierende Zirkeltraining nutzt der Verein aber die MCG-Halle. Im vergangenen Jahr haben sich die Teilnehmer, solange es erlaubt war, am Zechenturm getroffen. Jetzt stehen sie erneut unter freiem Himmel, bei Wind und Wetter. Für den Verein ist es selbstverständlich, das Training nur im erlaubten Rahmen anzubieten, so Geschäftsführerin Birte Gillmann. Inzwischen sei das aber eine echte Herausforderung geworden. Für die Läufer geht es nämlich nicht nur um den Sport, sondern auch um die Gemeinschaft, durch die Mitglieder motiviert werden, „am Ball zu bleiben“, so Gillmann. Sie befürchtet, dass nur wenige Mitglieder das Zirkeltraining weiter nutzen werden. Das sei vor allem dem Wetter und der Dunkelheit geschuldet.

RFV Nordbögge-Lerche

Dirk Lambardt ist der 2. Vorsitzende des RFV Nordbögge-Lerche und verliert so langsam das Verständnis für die Maßnahmen. Der Verein war bereits während des viermonatigen Lockdowns hart getroffen und habe sich an wirklich alle Regeln gehalten. Sehr dankbar ist Lambardt den Eltern der Reitkinder, die ihre Beiträge weitergezahlt haben, obwohl auf den vier vereinseigenen Ponys und Pferden kein Unterricht stattfinden durfte. Jetzt ist der Verein in der für die Verantwortlichen schwer nachvollziehbaren Situation, dass die Reiter in der Halle getestet reiten dürfen. Die sei sehr gut belüftet und biete ausreichend Platz, so Geschäftsführerin Dajana Plaaß-Birwe, die die Verordnung in dieser Härte nicht nachvollziehen kann. „Auf 20 x 60 Metern sind da vielleicht vier Reiter.“ Nahezu alle Mitglieder seien durchgeimpft, dafür hatte der Verein sogar Hilfe bei der Terminierung geleistet. Außerdem gelte im Reitsport der Grundsatz „eine Pferdelänge Abstand“. Schon aus Sicherheitsgründen kämen sich die Reiter beim Sport deshalb nicht zu nahe. Für die Pferdebesitzer, die ihre Tiere täglich bewegen müssen, bedeutet es dennoch, wer nicht täglich bei Wind, Sturm und Dunkelheit unter freiem Himmel reiten will, muss jedes Mal einen negativen Test vorlegen, selbst wenn er allein in der Reithalle ist, wie das in den Randzeiten oft der Fall sei.

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