VfK gehen langsam die Mitkonkurrenten aus

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Stürmer Daniel Möller (links im Duell mit Mertlan Akkaya) wird den Nordböggern in den kommenden Wochen wegen seiner roten Karte im Derby fehlen.

Bönen - Jürgen Serr ärgerte sich maßlos: An der Eckfahne fabrizierten zwei seiner Spieler in der 63. Minute des Derby bei der IG Bönen einen Freistoß gegen den in die Enge getriebenen Ramazan Dincer. Völlig unnötig aus Sicht des Trainers des VfK Nordbögge. Dincer beförderte den Ball in aller Ruhe in den Strafraum, wo Mertlan Akkaya frei zum 2:1 einköpfte. Am Ende verließ Nordbögge als Verlierer den Platz und bleibt Letzter in der Fußball-Kreisliga A1.

Es war eine entscheidende Szene im Duell der beiden Lokalrivalen, die in sehr großer bis großer Abstiegsgefahr stecken. Bönen war zwar die bessere Mannschaft, hatte aber bislang aus dem Spiel nicht getroffen. Schon der Ausgleich nach dem frühen 0:1 durch Jonas Wiggermann (4.) zum 1:1 war nach einem Freistoß von Evren Karka gefallen (38.). Nach dem zweiten Treffer bekam die IG endgültig Oberwasser, hätte Nordbögge zwischenzeitlich sogar abschießen können. Dafür vergaben die Gastgeber allerdings wie in den meisten Saisonspielen zuvor zu viele Großchancen.

Serr jedenfalls war bedient. Seine Mannschaft hatte schon nicht gut gespielt, weil sie gegen die quirligen IG-Angreifer wie Dincer oder Ismail Oturak nicht in die Zweikämpfe kamen. Dazu wählten sie auf dem durchnässten Ascheplatz am Schulzentrum das falsche Mittel, setzten im Mittelfeld auf ein Passspiel, das auf dem matschigen Geläuf nahezu unmöglich war. Die Bälle blieben entweder in einer Pfütze hängen oder flitschten beim Aufticken weg. Eine leichte Beute für die Bönener, die so die Angriffsversuche des VfK schon kurz nach der Mittellinie abfingen.

Auch kämpferisch bot die IG einfach mehr, auch wenn Serr genau diesen Einsatz im Vorfeld gefordert hatte und das 0:0 im Derby gegen die SpVg als Vorbild genannt hatte. Auch die frühe Führung spielte Nordbögge am Schulzentrum nicht in die Karten, das Team verharrt daher mit vier Punkten weiter am Tabellenende. Und dort wird die Konkurrenz geringer. Neben der IG, die mittlerweile elf Zähler gesammelt hat, landete die Reserve des TuS Germania Lohauserholz zwei Siege in Folge und hat nun neun Punkte auf dem Konto.

In Reichweite des VfK bleiben damit bis zur Winterpause noch der TSC Hamm II (8), der Hammer SC (6) und der TuS 59 Hamm (4). Gegen die beiden letzteren Teams treten die Nordbögger im Dezember an. Da sind Punkte Pflicht, wenn die Serr-Elf nicht mit Rückstand in die zweite Serie starten will.

Die IG will dagegen die kommenden vier Partien nutzen, um sich bis zum Ende der Hinrunde vom Tabellenkeller zu distanzieren. Ein Sieg am Samstag gegen die TSC-Reserve wäre da Gold wert. „Wir wollen bis zur Winterpause ins gesicherte Mittelfeld kommen“, sagte Co-Trainer Evren Karka nach dem Erfolg im Derby. Das Restprogramm gibt das durchaus her. Mit Rünthe, Herringen und Stockum treffen die Bönener noch auf drei Mannschaften, die direkt über ihnen stehen. Mit der kämpferischen Leistung aus diesem Derby sollte da Zählbares möglich sein.

Allerdings plagen die IG ständig Personalprobleme. Torwart Emre Tuczugolu fehlt seit Wochen. Ein Ersatz ist nicht vorhanden – auch nicht in der zweiten Mannschaft. So stand nach Ayhan Sezer mit Sherif Karahan wieder ein Feldspieler im Tor. Am Sonntag waren zudem mit Ibrahim Yörük sowie Florian und Daniel Bednarek drei Spieler nicht vor Ort. Der ohnehin dezimierte IG-Kader wird immer kleiner. - bob

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