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Der Ball überzeugt nicht

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Von: Boris Baur

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Hier klebt der Ball an der Hand von Sebastian Fröhling. © Markus Liesegang

Bönen - Das Gastspiel des Handball-Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen in Bönen verlief vor 310 Zuschauern reibungslos. „Der Event“, so der 1. Vorsitzende des RSV Altenbögge, Karsten Schilling, habe sich für den Verein gelohnt. Der notgedrungene Umzug in die Goethehalle – in der MCG-Halle wird der Boden saniert – hat problemlos geklappt, von der Ausstattung vor Ort waren die „Gäste“ begeistert. „Es war schön in so einer Halle zu spielen“, meinte beispielsweise Timo Weber zu dem weitläufigen Spielfeld. Nur eine Sache bestand den Test nicht: der Ball.

Da in der Goethehalle nicht geharzt werden darf, der Zweitligist aber nicht ohne klebende Bälle antreten wollte, griff der RSV in der Partie gegen Nordhorn erstmals auf selbsthaftende Spielgeräte zurück. Die Sportler näherten sich dem Unbekannten neugierig, zeigten sich aber bald enttäuscht. Die gelbe Kugel blieb frisch ausgepackt an der Hand hängen, ohne dabei Rückstand an den Fingern oder Boden zu hinterlassen – doch dieser Effekt hörte schnell auf. „Handball ohne Harz hat keine Zukunft“, meinte HSG-Trainer Heiner Bülting nach der Partie drastisch. Sein neuer Schützling Julian Possehl, der vom ASV Hamm-Westfalen nach Nordhorn gewechselt ist, urteilte etwas salomonischer: „Ich bin nicht so begeistert von den Bällen. Für Profisportler ist das sicher nichts, aber für den Amateursport vielleicht, wo in vielen Hallen nicht geharzt werden darf.“ Doch die RSV-Akteure waren auch nicht zufrieden: „Das ist noch nicht ausgereift“, meinte Sebastian Fröhling.

Das Problem ist die nachlassende Haftung. Schnell setzt sich Staub vom Hallenboden an der Oberfläche ab. Werden dazu die Hände vom Schweiß feucht, wird es noch schlimmer. „Dann ist ein griffiger Ball ohne Harz sogar noch besser“, so Fröhling. Im Grunde müsste alle paar Minute eine neue Kugel ins Spiel gebracht werden, damit es keine Beeinträchtigung gibt.

Am Donnerstag kam die dritte Generation des sogenannten „Maxi Grip“ der Firma Select zum Einsatz. Die Altenbögger hatten im Vorfeld überlegt, ob sie den Ball auch für den normalen Betrieb anschaffen sollen. „Das war der finale Belastungstest“, meinte der RSV-Medienbeauftragte Dustin Wollek: „Stand jetzt wurde er nicht bestanden.“ Dass zudem mindestens drei Bälle ausgetauscht werden mussten, zeigt, dass diese noch nicht ausgereift sind.

Am Samstag bestreitet der RSV ab 15.30 Uhr ein Blitzturnier beim TV Friesen Telgte. Neben dem gastgebenden Landesligisten ist auch der TV Emsdetten II aus der Verbandsliga im Münsterland zu Gast.

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