Scheibke sorgt für mühsamen Derbysieg der SpVg

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Nordbögges Kevin Garske (vorne) störte immer wieder die Angriffsversuche der SpVg Bönen um Cengiz Güner.

Bönen -  Erster gegen Letzter, an sich eine klare Angelegenheit: Doch wenn es sich um ein Derby handelt, zählen solche Sachen nicht. Davon zeugte auch das Lokalduell in der Fußball-Kreisliga A1 zwischen dem VfK Nordbögge und der SpVg Bönen am Ostermontag an der Feuerwache, in dem der haushoch favorisierte Gast nur knapp mit 2:1 (1:0) die Oberhand behielt.

„Das war wie erwartet schwierig“, musste SpVg-Trainer Hendrik Dördelmann nach dem Schlusspfiff erst einmal durchatmen. „Wir haben uns aber das Leben selber schwer gemacht, haben den Ball schlecht laufen lassen und viel zu ungeduldig gspielt.“ Sein Gegenüber auf Nordbögger Seite Sven Kaczor lobte zuallererst seine Schützlinge: „Kompliment an meine Mannschaft, das war genau das, was ich mir vorstelle: Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft.“

Bönener Derbytag mit Gewitter an der Feuerwache

Dennoch war der Sieg des Spitzenreiters verdient. Doch die Bönener musste lange um den Erfolg bangen und wären nach dem 0:0 im Hinspiel beinahe die einzige Mannschaft der Liga gewesen, die nicht wenigstens einmal den VfK geschlagen hätte. Erst in der 76. Minute sorgte der eingewechselte Kevin Scheibke für den Dreier mit einem Flachschuss aus 15 Metern nach einer abgewehrten Flanke.

Bönen war die Nervosität anzumerken. Nachdem der erste Anfangsschwung mit nur einer Chance im Sande verlaufen war – Kevin Garske hatte am langen Pfosten gegen Tobias Wittwer geklärt (4.) – bestimmten eher Stockfehler und Fehlpässe eine insgesamt schwache Partie. Letztlich half ein Nordbögger den Gästen, denn Sascha Frey köpfte eine Flanke unbedrängt an Andre Juraschuk vorbei ins eigene Netz (16.). Juraschuk vertrat im VfK-Tor Robin Wittenborn, der sich nicht wohl fühlte.

Sascha Frey ist nach seinem Eigentor konsterniert.

Viel Sicherheit brachte das Tor den Bönenern nicht. Ein Abschluss von Arif Suludere (19.) sowie Yannic Weißenberg, der nach einem Missverständnis zwischen Frey und Juraschuk am Tor vorbeizielte (32.). waren alles, was die SpVg bis zur Halbzeitpause an Gefahr heraufbeschwor. Das erste Mal beorderte der Schiedsrichter die Mannschaften aber schon nach 26 Minuten in die Kabine, weil ein Hagel-Gewitter über Nordbögge zog. Als es nach zehnminütiger Unterbrechung weiterging, war der Spielfluss endgültig dahin.

Nach dem Wechsel tat sich Bönen weiter schwer. Suludere brachte den Ball im Fünf-Meter-Raum gegen Frey und Steffen Serr nicht im Tor unter (50.). Zwei Minuten später dann der Schock für den Favoriten. Von Sven Koslowski freigespielt zog Justin Seepe aus 20 Metern unhaltbar zum 1:1 ab (52.). Eike Hoffmann hätte die Partie sogar drehen können, verfehlte aber in der 58. Minute sein Ziel.

Die Nordbögger feiern Justin Seppe (Mitte) der zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf.

Die SpVg benötigte zehn Minuten, um sich von dem Ausgleich zu erholen. Dann drängte der Gast auf das Siegtor. „Wir hatten drei Spieler, die schon 90 Minuten in der Zweiten gespielt haben. Bönen konnte noch nachlegen, wir nicht mehr“, meinte Kaczor. Doch die SpVg ging fahrlässig mit den sich nun bietenden Möglichkeiten um. Omar Hussein freistehend (67., 71.) sowie Jörn Holtmann per Kopf (73.) ließen große Gelegenheiten liegen, bevor Scheibke sein Team erlöste (76.). Nordbögge ging anschließend volles Risiko, brachte Bönen aber nicht in Gefahr. Im Gegenteil, schlampig ausgespielte Konter und ein starker Juraschuk ließen die SpVg lange zittern. „Das war eine eklatante Chancenauswertung. Aber am Ende zählen die drei Punkte“, so Dördelmann. - bob

VfK: A. Juraschuk – Frey, Serr (57. Schelte), Özgüc (46. F. Bennemann) – Garske, Hoffmann – D. Bednarek (31. Celik), Wiggermann, Seepe – Koslowski

SpVg: Heller – M. Öncül, Schneck, Holtmann, A. Öncül – Kempe (57. Hussein), Güner (88. Dördelmann) – Weißenberg, Korkmaz, Wittwer – Suludere (65. Scheibke)

Tore: 0:1 Frey (Eigentor/16.), 1:1 Seepe (52.), 1:2 Scheibke (76.)

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