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Scharfe Kritik an fehlender Kommunikation

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Von: Markus Liesegang

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Kein Blatt vor den Mund nahmen die Teilnehmer des Sportdialogs im Vereinsheim des VfK Nordbögge.
Kein Blatt vor den Mund nahmen die Teilnehmer des Sportdialogs im Vereinsheim des VfK Nordbögge. © Liesegang

Beim SPD-Dialog gerät die Bönener Verwaltung ins Kreuzfeuer der Kritik. Viele Teilnehmer beklagen bezüglich eines geregelten Sportbetriebs den fehlenden Informationsfluss.

Bönen – Zum Dialog lud die Bönener SPD am Montagabend ins Vereinsheim des VfK Nordbögge. Das miteinander reden wurde anschließend auch zum Kern der Diskussion. Einhellig beklagten die Ratsfraktion der Bönener Nichtregierungspartei sowie die Vertreter der anwesenden Vereine die Kommunikation mit der Gemeindeverwaltung, oder besser: den offensichtlich nicht vorhandenen Informationsfluss, Belange eines geregelten Sportbetriebs betreffend.

„Hat man mit euch geredet?“, fragte SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Lampersbach provokant in die Runde, „mit uns nämlich nicht.“ Die Fraktion sehe sich als Bittsteller in Sachen Energiesparen in Sporthallen.

Energieeinsparung im Blickpunkt

Zur Erinnerung: „Es ist aber klar, dass der Energieeinsparprozess nur gemeinsam mit den jeweiligen Beteiligten gelingen kann“, hatte Fachbereichsleiter Robert Eisler vor der letzten Gemeinderatssitzung am 20. Oktober geäußert. Warmwasserbereitung in den Ferienzeiten war dort unter anderem Thema. „Wir haben uns wie gewünscht gemeldet, da wir die Halle in den Herbstferien nutzen wollten“, blickte Jens Topel, Vorsitzender der Tischtennisfreunde zurück. Eine Antwort der Verwaltung habe der Verein nicht erhalten, die Pestallozzi-Halle aber dennoch genutzt. „Wie kann ich so künftig Trainingszeiten planen?“, fragte er mit Blick auf fehlende Vorgaben und die kommenden Ferienzeiten.

Gedanken um die Einsparung von Strom und Gas haben sich offensichtlich alle gemacht. Während die Bönener Gemeindeverwaltung einen angeblich 40-seitigen Maßnahmen-Katalog erstellte, arbeiteten die betroffenen Vereine konkret mit Blick auf ihre Spielstätte. „Uns hat man gesagt, dass die Umrüstung auf LED-Beleuchtung auf dem Schießstand in der Goethehalle nicht möglich wäre“, machte Dirk Brandt vom Schützenverein Nordbögge das nächste Fass auf. Er habe sich erkundigt, dass bei einer Investition von 2000 Euro ohne Arbeitslohn im Jahr mindestens 900 Euro eingespart werden könnten.

„Ich bin zwar aus dem anderen politischen Lager, aber wie ihr wisst, mit der Arbeit der Verwaltung ebenfalls oft unzufrieden“, erklärte Christian Lein. „Aber es hieß, wir müssen sparen, da wurden dann eben im Rathaus Ideen zusammengetragen“, so das Ratsmitglied der Bürgergemeinschaft Bönen. „Aber der Dialog mit den Fachbereichen ist scheiße“, fand er dennoch deutliche Worte.

Neue Pläne zur Sportanlage am Zechenturm

Informationen würden nur über andere Kanäle als die offiziellen fließen, machte SPD-Ratsherr Thomas Köster deutlich. Er verriet im Voraus neue Pläne zur Sportanlage am Zechenturm. „Ihr solltet euch auf einen Kunstrasen und einen Rasenplatz einstellen“, spielte er gegenüber dem Vorstand der SpVg Bönen auf eine von der Gemeinde geplante Besprechung am kommenden Dienstag an. Die Ausschreibung sei durch. „Das Vereinsheim plant wohl ein Herr Busse“, ergänzte der Politiker.

„Warum sind wir zu dieser Besprechung nicht eingeladen“, mokierte sogleich Vorsitzender Jochen von Glahn. Seine Lauffreunde wünschten sich einen kleinen Raum im Vereinsheim, um zum Beispiel Technik dort unterbringen zu können. Das sei der Verwaltung bekannt. „Sind wir eigentlich ausschließlich Kostenerzeuger“, fragte angesichts der fehlenden Kommunikation und Wertschätzung von Glahns Vorstandskollegin Birte Gillmann. In den Sportvereinen seien schließlich immer noch 5000 der 18 000 Bönener Mitglied, betonte Gemeindesportverbandsvorsitzender Dirk Presch. Er wurde dann auch noch pathetisch, verwies auf die gesellschaftspolitische Bedeutung der Sportvereine. „Dort lernen die Kinder doch zuerst Demokratie kennen.“

Fester Ansprechpartner notwendig

„Wir sind ja nicht zu Unrecht stolz auf unsere Sportanlagen, die sind ja eigentlich gut in Schuss, aber wir befürchten einen Investitionsstau“, gab sich Lampersbach zum Ende etwas versöhnlich. Es sei nur dringend von Nöten, dass die Vereine einen festen Ansprechpartner bekommen würden. Den wird es wohl künftig geben. Ein neuer Mitarbeiter namens Thomas Düllberg werde sich ausschließlich um die Sportanlagen kümmern, sagt der Flurfunk im Rathaus. Das sei auch noch dringender, da Heike Hartl, die die Anliegen lobenswert, aber quasi im Nebenjob, erledige, im März 2023 in den Ruhestand gehe.

Positiv ist die Einladung zum Dialog vor allem für die SPD. Das Format kommt bei den Vereinen offensichtlich an. Das Vereinsheim des VfK war mit 40 Gästen gut gefüllt. Den nächsten Termin stellte Lampersbach gleich vor. Am 15. März 2023 findet der nächste Sport-Dialog bei der TuS Bönen statt.

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