Fußball

Als Fußballheldin nach Barcelona

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Ein Besuch des Nou Camp, dem Stadion des FC Barcelona gehörte natürlich zum Programm. 

Bönen – „Fußballheldin“ an sich ist schon ein sehr schöner Titel. Sanja Janzen, Juniorentrainerin des BSV Heeren und Spielerin beim TVG Flierich-Lenningsen, ist so eine. Die Auszeichnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für das Ehrenamt ist aber mehr als der Titel. Sie war für Janzen mit einer fünftägigen Bildungsreise nach Barcelona verbunden.

Es war schon ein gewaltiger Tross, der sich am 27. Mai in die Nähe der katalanischen Metropole aufmachte. Über 200 Teilnehmer, allesamt Fußballhelden aus den entsprechenden 272 Kreisen in ganz Deutschland, nahmen teil. Janzen wurde von ihrem Heimatverein vorgeschlagen und ist vom Kreis Unna/Hamm nominiert worden. Die Regisseurin der Fliericher Frauenmannschaft trainiert aktuell die B-Junioren des BSV. In Heeren ist sie seit 1994 als Mitglied aktiv, unter anderem schon als Jugendleiterin. Sie organisierte auch den Einhorncup, das internationale Turnier für Jugendmannschaften, mit.

„Es war absolut beeindruckend“, erzählt Janzen. Fortbildungen kennt die Grundschullehrerin. „Bei manchen fragt man sich schon, was das soll.“ In Barcelona sei das anders gewesen. „Wir haben dort megaviel Input bekommen“, sagt sie, „die Referenten waren durchweg sehr gut.“ Nicht nur die Prominenten wie Ex-Bundesligaschiedsrichter Knut Kircher. „Er hat einen unterhaltsamen Vortrag zum Thema ‘Freude am Entscheiden’ gehalten und zahlreiche Anekdoten aus seiner Bundesliga-Zeit erzählt“, sagt Janzen.

Die Fülle der Eindrücke war überwältigend

Die Bildungsreise begann für die Teilnehmer mit einem „Meet and Greet“ mit dem Ex-Trainer des FC Augsburg, Manuel Baum, und der Vorstellung der Referenten aus zahlreichen Landesverbänden. „Die Teilnehmer konnten sich ein Kursthema aussuchen, Gruppen wurden zusammengestellt, Fotos gemacht“, beschreibt Janzen. Die 31-Jährige wählte die B-Lizenzverlängerung. Den Schein selbst hat sie schon seit neun Jahren.

Der Lehrgang beinhaltete nicht nur klassische Fußballeinheiten, sondern auch Futsal und das so genannte Headis, Kopfball-Tischtennis. „Nee, das Turnier hab ich nicht mitgespielt“, erzählt Janzen, „an dem Abend war ich echt kaputt.“ Kein Wunder: Programmpunkt war Beachsoccer mit Nationaltrainer Matteo Marrucci. Die Fülle der Eindrücke sei zudem überwältigend gewesen. Die Kamenerin lernte zahlreiche neue Trainingsinhalte kennen. „Zum Beispiel Übungen, die helfen, während des Spiel schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Janzen freut sich schon auf die kommenden Übungseinheiten mit der BSV-Jugend, in denen sie das Gelernte gleich umsetzen will. Entspannung gab es aber auch: Am Himmelfahrtstag war Sightseeing angesagt, unter anderem mit einem Besuch des Camp Nou, des Stadions des FC Barcelona.

Der Stellenwert des Ehrenamts wird betont

Zum Abschluss am Freitag stand ebenfalls erst Anstrengendes an. Futsal-Nationaltrainer Marcel Loosveld bat zum Spiel. Auch, wenn der Ausklang mit einer vom Flamenco begleiteten Feier im Restaurant folkloristisch-touristisch gestaltet war, nahm Janzen vor allem eins mit: „Die Offiziellen haben uns gegenüber immer wieder den Stellenwert des Ehrenamtes betont und uns für den Einsatz gedankt.“ Es sei ein ehrlicher Dank gewesen, nahm sie wahr. Bereichernd sei ferner der Austausch untereinander gewesen. „Die haben ja im Ehrenamt oft die gleichen Probleme wie man selbst“, sagt Janzen. „Außerdem konnte man Kontakte knüpfen und sich für zukünftige Turniere verabreden.“

Fazit: Eine lohnenswerte Bildungsreise. Vereine sollten ihre Fußballhelden unbedingt anmelden, meint Janzen: „Die Auszeichnung ist bei vielen Vereinen wohl nicht so bekannt.“

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