TuS-Ringer münzen Schwächen in Stärken um

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Lukas Korte (links) verlor in dieser Saison nur drei Kämpfe.

BÖNEN -  Nach dem letzten Kampftag waren in der Bönener Goethe-Halle überall zufriedene Gesichter bei den Ringern der TuS zu sehen. Obwohl die Verbandsliga-Saison noch eine Woche läuft, ist den Bönenern der vierte Platz nicht mehr zu nehmen. „Das hat uns am Anfang niemand zugetraut“, freute sich Kapitän Daniel Keim.

Nach nur zwei mageren Siegen im Jahr zuvor, startete das TuS-Team 2013 richtig durch. „Wir haben ja vorher sogar über einen Rückzug nachgedacht. Aber in dieser Saison haben wir es allen gezeigt“, meinte Keim. Und auch Trainer Ingo Manz war voll des Lobes für sein Team, das auch gegen die drei Top-Mannschaften mithielt: „Die Jungs waren spitze.“

Die Gründe für den Sprung nach vorne sind vielfältig. Insgesamt boten die Bönener einfach bessere Leistungen, vor allen Dingen in den vorherigen Problemzonen. So gelang ihnen in der 84-kg-Klasse im Vorjahr kein einziger Sieg. Diesmal zählten Tobias Falkenstein und Fabian Manz zu den stärksten Akteuren ihrer Klasse. Der aus Werries gekommene Falkenstein verlor nur drei Duelle in seinem Stammgewicht, Manz, der zuvor noch im 74 kg antrat, sogar nur zwei. „Ich hatte gedacht, wenn er fünf, sechs Kämpfe gewinnt, ist es gut“, sagt Ingo Manz zu Falkenbergs beeindruckender Debütsaison.

Die meisten Punkte für Bönen holte Karsten Wegner (55 kg). Nach zwei Auftaktniederlagen fand das TuS-Talent den richtigen Bezug zur Verbandsliga, unterlag erst am Sonntag wieder etwas unglücklich gegen den Ehrenfelder Rene Wenigmann, wo er allerdings eine Klasse höher antrat. „Das war phänomenal von Karsten“, meinte Ingo Manz.

Die beste Bilanz der TuS weist aber Lukas Korte auf, der seit September seine Gegner über die gesamte Matte jagte, spektakuläre Aktionen inklusive. Lediglich dem ungeschlagenen Kirchlinder Sven Stolzewski war er zweimal nicht gewachsen. Der TuS-Coach führt die Steigerung von Korte, der im Vorjahr aufgrund einer Verletzung nur drei Kämpfe bestritt, auf den Fleiß seines Schützlings zurück: „Vom Trainingseinsatz war das 1a.“

Probleme hatten die Bönener eigentlich nur im stark besetzten 60-kg-Bereich, wo Dennis Thiemann noch Lehrgeld zahlte, und in den schweren Gewichtsklassen. Da Jihad El-Cheickh Hassan oft aus privaten Gründen fehlte, musste die TuS improvisieren. Sebastian Strzalka und Fatih Karabulut, der zum Ende der Hinrunde sein Comeback feierte, machten ihre Sache gut, waren allerdings auch nicht immer mit dabei. Die Ausfälle gipfelten beim Auftritt in Witten II, wo keiner der drei anwesend war. „Da war ich stinksauer“, meinte Manz: „Aber danach hat es gefluppt.“ Einen Wermutstropfen sah der Trainer dennoch: „Wenn wir so gut ringen, hatten wir auf ein paar mehr Zuschauer gehofft“, meinte Manz zum Rückgang der Besucherzahlen in der Goethe-Halle.

Für die neue Saison stehen die Zeichen jedenfalls gut. Neuling Falkenstein hat sein Bleiben bereits signalisiert und ist gut in Bönen angekommen. „Er passt super in unsere Truppe“, so Manz. Verschiebungen könnte es, obwohl wohl alle weitermachen werden, vor allem im unteren Bereich geben. So ist fraglich, ob Wegner wieder jedes Mal sein Gewicht schafft. Er könnte Dennis Thiemann im 60 kg Konkurrenz machen. Manz spricht von einem schweren Sprung für Wegner und rechnet auch mit einer Steigerung von Thiemann: „Er hat jetzt schon einen richtigen Schub bekommen.“ Im Leichtgewicht stünde dann der jetzt schon sporadisch zum Einsatz gekommene Marc Hauke parat. „Er hat in der Zweiten schon gute Gegner geschlagen und hat ja noch ein Jahr Zeit.“

Wenigstens eine Saison sollen auch die Routiniers dranhängen. „Die Senioren brauchen wir auf jeden Fall noch ein Jahr“, sagt Manz. Ein Rückzug ist nach den Erfolgen nämlich mittlerweile vom Tisch. - bob

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