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„Saison ist ein Marathon“: SpVg-Zweite guckt nach Ausrutscher weiter nach oben

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Von: Boris Baur

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Als Ausrutscher bewertet Eyüp Senel die 1:5-Niederlage gegen den SSV Hamm im Heimspiel am Sonntag.
Als Ausrutscher bewertet Eyüp Senel die 1:5-Niederlage gegen den SSV Hamm im Heimspiel am Sonntag. © Bönen

Die Laune war im Keller, der Kampfgeist ist aber nicht erloschen. Mit der überraschenden und empfindlichen 1:5-Niederlage gegen den abstiegsbedrohten SSV Hamm ist die Siegesserie der SpVg Bönen II gerissen und hat sich der Abstand zur Spitze der Fußball-Kreisliga B1 vergrößert. Doch Eyüp Senel wertet die Partie als Ausrutscher und schaut weiter nach oben.

„Die Enttäuschung war schon groß“, sagt er mit einem Tag Abstand: „Aber das Spiel hat unsere Saison überhaupt nicht widergespiegelt. Bis dahin haben wir richtig gute, kompakte Leistungen gezeigt. Und wir haben immer noch mit die wenigsten Gegentore.“ Die SpVg-Zweite hat wie die IG Bönen II bislang 15 Treffer kassiert, der TuS 59 Hamm hat bei einer Partie mehr zwei Tore mehr auf dem Konto.

Senel erklärt das Debakel mit der besonderen Situation am Sonntag. Stammkeeper Eloy Hahne war krank, Patrick Heller, der die Woche davor eingesprungen war, im Urlaub. So fragten die Bönener, ob Jerome Lehnertz ins Tor gehen würde. Der hatte das in der Vorbereitung schon einmal gemacht, war seitdem allerdings nicht mehr im Training. Das sollte sich rächen. Bei drei der vier Gegentreffer im ersten Durchgang sah Lehnertz schlecht aus.

Nicht nur der Torwart war Schuld

Das brachte die SpVg entscheidend in Rückstand, zumal die Hammer zwar keine gute Mannschaft an den Rehbusch mitgebracht hatten, vorne allerdings mit Ümit Marankoz, Hasan Öztürk und Routinier Oliver Jahncke viel Qualität besaßen. „Wir hatten nicht die Sicherheit. Mit einem starken Torwart im Rücken hätte die Sache anders ausgesehen. Eine Woche vorher in Herringen hat uns Heller in kritischen Situationen im Spiel gehalten, weil er drei, vier Eins-gegen-Eins-Situationen pariert hat. Das war der Wendepunkt“, sagt Senel.

In Herringen gewann Bönen 4:0, gegen den SSV stand es am Ende 1:5. Wobei gerade in der Anfangsphase genügend Möglichkeiten vorhanden waren, um der Partie eine andere Richtung zu geben. „Wir hatten zwei, drei Chancen, die wir nicht verwerten. Dann kriegen wir das 0:1 und die Köpfe gehen runter. Wir haben wieder Chancen, kriegen das nächste Tor und die Meckerei fängt an“, beschreibt er die ersten zehn Minuten. Auch vor dem 0:3 (26.) sei Bönen drangewesen.

Deshalb will er dem Torwart auch nicht alleine die Schuld an der Niederlage geben. Zu der schlechten Ausbeute vor des Gegners Tor kamen andere Dinge. „Wir hätten ganz anders rangehen müssen. Wir waren nicht konzentriert genug in der Abwehr und haben auch nur mit einem Sechser gespielt. Das Gesamtpaket hat nicht gestimmt“, sah Senel einen insgesamt schlechten Auftritt seiner Mannschaft.

Senel macht die ausgeglichene Kreisliga B1 Spaß

„Wir müssen das Spiel abhaken“, betont der 24-Jährige. Wichtig sei es, die richtigen Lehren zu ziehen. Die Bönener waren zuvor auf einer Euphoriewelle geschwommen, hatten vier Begegnungen in Folge gewonnen, dabei 15:3 Tore erzielt. „Das Spiel hat uns gezeigt, kein Gegner ist zu unterschätzen“, sagt Senel: „Die Liga ist sehr ausgeglichen, aber das macht es echt geil.“

Der Allrounder, der im Mittelfeld und in der Abwehr vorrangig außen eingesetzt wird, hat schon längst auf den nächsten Spieltag geschaut: „Da spielen die Konkurrenten gegeneinander.“ Bei einem Spiel weniger hat die SpVg auf Tabellenführer TuS 59 derzeit fünf Punkte, auf den VfL Mark II als Zweitem drei Rückstand. Die Marker haben am Wochenende frei, der TuS 59 tritt beim Sechsten Yunus Emre an, der bislang die meisten Tore geschossen hat. Dazu treffen mit der SG Bockum-Hövel II und der IG-Zweiten der Vierte und der Dritte aufeinander. Die Rehbusch-Elf spielt am Sonntag beim TSC Hamm II. „Das wird ein schweres ekliges Spiel, aber wir wollen uns verbessern. Das ist unsere Gelegenheit aufzuschließen“, sagt Senel. „Die Saison ist ein Marathon. Da ist noch nichts gegessen“, gibt er sich kämpferisch.

Unglückliche Niederlagen gegen zwei Topteams

Dass seine Mannschaft stark genug ist, davon ist er überzeugt. Die Pleite gegen den SSV war die dritte Niederlage bislang. Die anderen beiden kamen unglücklich gegen den Spitzenreiter und im Derby gegen die IG zustande. Beim TuS 59 fielen die Tore zum 0:2 erst in der 86. Minute und in der Nachspielzeit. „Und da hatten wir große Personalnot“, so Senel. Gegen den Lokalrivalen geriet die SpVg durch zwei Thiemann-Freistöße in Rückstand. „Danach hat die IG unsere Taktik angewendet und kompakt gestanden. Da war es schwer“, sagt der 24-Jährige. Trotz einer langen Überzahl verlor sein Team mit 1:2. „Wir haben gezeigt, was wir können. Das kann diese Saison was werden.“

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