TuS-Ringer voll im Soll

Karsten Wegner war diese Saison Bönens erfolgreichster Ringer und wurde ligaweit Neunter. -  Foto: Thiemann

BÖNEN -  Am letzten Spieltag der Verbandsliga konnten sich die Ringer der TuS Bönen bequem zurücklehnen. Sie hatten am Wochenende frei und ihr Ziel bereits zuvor erreicht. Das Team belegt Rang vier und damit einen Platz in der oberen Tabellenhälfte.

„Wir haben unsere Leistung bestätigt, etwas holprig zwar, aber bestätigt“, ist Kapitän Daniel Keim mit der Wiederholung des Vorjahresergebnisses voll und ganz zufrieden. „Der vierte Platz war das Optium, das wir herausholen konnten“, betont er sogar. Denn die Mannschaften des Meisters TKSV Duisdorf, KSV Jahn Marten und der RG Annen/Heros Dortmund waren deutlich stärker besetzt.

Außerdem verlief die Saison nicht gerade optimal für die Bönener. Angefangen bei den Verletzungen von Sebastian Strzalka (Schulter) und Frederik Kosch (Ellbogen) bis hin zu den vielen Ausfällen durch Krankheit, Arbeit und Urlaub. Dazu kamen noch die weiten Auswärtsfahrten nach Aachen und Mülheim am Rhein sowie einige herausfordernde Freitagtermine. „Uns sind etliche Hürden im Weg gewesen“, erinnert Keim.

Bei der persönlichen Jahresbilanz gibt es viel Licht und ein bisschen Schatten. Zu den Gewinnern zählt sicherlich Leichtgewicht Marc Hauke. Der Nachwuchsmann bestritt seine erste komplette Saison in der Verbandsliga, brachte es gleich auf 9:6 Siege und belegte damit ligaweit Platz 26. „Er hat sich super entwickelt“, lobt Keim. Hauke ließ sich auch von drei deutlichen Auftaktniederlagen nicht aus der Ruhe bringen und steigerte sich zusehends. Obendrein kam es ihm entgegen, dass in der Rückrunde griechisch-römisch gerungen wurde.

Bester Bönener war in diesem Jahr Karsten Wegner. In der Gesamtwertung belegte er mit einer Bilanz von 13:2 den neunten Platz. „In den Kämpfen, die er hatte, hat er seine Gegner klar beherrscht. Er ist zurecht und verdient Vereinsmeister und hat eine Bombensaison gezeigt“, sagt Keim. Wegner glückte dabei fast problemlos der Sprung aus dem Leichtgewicht in den 66-kg-Bereich. Bei seinen fünf Kämpfen in der 61-kg-Klasse bliebt er sogar ohne Punktverlust.

Abstriche musste Lukas Korte mit diesmal 10:6 Siegen. Im Vorjahr noch mit 14:2 einer der besten Ringer der Liga, tat er sich mit dem Wechsel in die 86-kg-Klasse schwer. Erst zum Saisonende, und längst wieder in seinen gewohnten 75 kg, fand Korte zu seiner Topform und dominierte die Gegner wieder. „Er hat echt starke Leute besiegt, und hat sich auch in den Dienst der Mannschaft gestellt“, so Keim.

Auch Tobias Falkenstein (86 kg) konnte nicht ganz an seine starke Debütsaison im Bönener Trikot anknüpfen. Die Gegner haben sich besser auf den Stil des Werriesers eingestellt. Zudem fehlte er in drei Kämpfen urlaubsbedingt. Dennoch lässt sich die 8:4-Bilanz natürlich sehen. Geärgert haben Falkenstein seine beiden Schulterniederlage zum Hinrundenende. Immerhin hat er sich an Sezgin Cokuneren, Platz zwei der Bestenliste, revanchiert und dem Kirchlinder eine von zwei Niederlagen zugefügt.

Pechvogel der Saison war sicherlich Frederik Kosch. „Das war mit Abstand die stärkste Saison, die er gerungen hat“, sagt Keim zu den Leistungen des 66-kg-Manns. Dennoch kam er nur auf eine Bilanz von 8:6. Das lag vor allem an den unglücklichen Duellen mit David Mohammad. Im Hinkampf übersah der Ringrichter, dass Kosch den Dortmunder auf den Schultern gelegt hatte, der Bönener verlor 0:1. Im Rückkampf verletzte sich der TuS-Athlet, was trotz Führung zu einer weitere Niederlage führte. Am Saisonende stellte sich Kosch noch eimal für das Team auf die Matte und gab sofort auf.

Probleme hatte die TuS in dieser Saison in den beiden schwersten Gewichtsklassen. Jihad El-Cheickh Hassan zeigte zwar einmal mehr eine grundsolide Vorstellung mit 8:4 Siegen. Keim: „Eine konstante Leistung, so wie wir es von ihm in den vergangenen Jahren gewohnt sind.“ Doch die vier Male, die der Schwergewichtler fehlte, rissen ein Loch ins Team, weil eben auch Sebastian Strzalka nach vier Auftritten (2:2) verletzt ausfiel. Die Lücken konnte Fatih Karabulut (2:2) arbeitsbedingt nicht wie erwünscht schließen, so dass Bönen improvisieren musste.

In die Bresche sprang neben anderen, die sporadisch mitwirkten, hauptsächlich Marvin Manz, der den großen Sprung aus der zweiten Mannschaft mit Enthusiasmus anging und sieben Mal in der Verbandsliga in 86 und 98 kg antrat. Mit 1:6 liest sich seine Bilanz ernüchternd, doch Manz „ist mit seinen Kämpfen gewachsen“, so Keim. In Mülheim-Styrum wurde der Bönener zudem vom Schiedsrichter um einen sicheren Sieg gebracht.

Als Teamplayer erwies sich Dennis Thiemann (61 kg), der ohne einen Erfolg blieb. Dabei traf er oft auf „echte Brecher“, so Keim, gegen die er manchmal auch im Tausch mit Wegner taktisch aufgestellt wurde. „Chapeau, dass er sich jedes Mal zur Verfügung stellt“, weiß das TuS-Team, was sie an Thiemann haben.

Bleibt noch der Kapitän selbst. Daniel Keim hatte eigentlich angekündigt, seine Karriere zu beenden, wenn er einmal eine negative Bilanz aufweist. Das wäre nun mit 5:10 der Fall. Doch Keims Saison verlief unglücklich. Zum einen traf er auf extrem starke Gegner, die nur in wenigen Kämpfen auf die Matte gingen, zum anderen sicherte er mit knappen Niederlagen den Mannschaftserfolg und verzichtete daher mehrmals darauf, volles Risiko zu gehen. Keim kommt die erneute Gewichtsklassenänderung im kommenden Jahr zupass. So entstehen aus den zwei Kämpfen in 66 und 86 kg neue in 70 und 75 kg. „Die 70-kg-Klasse ist sportlich eine Herausforderung, der ich mich gerne stellen würde“, geht der Kapitän wohl doch noch nicht von Bord. - bob

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