Aufstieg wäre schön, ist aber kein Muss

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Besonders im Angriff (hier Janosch Korkowski) hat sich die Altenbögger Reserve stark verbessert.

Bönen - Spitzenreiter in der Bezirksliga, Tabellenfünfter in der 2. Kreisklasse und obendrein sogar noch Zweiter in 3. Kreisklasse. Es könnte die Saison der Handball-Herren des RSV Altenbögge werden. Dabei lohnt sich der Fokus auf die Reserve-Mannschaft, die in den vergangenen eineinhalb Jahren eine tolle Entwicklung hingelegt hat.

Davon zeugt der Blick in die jüngere Vergangenheit: Die Saisons 2012/2013 und 2013/2014 schloss die RSV-Reserve jeweils als Letzter ab. Eine Spielzeit wartete die Mannschaft sogar vergebens auf einen Sieg, weil zwischen dem 1. Februar 2013 und dem 9. November 2014 nur zwei Unentschieden heraussprangen. Nur weil andere Teams sich zurückzogen, hielten die Altenbögger die Klasse. Im Vorjahr begann dann der Aufstieg: Immerhin 20 Punkte holte die Sieben von Spielertrainer Sascha Feldhaus und landete auf Rang zehn. Und in dieser Saison gehören die Bönener sogar zur Spitzengruppe der Liga.

Am Sonntag steigt um 17 Uhr daher ein Topspiel in der Freiherr-vom-Stein-Halle gegen den Tabellenführer SG Handball Hamm VI. Der liegt nach Minuspunkt lediglich zwei Zähler voraus, denn der RSV hat zwei Partien weniger als die Konkurrenz absolviert. Die Altenbögger haben also die Gelegenheit, sich im Meisterschaftsrennen in Position zu bringen. „Den Aufstieg würden wir gerne mitnehmen, er ist aber kein Muss. Wichtiger ist die Leistungsfähigkeit der Mannschaft“, sagt der 1. Vorsitzende Karsten Schilling.

Er freut sich über die Entwicklung, die er in erster Linie auf eine Veränderung innerhalb der Mannschaft zurückführt: „Sie hat sich mehr geöffnet. Das war früher ein verschworener Haufen.“ Für Schilling auch ein Verdienst von Sascha Feldhaus. Die Folge: Es kamen neue Leute von außen, aber auch Rückkehrer wie Philip Hübner hatten wieder Lust das RSV-Trikot anzuziehen. Ab dieser Saison ist – nach etwas Anlaufschwierigkeiten in der Vorbereitung – ist die Verzahnung mit der Ersten enger geworden. Akteure wie Dirk Joneleit, Christian Kleff, Oliver Eißing und sogar Tino Stracke haben nach Verletzungen oder Urlauben in der Reserve mitgeholfen, um selbst Spielpraxis zu sammeln. „Ich bin dankbar, dass die Einstellung so ist“, sagt Schilling.

Die Bezirksliga-Spieler sind natürlich eine Verstärkung, den derzeitigen Erfolg hat sich das Feldhaus-Team aber selbst erarbeitet. Das Spiel ist im Verlauf der Zeit schlichtweg besser geworden. Die Abwehr steht gut, im Angriff hat mehr Ruhe und Effizienz Einzug gehalten. Feldhaus muss nur noch die gelegentlichen Rückfälle in alte Zeiten abstellen.

Auch wenn der Aufstieg der keine Pflicht ist, dem Verein würde er gut tun. Denn, dass die beiden Teams drei Ligen trennen, ist nicht optimal. Vor allem nicht, um Spielern, die in der Bezirksliga nicht wie gewollt zum Zug kommen, eine interne Perspektive. Bei einem möglichen Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga würde die Kluft noch größer.

Erzwingen will der Verein den Aufstieg dabei keineswegs. „Das überlasse ich den Trainern“, sagt Schilling auf die Frage nach dem Austausch von Spielern, um die Reserve nach oben zu bringen. Entgegenkommen könnte dem RSV vielleicht die Strukturreform. Zwar verrät der Handballkreis Hellweg noch keine Details, aber der wahrscheinlich vermehrte Aufstieg in der Kreisliga, könnte auch in den unteren Klassen dafür sorgen, dass nicht nur der Meister eine Liga höher darf.

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