Handball

RSV-Kapitän Feldmann: "Müssen realistisch bleiben"

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Trotz Platz eins will Sören Feldmann die Saisonziele nicht nach oben korrigieren. „Wir müssen realistisch bleiben“, sagt der RSV-Kapitän.

Bönen – Wintermeister ist der RSV Altenbögge in der Handball-Landesliga bereits. Als Tabellenerster rutschten die Bönener ins neue Jahr. Nach der Weihnachtspause geht es am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim VfL Brambauer wieder weiter in der Meisterschaft. Zeit für ein Gespräch mit Kapitän Sören Feldmann.

Derzeit deutet sich ein Zweikampf um den Titel mit Westfalia Herne an, das einen Punkt zurückliegt. Kapitän Sören Feldmann denkt daran aber noch nicht. Im Gespräch mit Boris Baur verneint er eine neue Zielsetzung, erörtert die Gründe für die erfolgreiche erste Saisonhälfte und sagt, wo er noch Verbesserungspotenzial sieht.

"Für Platz eins können wir uns nichts kaufen"

Der RSV Altenbögge ist seit dem 8. Dezember Tabellenführer. Konnten Sie mit der Mannschaft über die Weihnachtspause die Platzierung feiern oder genießen?

Das läuft eher so durch. Das ist halt nichts, da kann man sich nichts für kaufen. Wenn man einmal verliert, kann man den ersten Platz schnell wieder los sein. Es ist eine schöne Momentaufnahme, mehr nicht.

Vor dem Saisonstart haben eigentlich alle im RSV-Lager das obere Drittel als Ziel ausgegeben. Jetzt ist Altenbögge mit fünf Punkten Abstand zum Dritten Erster. Geht die Mannschaft mit neuen Zielen in die zweite Saisonhälfte?

Nein, ich glaube nicht, dass wir die Ziele korrigieren sollten. Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel schauen, das hat uns in der Hinrunde im vergangenen Jahr gut getan. Es sind ja auch noch zwei Hinrundenspiele zu spielen. Da muss man realistisch bleiben. Wenn man zweimal verliert, ist man da oben wieder weg.

Erfolg durch Harmonie

Wo liegen die Gründe für den Erfolg in der Hinserie?

In der mannschaftlichen Geschlossenheit definitiv. Wir sind deutlich ausgeglichener besetzt als in der vergangenen Saison, mannschaftlich und menschlich. Wir haben eine gute Harmonie im Team und schaffen es auch, die Ausfälle, die wir hatten, zu kompensieren.

Und wo liegen die sportlichen Gründe?

Wir sind auf der Kreisläufer-Position überragend besetzt, muss man einfach sagen. Was Dominik Weigel (Neuzugang im Sommer – Anm. d. Red.) da spielt, vorne wie hinten, ist überragend. Er hat unserer Abwehr noch mehr Stabilität verliehen. Und das macht auch vorne das Torewerfen leichter.

Schnelle Leute wohin man schaut

Die Abwehr zählte aber bereits ohne Dominik Weigel zu den besten der Liga. Was ist besser geworden?

Wir haben mehr Flexibilität nach vorne. Neben unseren schnellen Linken haben wir auch super schnelle Spieler auf rechts, die Gegenstöße laufen. Auch Gregor Stefek läuft schnell nach vorne. Wir haben sechs Leute, die Tempo spielen können und wollen. Das ist schon ein Unterschied.

Nach der Pleite zu Saisonbeginn hat der RSV zehn Spiele in Folge gewonnen und ist auch von einer Euphoriewelle getragen worden. Könnte die Pause die Mannschaft aus dem Rhythmus gebracht haben und was kann man dagegen unternehmen?

Das glaube ich nicht. Wir haben vernünftig trainiert und werden den Schalter wieder umlegen können. Wir starten in Brambauer, das ist ganz gut. Ich hoffe und glaube, dass es vom Kopf her nicht passiert, dass wir das erste Spiel wieder verpennen, sondern an die Leistungen von vor der Pause anknüpfen.

"Wir müssen mehr Geduld aufbringen"

Wo sind im RSV-Spiel Verbesserungen möglich, wo hakt es noch?

Aus dem gebundenen Spiel können wir uns verbessern. Da spielen wir noch nicht mannschaftsdienlich genug, wollen zu schnell die Entscheidung. Da wirft der Nächste direkt und guckt nicht auf die anderen. Wir müssen da mehr Geduld aufbringen. Doch ich bin mir sicher, dass das auch noch kommt im Saisonverlauf.

In der Hinrunde haben die A-Jugendlichen ihre Einsatzzeiten erhalten. Wer hat Sie am meisten überrascht?

Marvin Wollek ganz klar. Durch den Ausfall von Kai (Stammkeeper Kai Kleeschulte hat sich Ende November unter anderem das Kreuzband gerissen – Anm. d. Red.) ist der Druck auf die Torhüter groß geworden. Und es erwarten viele viel von ihm, besonders sein Papa (Thomas Wollek spielte lange Jahre höherklassig Handball im Tor – Anm. d. Red.). Aber man kann nur den Hut davor ziehen, wie er damit umgeht. Zumindest nach außen, wie es innen aussieht, weiß man ja nicht. Auch Tim Baeck hat sich gut eingefügt und ich glaube, dass er das packen kann. Bei den anderen muss man gucken, wie sie sich entwickeln. Das ist ja eine schwierige Zeit nach dem Abitur. Da muss man gucken, was passiert auch mit dem Studium und so.

Feldmann sucht noch den richtigen Rhythmus

Sie selbst haben sich unmittelbar vor dem Saisonstart die Achillessehne angerissen, sind Ende des Jahres bereits wieder aufgelaufen. Wie ist der aktuelle Stand? Macht die Verletzung derzeit noch Probleme?

Jetzt ist alles super. Nach dem ersten Spiel hatte ich noch ein paar Probleme, aber vielleicht war das auch vom Kopf her. Ich merke aber, dass ich noch nicht wieder im Rhythmus bin. Deshalb war die Pause ganz gut. Ich hoffe, dass ich jetzt endlich richtig in Form komme.

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