Handball

RSV-Kapitän Sören Feldmann: „Die Halle ist ein Alleinstellungsmerkmal“

Immer bereit für einen Dreher: Bönens Linksaußen Sören Feldmann freut sich auf den Saisonstart.
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Immer bereit für einen Dreher: Bönens Linksaußen Sören Feldmann freut sich auf den Saisonstart.

Der RSV Altenbögge geht in sein zweites Jahr in der Handball-Verbandsliga, allerdings steht coronabedingt auch erst seine zweite Partie in dieser Spielklasse an. 

Bönen - Was anders als beim Saisonstart vor einem Jahr ist, ob der RSV sich noch als Aufsteiger fühlt und wie wertvoll eine volle MCG-Halle bei der Mission Klassenerhalt sein kann, erzählt Kapitän Sören Feldmann im Interview.

Nach so vielen Wochen Vorbereitung: Fühlt sich Handball schon wieder nach Normalität an oder noch nicht?
Ja, jetzt mittlerweile ist es wieder so. Mit der Regelmäßigkeit kommt es langsam. Man fühlt sich wieder wohl in seinem Körper und die Freude auf das erste Saisonspiel ist da.
Nach der Pause war das aber sicherlich eine ungewöhnliche Vorbereitung?
Ja, aber man kannte es schon ein bisschen aus der letzten Saison. Da war es ja ähnlich. Allerdings ist die Unsicherheit nicht mehr so da. Ich glaube, dass diese Saison stattfinden wird und auch durchgezogen wird. Wir bewegen uns ja in Richtung Normalität. Letztes Jahr war da so eine innere Unruhe, was da kommt und viele haben von vorneherein gedacht, die Saison wird nicht durchgespielt.
Beim RSV gab es im Verlauf der Vorbereitung auch immer wieder verletzte und angeschlagene Spieler, die nur reduziert trainieren konnten.
Ich glaube, dass war mehr unter dem Punkt zuzuordnen, den Körper nach der langen Pause wieder an Bewegung und an leistungsorientierten Sport heranzuführen. Das waren Wehwehchen an der Schulter und an anderen Stellen des Körpers. Beim Training gab es dann wieder viel Werfen, viel Kontakt. Da war man ja nicht mehr dran gewohnt im Lockdown. Da musste man den Körper wieder drauf einstellen.
Haben die zwischenzeitlichen Ausfälle die Vorbereitung sehr behindert?
Das glaube ich schon, aber in den letzten Spielen hatte es auch wieder den Anschein, dass jeder auf seinem Level angekommen ist.
In den vergangenen Wochen sah es in den Tests so aus, als ob der RSV auf einem guten Weg ist. Die 15:29-Pleite gegen den OSC Dortmund am vergangenen Sonntag war aber ernüchternd. Wie weit ist die Mannschaft nun tatsächlich?
Man muss das Spiel am Wochenende außen vor lassen. Wir hatten in jeder Vorbereitung bisher ein Spiel, wo wir einen gebrauchten Tag hatten. In der letzten Saison war es leider das erste Pflichtspiel. Wir sollten die Partie gegen Dortmund schnell abhaken und das Positive aus den Spielen davor nehmen. Die Tendenz ging ja nach oben. Am Sonntag hatte keiner Normalform. Und man darf nicht vergessen, dass der OSC in der Verbandsliga ein Aufstiegsaspirant ist und wir eigentlich immer noch ein Aufsteiger, auch wenn wir jetzt im zweiten Jahr dabei sind. Das muss man dann ein bisschen relativieren.
In den vergangenen Wochen sah es in den Tests so aus, als ob der RSV auf einem guten Weg ist. Die 15:29-Pleite gegen den OSC Dortmund am vergangenen Sonntag war aber ernüchternd. Wie weit ist die Mannschaft nun tatsächlich?
Man muss das Spiel am Wochenende außen vor lassen. Wir hatten in jeder Vorbereitung bisher ein Spiel, wo wir einen gebrauchten Tag hatten. In der letzten Saison war es leider das erste Pflichtspiel. Wir sollten die Partie gegen Dortmund schnell abhaken und das Positive aus den Spielen davor nehmen. Die Tendenz ging ja nach oben. Am Sonntag hatte keiner Normalform. Und man darf nicht vergessen, dass der OSC in der Verbandsliga ein Aufstiegsaspirant ist und wir eigentlich immer noch ein Aufsteiger, auch wenn wir jetzt im zweiten Jahr dabei sind. Das muss man dann ein bisschen relativieren.
Es ist offiziell das zweite Jahr für den RSV Altenbögge in der Verbandsliga. Fühlt sich die Mannschaft noch als Neuling oder ist das vorbei?
Das ist schwierig zu sagen. Wir haben erst ein Verbandsliga-Spiel gemacht. Aber ein Aufsteiger sind wir nicht mehr. Ich denke, wir haben das Landesliga-Niveau in der Vorbereitung hinter uns gelassen – hoffentlich. Man hat das in der Vorbereitung gemerkt. Hohenlimburg ist ja auch Verbandsligist (der RSV gewann im Test mit 30:27 – Anm. d. Red) und gegen Oberligist Soest (22:29) haben wir uns vernünftig präsentiert.
In dieser Saison muss mehr als ein Drittel der Mannschaften in der 13er Staffel absteigen. Sorgt das vor dem Start für einen besonderen Druck, in dem Sinne, dass man nie etwas liegen lassen darf, um nicht hinterherzurennen?
Nein, wenn man so in die Saison geht, braucht man gar nicht anfangen. Jeder geht in die Spiele, um zu gewinnen, egal ob gegen den Ersten, einen Tabellennachbarn oder den Letzten. Wir werden von Spiel zu Spiel gucken. Ich sehe da keinen erhöhten Druck.
Warum gehört der RSV nicht zu den Absteigern?
Weil wir als Teamgefüge sehr gut zusammenstehen. Und dann ist da noch die Halle, die hinter uns steht. Das ist selbst in der Verbandsliga einmalig. Wenn die Entwicklung der Corona- und Lockdown-Geschichte so ist, dass es wieder ein ausverkauftes Haus sein kann, ist das ein Alleinstellungsmerkmal. Unser Prunkstück werden die Heimspiele. Wenn wir 80 bis 85 Prozent der Partien zuhause gewinnen, sind das einige Punkte. Das ist ein Vorteil für uns.
Als externen Neuzugang gibt es beim RSV im Vergleich zur Vorsaison nur Christopher Zacharias. Was bringt der Kreisläufer mit und was ist zum Beispiel mit den früheren A-Jugendlichen Jonas Weige und Tim Baeck?
Christopher ist eine sehr gute Ergänzung zu Dominik Weigel. Beide sind völlig unterschiedliche Spielertypen und können auch zusammen im Mittelblock spielen. Die beiden A-Jugendlichen haben uns positiv überrascht. Aber man muss auch Marvin Wollek und Felix Isenbeck dazuzählen. Bei Tim ist es stark, wie er das auf halbrechts macht und in dem Alter schon körperlich präsent ist und auch in der Abwehr mitarbeitet. Jonas ist physisch sehr stark, hat eine hohe Geschwindigkeit und große Sprungkraft. Marvin war schon dabei und hat gute Leistungen gezeigt. Und Felix hat als Linkshänder den Riesenvorteil, dass wir davon so viele nicht haben. Er ist unbekümmert und spielt einfach. Wir sehen, was er im Training macht und dass er ein talentierter Junge ist. Er wird den Sprung in die Verbandsliga irgendwann schaffen.
Auf der anderen Seite hat eine Identifikationsfigur wie Dennis Geckert erklärt, kürzer zu treten. Wie sehr fehlt so ein Mann auf und auch neben dem Feld?
Gecki ist eine absolute Identifikationsfigur im Verein, keine Frage. Er macht ja auch jetzt noch was im Vorstand. Mit ihm fehlt einer, den die Leute von klein auf im Verein kennen. Jetzt sind es noch Lukas Florian, Felix Isenbeck und Dirk Joneleit, die ewig im Verein sind, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Aber wir müssen Geckis Entscheidung akzeptieren, dass er seine Prioritäten woanders setzt und sich in der Coronazeit sportlich umorientiert hat. Der Handball läuft seinen Plänen da zuwider. Das ist traurig und schade, aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er irgendwann wieder zurückkommt.
Am Sonntag kommt der TV Emsdetten II in die MCG-Halle. Was ist von der Reserve einer Zweitliga-Mannschaft am ersten Spieltag zu erwarten?
Das ist eine Wundertüte, vermutlich eine junge Mannschaft. Wir haben aber noch nicht viel vom Gegner gesehen. Jens (Trainer Schulte-Vögeling – Anm. d. Red.) ist da immer sehr akribisch und wird uns sicherlich noch etwas zeigen. Die meisten Reserveteams sind junge Mannschaften mit Spielern, die noch etwas erreichen wollen. Die sind physisch sehr stark, sind handballerisch gut ausgebildet und gehen häufig aufs Tempo.
Und da will der RSV dagegenhalten?
Auf jeden Fall. Wir wollen ja 80 bis 85 Prozent der Heimspiele gewinnen. Da müssen wir gleich mit anfangen.

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