Handball

RSV nimmt Training wieder auf - auf freiwilliger Basis

Jens Schulte-Vögeling RSV Altenbögge
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Nach einer Woche Pause steigt das RSV-Verbandsligateam um Trainer Jens Schulte-Vögeling (stehend) wieder ins Training ein. Einige Spieler wollen den gemeinsamen Einheiten aber vorerst fernbleiben.

Nach dem Hin und Her des Kreises Unna, der zunächst den Trainings- und Spielbetrieb im Handball als Kontaktsportart am vorvergangenen Freitag untersagt hatte, um das Verbot am vergangenen Mittwoch wieder aufzuheben, wird das Verbandsligateam des RSV Altenbögge am Dienstag mit seinen Einheiten weitermachen. Auf freiwilliger Basis, wie Coach Jens Schulte-Vögeling betont.

Die Bönener hatten für die erste Ferienwoche sowieso ein reduziertes Programm geplant, aufgrund der Verordnung des Kreises habe man dann gar nichts gemacht, sagte Schulte-Vögeling. Nun soll sich wieder in der MCG-Halle getroffen werden. Denn am 31. Oktober steht der Heimauftritt gegen den TV Emsdetten II auf dem Spielplan und noch gibt es vom Handballverband keine Vorgaben, wie es angesichts der Zahlen von Menschen, die aktuell mit dem Coronavirus infiziert sind, weitergehen soll. „Es wäre für viele einfacher, auch in anderen Sportarten, wenn der Verband sagen würde, ‘lass uns mal eine Pause machen’“, meint Schulte-Vögeling: „Dafür ist es ja nur ein Hobby.“ Es müsse nur einen positiven Fall in einem Team geben, dann müssen zwei Mannschaften in Quarantäne. Außerdem seien, obwohl nur zwei Spieltage bislang ausgetragen wurden, schon einige Partien ausgefallen, so der RSV-Coach.

Er konnte auch nicht nachvollziehen, dass der Handballkreis Hellweg direkt wieder den Spielbetrieb erlaubte, nachdem der Kreis Unna das Handball-Verbot in der vergangenen Woche gekippt hatte. „Es wurde jetzt eine Woche ausgesetzt. Was hat uns das gebracht?“, sagt Schulte-Vögeling. Dass der Spielbetrieb in seiner Sportart im Kreisgebiet wieder erlaubt ist, im Fußball aber nur kontaktloses Training, erschließt sich ihm auch nicht, weil er den Unterschied zwischen Handball und Fußball in diesem Punkt nicht sieht. „Ich kann verstehen, dass das den Fußballern aufstößt, die sind doch draußen.“

Verständnis, wenn jemand nicht in der Gruppe trainieren möchte

Was das Training angeht, dürfe jeder seiner Spieler nun selbst entscheiden, ob er bei den Einheiten in der MCG-Halle dabei ist. Es seien schon Akteure auf ihn zugekommen, die aufgrund der hohen Infektionszahlen derzeit lieber nicht in der Gruppe Sport treiben würden, berichtet Schulte-Vögeling und zeigt dafür volles Verständnis. Es gehe ja nicht nur um die Ansteckungsgefahr, er könne sich durchaus vorstellen, dass die Arbeitgeber eine Quarantäne wegen des Sports nicht gerne sehen würden.

Die Altenbögger sind bekanntlich ein gebranntes Kind, mussten nach einem positiven Coronafall innerhalb des Teams Anfang September bereits rund 14 Tage zuhause bleiben.

Für Amateure sei das nur schwer mit dem Beruf vereinbar. Der RSV-Trainer zieht den Vergleich zu den Profis zum Beispiel beim Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen. Dort herrschten ganz andere Voraussetzungen, würde ständig getestet. Auf der anderen Seite könne er auch diejenigen verstehen, die mit der Saison weitermachen wollen und sagen, ‘Wir dürfen uns nicht alles kaputt von Corona machen lassen’.

Spaß am Sport soll wiederbelebt werden

Wer bei den nächsten Trainingseinheiten der Altenbögger nicht anwesend sein möchte, soll sich individuell fit halten. „Denen, die da sind, hoffe ich, etwas Spaß zu vermitteln“, sagt Schulte-Vögeling. Der sei nämlich – so spricht er aus Beobachtung bei sich selbst – durchaus abhanden gekommen. Sportlich sei die Situation als Trainer gerade „mega-schwer“. „Es ist jetzt schon das dritte Mal, dass wir aus dem laufenden Spielbetrieb rausgenommen wurden. Erst der Saisonabbruch im März, dann unsere Quarantäne in der Vorbereitung und jetzt das Spiel“, zählt er auf. „Es kommt kein Rhythmus rein.“

Die ohnehin vorgesehene Pause in den Herbstferien hatte sich für den RSV verlängert, weil der Gegner am Sonntag vor einer Woche, der PSV Recklinghausen, vorsichtshalber die Partie abgesagt hatte, nachdem im Anschluss an die vorangegangene Begegnung des Verbandsligisten jemand aus dem Schiedsrichtergespann positiv auf Corona getestet wurde. Einen Nachholtermin für das Spiel gibt es noch nicht.

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