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RSV mit Sorgen und Unsicherheit nach Westerholt

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Von: Boris Baur

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„Ich halte das für sehr bedenklich, derzeit Handball zu spielen.“ Jens Schulte-Vögeling (stehend) würde die Handball-Saison am liebsten unterbrechen.
„Ich halte das für sehr bedenklich, derzeit Handball zu spielen.“ Jens Schulte-Vögeling (stehend) würde die Handball-Saison am liebsten unterbrechen. © Markus Liesegang

Zwei Spiele, das in Verl und das gegen Brockhagen, hat der RSV Altenbögge nach Coronafällen in der Mannschaft in Absprache mit dem jeweiligen Gegner abgesagt. Am Samstag wird das Handball-Verbandsligateam beim SV Westerholt (18 Uhr/Sporthalle Am Bahnhof) wieder auf der Platte stehen. Begeistert ist davon im Bönener Lager niemand.

Bönen - „Viele schreien nach Kontaktreduzierung auch in unseren Kreisen, und viele sind unsicher aufgrund der hohen Zahlen, aber wir müssen durch Handball-Westfalen reisen, treffen auf andere Menschen und andere Mannschaften, was in den Augen von vielen unserer Spieler schlicht falsch ist“, gibt Trainer Jens Schulte-Vögeling die Stimmung im Team wieder und wird grundsätzlich: „Ich halte das für sehr bedenklich, derzeit Handball zu spielen. Aber unser Verband hat sich nicht dafür entschieden erstmal einen Gang runterzufahren und die Situation abzuwarten, wie das mit den neuen Regelungen läuft, ob die Zahlen runtergehen.“

Die Altenbögger sind bei Corona nun zweifach gebrannte Kinder. In der Vorbereitung auf die vergangene Saison hatte sich ein Akteur angesteckt und nahezu alle seine Teamkollegen mussten in Quarantäne. Nun kamen im Nachgang der Partie in Steinhagen, ohne das da ein Zusammenhang bestehen muss, erneut Ansteckungen heraus, obwohl alle doppelt geimpft sind. Die Mannschaft ist verunsichert, hat andere Dinge als Handball im Kopf. „Wir haben es bei uns selbst gemerkt, es trifft nicht immer nur die Ungeimpften“, sagt der Trainer.

Sorgen vor Quarantäne und Ansteckung

Der Wunsch sei, dass mehr Wert auf die Kontaktreduzierung gelegt werde, erklärt er. Den Spielern „geht es gar nicht um Siege, Niederlagen oder was auch immer, sondern dass sie sich dem Risiko aussetzen, berufliche oder familiäre Probleme zu kriegen“. Eine Quarantäne ist bei Arbeitgebern schließlich nicht gerne gesehen, und auch zuhause – beispielsweise mit Kindern – ebenfalls keine schöne Situation. Dazu komme noch die potenzielle Ansteckungsgefahr.

Der Altenbögger Bitte um eine Verlegung kam Westerholt allerdings nicht nach. Der RSV hatte am Mittwoch, nachdem die Mannschaft tags zuvor erstmals seit dem Steinhagen-Spiel am 14. November wieder in überschaubarer Besetzung trainiert hatte, den Gegner kontaktiert. „Vielleicht etwas zu spät“, wie Schulte-Vögeling meint. Westerholt habe „nicht so die Einsicht gezeigt, die wir uns gewünscht hätten“.

Westerholt musste auflaufen - und verlor haushoch

Dabei haben auch die Hertener schon Erfahrungen mit dem Virus gemacht, weil Spieler erkrankt waren. Deshalb wollten sie, hat Schulte-Vögeling erfahren, die Partie am vergangenen Wochenende beim PSV Recklinghausen verlegen, mussten aber antreten. Der Verband habe dem SV Steine in den Weg gelegt, so der RSV-Trainer. Die Folge: Ersatzgeschwächt kassierte Westerholt beim Tabellennachbarn eine 19:30-Packung. „Ich denke, das Spiel ist kein Maßstab für irgendwas. Wenn man ohne seine besten Spieler antritt, ist man nicht wettbewerbsfähig“, sagt Schulte-Vögeling.

Aktuell steht Westerholt mit nur einem Punkt auf dem vorletzten Platz. Der Zähler stammt aus dem ersten und bislang einzigen Heimspiel, ein 28:28 beim TV Verl.

Wer spielt, will auch gewinnen

Der RSV muss auf Dominik Weigel, Christopher Zacharias und Luca Tröster verzichtet, ohne dass Schulte-Vögeling dafür Gründe angibt. Auch die Anwesenheit des Trainers ist noch unklar.

„Wir werden versuchen, das Bestmögliche da rauszuholen. Wir werden versuchen, das Ganze aus unseren Köpfen zu kriegen und ein vernünftiges Handball-Spiel auf die Platte zu kriegen“, betont Schulte-Vögeling. Bei allen Bedenken, die es aktuell gibt. „Das ist immer noch die Sportart, die wir lieben, für die wir wöchentlich arbeiten. Kein Spieler dieser Welt zieht sich ein Trikot an, fährt zu einem Spiel hin und will das einfach nur spielen, egal was dabei rumkommt. Jeder Spieler will auch gewinnen.“

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