Handball

RSV erhält Lektion in Sachen Leidenschaft

Mit einer aggressiven Deckung ließen die Verler den RSV (hier Eike Jungemann) nicht zur Entfaltung kommen.
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Mit einer aggressiven Deckung ließen die Verler den RSV (hier Eike Jungemann) nicht zur Entfaltung kommen.

Der RSV Altenbögge ist bei seinem ersten Auftritt in der Handball-Verbandsliga böse auf dem Boden gelandet. Im Duell der Mitaufsteiger zog der TV Verl den Bönenern in eigener Halle den Zahn. Das 21:27 (7:14) hörte sich am Ende sogar noch etwas schmeichelhafter an, als es der Spielverlauf darstellte.

„Das war ein gebrauchter Tag“, meinte RSV-Coach Jens Schulte-Vögeling enttäuscht: „Verl war immer einen Schritt schneller als wir.“ Seine Trainerkollegen aufseiten der Ostwestfalen, Robert Vosshans und Thomas Fröbel, waren natürlich deutlich euphorischer: „Ich habe die Mannschaft in keinem Testspiel so leidenschaftlich gesehen. Die Spieler haben sich in jeden Ball geschmissen. Das war der Schlüssel zum Sieg“, sagte Fröbel und traf damit den Nagel auf den Kopf. Die Verler hatten dem Gastgeber ein Stück Galligkeit voraus.

90 Zuschauer in der ausverkauften MCG-Halle hatten sich auf das erste Pflichtspiel seit dem Saisonabbruch im März, der beiden Teams die Landesliga-Meisterschaft beschert hatte, gefreut und sahen auch einen ordentlichen Beginn ihrer Altenbögger. Den ersten Rückstand glichen Gregor Stefek per Siebenmeter und Jonas Gerke bei einer starken Parade von RSV-Neuzugang Christian Ihssen im Tor aus (10.).

17 Minuten kein Tor für den RSV

Der Anfang für ein Kräftemessen auf Augenhöhe schien gemacht, doch mit der Ausgeglichenheit war es bald vorbei. Denn die Bönener sollten in den folgenden 17 Minuten kein Tor mehr erzielen und hatten das Spiel schon früh verloren (5:13/27.). „Wir haben in der ersten Halbzeit wenig Zugriff auf die Gegner bekommen“, meinte Schulte-Vögeling. Wobei die Abwehr noch der Teil war, in dem der RSV ordentlich agierte. „Wir brauchen gar nicht so viel über hinten reden“, sagte daher auch der Trainer und stellte unmissverständlich fest: „21 Tore zuhause sind viel zu wenig.“

Die Verler stoppten die Altenbögger (hier Gregor Stefek) oft schon vor dem Wurf entscheidend.

Die Verler waren in der Defensive sehr präsent, versuchten Balleroberungen zu forcieren und gingen den Bönenern aus dem Block immer wieder aggressiv entgegen, um sie stören. Das gab zwar einige Pfiffe der Schiedsrichter, raubte den Altenbögger Angriffen aber sehr effektiv die Durchschlagskraft. Die Gastgeber spielte viel quer oder wurden vor dem Wurf gestoppt. Dazu erlaubte sich der RSV zu viele einfache Fehler.

Stück für Stück setzte sich der TV ab, ohne im Angriff ein Feuerwerk abzubrennen. Solider Angriffshandball reichte, da die TV-Deckung bombensicher stand. „Wir sind viel zu sehr in die Mitte gezogen, und da war es halt eng“, sagte Schulte-Vögeling.

Die Fehlerquote bleibt zu hoch

Zu Beginn der zweiten Hälfte, in die die Bönener mit sieben Toren Rückstand starteten, war den Gastgebern der Willen anzusehen, die Partie noch einmal eng zu gestalten. Jonas Gerke und Luca Tröster schlossen gleich die ersten Angriffe schnell und erfolgreich ab. Außerdem verbesserte sich der RSV im zweiten Abschnitt durchaus. Doch es gelang den Altenböggern nicht, ihre hohe Fehlerquote abzustellen oder einmal das Momentum mitzunehmen. So parierte beispielsweise der gerade eingewechselte Keeper Marvin Wollek gleich einen Siebenmeter von Albert Kreismann (37.), in der Offensive leisteten sich seine Vorderleute aber prompt einen Fehlpass und Philipp Eliasmöller lief zum 18:9 alleine auf Wollek zu.

Den Vorsprung behauptete Verl locker bis in die Schlussphase (21:13/50.), erst dann hielten sie nicht mehr ihre hohe Intensität, wurden unkonzentrierter. So gelangen den Altenböggern vor allem durch einige Gegenstöße noch ein Paar Tore. Tröster markierte allein vier Treffer, was seine Enttäuschung aber nicht linderte: „Wir haben viel zu spät gezündet. Ende der zweiten Halbzeit kommt das zu spät.“

RSV: Ihssen (1.-30.), Joneleit (1 Siebenmeter/31.-37.), Wollek (37.-60.) – Weber (1), Gerke (3), Florian, Stoffer (1), Feldmann (2/1), Stefek (1/1), Weigel (2), Tröster (7), Isenbeck (2) Jungemann (2), Vogt (n.e.)
TV: Greitens (1.-17., 51.-60.), Stroth (17.-51.) – Voss (2), Hofmann, Kreismann (6/4), Fischedick (1), Eliasmöller (6), Schildetzky (1), Reithage, Erichlandwehr, Wiese (6/2), Lücking, Jorgeleit (1), Vogler
Siebenmeter: 3:7 (Stefek 1/1, Florian 0/1, Feldmann 1/1 – Kreismann 4:5, Wiese 2/2)
Zeitstrafen: 3:2 (Stefek, Isenbeck, Feldmann – Reithage, Fischedick)
Spielverlauf: 1:3 (4.), 3:5 (8.), 5:5 (10.), 5:10 (18.), 5:13 (27.), 7:14 (30.) – 10:18 (38.), 12:20 (46.), 13:22 (52.), 17:25 (56.), 21:27 (60.)

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