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Ringer starten mit 18 Kämpfern in die Bezirksliga-Saison

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Von: Boris Baur

Fehmi Günay (links) geht für die TuS Bönen wieder auf die Matte.
Fehmi Günay (links) geht für die TuS Bönen wieder auf die Matte. © Liesegang Markus

Als Fehmi Güney vom Ringrichter am 30. November 2019 zum Sieger des letzten Schwergewichtskampfs des Abends in Dortmund und gleichzeitig des letzten Duells der Saison erklärt wurde, hätte sich der Bönener wohl nicht gedacht, dass er danach fast zwei Jahre nicht mehr bei einem Ligakampf auf der Matte stehen würde.

Hamm - Doch der zweite Lockdown sperrte die Ringer im vergangenen Herbst komplett aus. Am Samstag geht es in der Bezirksliga nun wieder los – und im Gegensatz zu 2019 wieder unter dem Namen der TuS.

In dem Jahr hatten sich die Bönener entschlossen, mit dem KSV Werries zu kooperieren, da der Kader für eine eigene Mannschaft zu schmal war. Einige Bönener wie Güney, Stephan Schwark oder Matthäus Strzalka füllten das Team der Hammer als Gastringer auf. Weil allerdings im Verlauf der Saison mehr Bönener als Werrieser auf der Matte standen, machten sie die Zusammenarbeit schon 2020 rückgängig, durften dann wegen Corona jedoch nicht auf die Matte. In dieser Saison ist die TuS wieder in der Bezirksliga Westfalen gelistet, der KSV nicht, weswegen nun Hammer für Bönen antreten werden. „Ich habe richtig Bock auf die Saison“, sagt Marvin Manz, Trainer und Aktiver bei der TuS.

Goethehalle nicht nutzbar

Bei den TuS-Ringern allerdings auch noch nicht alles beim Alten. Denn da die Goethehalle – ihre eigentliche Heimat – wegen eines Wasserschadens nicht nutzbar ist, weichen sie für die Heimkämpfe in die Sporthalle am Marie-Curie-Gymnasium aus. Dort hat der RSV Altenbögge den Samstagabend freigeräumt, damit die Kampfsportler in Ruhe ihr Material aufbauen können. Denn zumindest an der Uhrzeit hat sich im Vergleich zur Vergangenheit nichts geändert. Wenn am Samstag der KSV Kirchlinde II zum Auftakt nach Bönen kommt, ist um 19 Uhr Waage und um 19.30 Uhr geht es auf der Matte los. Zuschauer sind unter 3G-Regeln willkommen.

Auf- und Abstieg ausgesetzt

„Das ist eine Saison, um sich zu präsentieren und sich wieder zu messen“, sagt Manz. Der Auf- und Abstieg ist in NRW ausgesetzt, wobei die Bezirksliga die unterste Klasse ist. Lediglich die besten Oberligisten dürfen am Ende in die 2. Liga. Weitreichender dürfte eine weitere Maßnahme des Ringerverbands NRW in diesem Jahr sein: Erstmals werden Frauen in der Mannschaftsmeisterschaft mitringen. „Der Verband will das Frauen-Ringen pushen“, sagt Manz. Zunächst gibt es noch eine Sonderregel, sodass es nur für die Mannschaft jeweils zwei Antrittspunkte in den KLassen 58 und 65 kg gibt, die eine Frau stellen kann. „Wer eine Frau aufbietet, soll belohnt werden“, so Manz. Kommt ein Kampf zustande, wird aber nicht gewertet. Das soll 2022 kommen.

Die TuS hat sich um weibliche Unterstützung bemüht. „Wir haben da jemanden. Es ist eine alte Bekannte, aber ich nenne noch keinen Namen. Das soll eine Überraschung werden“, sagt Manz.

TuS ist gut aufgestellt

Gut aufgestellt ist die TuS laut Manz jedenfalls: „Wir haben 18 unterschriebene Lizenzen. Das ist ein breiter Kader“, verkündet er nicht ohne Stolz. Die Mannschaft setzt sich aus Sportlern zusammen, die früher schon für die TuS gerungen haben wie Bedri und Fehmi Ünal, Matthäus Strzalka, Julian Wittchen und Manz selbst. Dazu sind auch Jan Mentler und Sergej Dittrich nach längerer Pause wieder dabei.

Aus der Jugend dürfen Selim Solta und Samir Malaev sowie Khaled Ibrahim und Devid Stabel erstmals bei den Senioren antreten, da sie 14 Jahre alt geworden sind. Bei Zweien passt das Gewicht aber noch nicht. „Dazu haben wir vier Gastringer aus Werries“, freut sich Manz darüber, dass Markus Balk, Marc Strzalka, Pascal Schmidt und Oguz Aydinoglu diesmal in Bönen mitkämpfen wollen.

Mehr Kämpfer in höheren Gewichtsklassen

Ganz optimal verteilen sich die vielen Ringer jedoch nicht. „Wir haben einen Drubbel in den höheren Gewichtsklassen. Da müssen wir ein bisschen schieben“, sagt Manz. Jeder soll schließlich zum Einsatz kommen. Gerungen wird wie gehabt in den Klassen bis 57, 61, 66, 75, 86, 98 und 130 Kilogramm jeweils griechisch-römisch oder im freien Stil.

Vom ersten Auftritt nach langer Pause „erhoffen wir uns schon einen Sieg“, sagt Manz. Allerdings sei bei einer zweiten Mannschaft die Aufstellung eine Wundertüte. Von vielen jungen Nachwuchsringern über alte Oberliga-Recken, bis hin zu personellen Problemen sei vieles möglich, glaubt Manz. Bei den Bönenern sieht das anders aus. „Ich bin mir sicher, dass wir eine tolle Mannschaft sehen werden. Wir wollen zeigen, dass wir wieder da sind.“

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