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Ringer der TuS Bönen freuen sich über den gelungenen Neustart

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Von: Boris Baur

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Als Team traten die Bönener bei ihren Kämpfen auf und fieberten mit ihren Kollegen mit.
Als Team traten die Bönener bei ihren Kämpfen auf und fieberten mit ihren Kollegen mit. © Markus Liesegang

Die Ringer der TuS Bönen sind zufrieden mit ihrer Bezirksliga-Saison. Weil sie den zweiten Platz belegt haben. Vor allem aber, weil der Neuaufbau geglückt ist.

Bönen – Es war eine Saison, die eigentlich nur aus zehn Freundschaftskämpfen bestand, weil der Ringerverband Nordrhein-Westfalen wegen der unsicheren Coronalage auf Auf- und Abstiege verzichtet hatte. Und doch sind die Sportler der TuS Bönen mit den rund drei Monaten, in denen sie auf die Matte gingen, sehr zufrieden. Das hängt einerseits mit dem guten zweiten Platz zusammen, vor allem aber damit, dass der ausgerufene Neuanfang erfolgreich verlaufen ist und die Zukunft wieder rosiger erscheint als noch vor ein paar Jahren.

Zur Erinnerung: Im November 2017 zogen sich die TuS-Ringer mitten in der Saison aus der Verbandsliga zurück, weil die Mannschaft auseinandergebrochen war. 2018 wurde Bönen dann zwar Erster der Bezirksliga, 2019 war der Vereinsname allerdings ganz aus dem Ligenbetrieb verschwunden, weil die verbliebenen Athleten lediglich als Gastringer beim KSV Werries mitmachten. 2020 gab es wegen des Corona-Lockdowns gar keinen Sport. Es war also alles auf null gestellt.

Sieben von zehn Kämpfen gewonnen

„Der Neuanfang ist vollzogen worden“, sagt Trainer Marvin Manz, der selbst auch aktiv als Ringer im Einsatz ist, nicht ohne Stolz. Auch wenn es aufgrund von erheblichen Verletzungsproblemen ein paar Mal eng war, stand die TuS stabil und gewann nicht zuletzt deshalb sieben der zehn Kämpfe. „Platz zwei hätte ich vorher unterschrieben – und Platz drei auch. Wir sind begeistert von der Platzierung“, sagt Manz. Wichtiger war ihm und seinen Mitstreitern dennoch die Entwicklung des Teams.

Corona hat den Neustart, der schon 2020 auf den Weg gebracht wurde, nicht gerade erleichtert. Das macht ihn in einer Randsportart wie dem Ringen umso eindrucksvoller. Bei der TuS haben junge Leute wie Selimsolta Muluev oder Oguz Aydinoglu erstmals Wettkampfluft geschnuppert, gab es Rückkehrer wie Sergej Didrich und Jan Mentler und auch auf alte Hasen wie Fehmi Güney sowie Manz war Verlass.

Letzter Heimauftritt der Höhepunkt

Dazu klappte die Kooperation mit Werries – diesmal unter dem Namen der TuS – hervorragend. Markus Balk, Marc Strzalka und Pascal Schmidt waren regelmäßig im Einsatz. Wermutstropfen war nur die Bänderverletzung von Schmidt Mitte der Saison. Und auch die Zuschauer kamen zu den Heimkämpfen – mit dem Höhepunkt beim letzten Auftritt, als auch viele Werrieser anreisten, um Marc Strzalka bei seinem offiziell letzten Gang auf die Matte anzufeuern.

Die Voraussetzungen für eine gelungene Saison waren auch aus organisatorischen Gründen nicht einfach. Da die Goethehalle nach dem lange Zeit unbemerkten Wasserschaden erst nach den Herbstferien wieder benutzbar war, wichen die Ringer in die MCG-Halle aus. „Das war nicht so einfach. Wir brauchten mehr Leute, um alles rüberzufahren. Und wenn wir kurzfristig etwas benötigt haben, war das auch nicht so einfach“, erläuterte Manz und sprach ein großes Lob aus: „Ohne Ralf und Elke Wegner wäre das nicht gegangen.“ Auch dem RSV Altenbögge dankte er für die Kooperation mit der Halle.

Wertvolle Erfahrungen gesammelt

Sportlich war es natürlich die lange Trainings- und Wettkampfpause, die den Bönenern zu schaffen machte. „Der Einstieg war schwer. Erstmal war es schwierig, ins Training einzusteigen, und die Saison auf der Matte auch. Da hat man direkt gemerkt, wo man seine Defizite hat“, sagt Manz, dessen 8:3-Bilanz sich durchaus sehen lassen kann. Er habe aber klare Steigerungen im Verlauf der Saison bei allen Bönenern gesehen. Für die Neueinsteiger habe es darüber hinaus überraschend starke Gegner gegeben. „Sie haben wertvolle Erfahrungen sammeln können und wissen jetzt, was auf sie zukommt. Die haben Bock gehabt und gesehen, wie schön der Ringsport ist.“

Auch die Kooperation mit den Werriesern hat aus Manz’ Sicht gut funktioniert. Ohne die Hammer Hilfe wäre es für die TuS alleine auch schwer geworden. „Das ist sicher eine Option für nächstes Jahr. Ich würde mich freuen“, sagt der TuS-Trainer. Hier wird es Gespräche geben, wobei natürlich die Pläne des KSV abzuwarten sind.

Mehr als eine Freundschaftssaison

Dass es letztlich nicht um etwas wie den Aufstieg ging (Absteiger gibt es aus der Bezirksliga als unterster Liga sowieso nicht), war für die Bönener schnell kein Thema mehr. „Das war vom Gefühl her keine Freundschaftssaison. Das war wie eine richtige Saison. Alle wollten gewinnen, auch wenn sie vorher davon gesprochen haben, nur Erfahrungen sammeln zu wollen“, erklärt Manz. Jetzt ist er gespannt, wie es mit den Ligen in NRW weitergeht. „Die Frage ist, wie viele Vereine kriegen wir zusammen?“ Mit sechs Bezirksligisten und sechs Oberligisten, von denen mit der TSG Herdecke einer im November zurückzog, ist die aktuelle Basis schmal. Manz hofft auf Rückkehrer, weiß aber auch, dass „die Jahre an allen Vereinen gezerrt haben. Ich denke, der eine oder andere Ringer ist verloren gegangen.“ Die TuS ist da besser aufgestellt, laut Manz wollen alle weitermachen, Nachwuchskräfte könnten zudem dazustoßen.

Premiere von Frauenkämpfen begrüßt

Nicht zuletzt begrüßte Manz auch die Premiere von Frauenkämpfen in den Teamwettbewerben. „Ich persönlich bewerte das als eine gute Initiative.“ Es war allerdings nicht jedem Team gelungen, eine Frau zu finden. „Einige Vereine hatten Probleme, was ich auch verstehen kann. Weil es sehr unwahrscheinlich ist, eine Frau zu überzeugen, mit dem Ringen anzufangen. Das ist schon selten.“ Hier müsse viel über Nachwuchsarbeit aufgebaut werden. Bönen hatte das Glück, dass Stefanie Krampe aus Frankfurt zurückgekehrt war und ihre Kinder beim Ringen angemeldet hatte. Im kommenden Jahr zählen die Frauen dann übrigens voll mit. Es gibt Punkte wie bei den Männern, nicht nur welche fürs Antreten. „Dafür sind wir gewappnet“, sagt Manz, der neben Krampe auch die momentan noch zu junge Emma Mantel für 2022 in petto hat.

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