TuS schlägt Hürth/Rheinbach mit taktischem Kniff

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Daniel Keim bejubelt seinen Schultersieg. Der löste Proteste der Gegner aus Hürth/Rheinbach aus.

Bönen -  Diesen Sieg hatte Ingo Manz nicht erwartet. „Ich hab auch zur Pause gedacht, dass wir hier verlieren werden“, sagte der Trainer der Ringer der TuS Bönen. Da stand der Verbandsliga-Kampf gegen den Tabellenvierten, die RG Hürth/Rheinbach noch 11:5 für die Gäste.

Dem klaren Schultersieg von Starter Marc Hauke fügte Karsten Wegner einen weiteren Punkt hinzu. Er schlug Florian Jordi Fenna knapp nach Punkten. Wegner konterte einen 0:3-Rückstand in ein 5:3. Fenna glich auf 5:5 aus, Wegner machte zwei weitere Punkte durch das Parieren eines Angriffs des Hürthers und brachte das 7:5 über die Zeit. Sebastian Strzalka hatte zuvor eine klare 2:10-Niederlage gegen Routinier Frank Dorn kassiert, sodass der Zwischenstand 5:3 für Bönen lautete. Stephan Schwark unterlag nach 90 Sekunden beim Stand von 0:10 auf Schulter gegen Jan Fromm. Und auch Ramazan Alkan war chancenlos gegen Routinier Rustam Khozaev.

Doch Fehmi Güney, der nach der Unterbrechung als Erster für den Gastgeber auf die Matte ging, korrigierte die Befürchtung seines Trainers sogleich. „Er war heute der Matchwinner“, lobte Manz seinen 86-kg-Freistiler. „Erstaunlich, dass er erst 15:0 führt und dann noch schultert“, gab er sich überrascht.

Unruhig wurde es dann beim Kampf von Daniel Keim gegen Musa Sulejmanov. Keim kämpfte stark, obwohl er wieder im ungewohnten Freistil antrat. Trotzdem lag er 7:8 hinten, als es ihm Sekunden vor Ende der ersten Runde gelang, den Hürther zu schultern. Die Ringer der Gäste mokierten, dass der Tusch erst nach dem nicht geschlagenen Gong erfolgt sei, Bönens Lukas Korte und Rustam Khozaev gingen sich beinahe an die Gurgel. „Daniel hat ihn getuscht“, meinte Manz lapidar, „Hürth hätte ja auch jemanden für die Uhr abstellen können, ich hab es nicht gesehen, ob die drei Minuten abgelaufen waren.“

Davon ab, hätte die TuS sowieso gewonnen. Hürth gewann zwar noch in 80 kg, wo Bedri Ünal eine Schulterniederlage gegen Daniel Surikow hinnehmen musste, verkalkulierte sich aber und besetzte die Freistil-Klasse 75 kg in Erwartung von Korte und einer Niederlage nicht, wodurch der dort aufgestellte Abdussamed Ünal vier Punkte einsackte. Korte holte sich die volle Punktezahl im klassischen griechisch-römischen Stil: Der schon ältere Süleyman Atici gab nach 54 Sekunden, als es bereits 6:0 für Korte stand. Weitere 4:0 Zähler für Bönen, die letztlich zum 21:15-Sieg führten.

Die TuS schob sich damit zwei Kampftage vor Saisonende an Kirchlinde vorbei auf Rang fünf in der Tabelle vor. „Und heute standen sechs Jugendliche von uns auf der Matte“, freute sich Manz nicht nur über den Sieg, sondern über einen verheißungsvollen Unterbau. - ml

57 kg griechisch-römisch: Hauke – C. Atici 4:0 (Schultersieg), 61 kg Freistil: Schwark – J. Fromm 4:0 (Schulter), 66 kg GR: Wegner – Fenna 1:0 (7:5 Punkte), 70 kg F: Keim – Sulejmanov 4:0 (Schulter), 75 kg GR: Korte – S. Atici 4:0 (Aufgabe S. Atici), 75 kg F: A. Ünal kampflos 4:0, 80 kg GR: B. Ünal – Surikow 4:0 (Schulter), 86 kg F: Güney – Sasa 4:0 (Schulter), 98 kg GR: Alkan – Khozaev 0:4 (Schulter), 130 kg F: Strzalka – Dorn 0:3 (technische Überlegenheit)

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