Rhynern kein gutes Pflaster: IG Bönen kassiert Niederlage gegen Westönnen

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Ein eindeutiges Handspiel durch RW-Spielertrainer Christopher Linstaedt erkannten nur die Bönener.

Bönen – Der Kunstrasen von Westfalia Rhynern scheint ein schlechtes Pflaster für die IG Bönen zu sein. Nach der 2:3-Niederlage gegen Verfolger SuS Cappel verlor der Bezirksliga-Tabellenführer gestern Abend auch gegen den Tabellendritten RW Westönnen.

 „Wir haben gewonnen, das war wichtig“, meinte Gästetrainer Christoph Linstaedt trocken. Er musste selbst als Innenverteidiger auflaufen, da ihm Spieler kurzfristig ausgefallen waren, unter anderem Steffen Eschmann, wichtige Schaltzentrale in der Offensive.

Bei den Gastgebern hingegen saß Sturmspitze Ercan Taymaz zunächst auf der Bank, neben ihm Hüseyin Kücük. Taymaz rennt momentan seiner Form hinterher, wie er nach seiner Einwechslung in der 61. Minute auch demonstrierte. Ihm klebt die sprichwörtliche Seuche am Fußballschuh. Ihm gelang nichts. Aber Adem Cabuk hatte sich am Rücken verletzt und musste raus.

Kücük ordnet in zweiter Hälfte

Kücük draußen zu lassen, erwies sich als keine gute Idee von Trainer Cerci. Der defensive Mittelfeldmann fehlte als Ordner im Aufbau. Nach seiner Einwechslung in der 53. Minute wirkte das Spiel des Tabellenführers klarer und wurde druckvoller. Zu Beginn hatten die Bönener zwei Beinahechancen durch Cabuk, der lange Bälle erlief, im Abschluss aber verzog. Wie schon in den Partien davor war er ein Aktivposten der IG.

Strukturierter sah das Spiel der Gäste aus. Durch schnelles Kurzpassspiel kamen sie in den ersten fünf Minuten zweimal gefährlich in Strafraumnähe. Zunächst verzog Michael Heinz mit der Picke freistehend aus 13 Metern (21.). Dann war es Stefan Schwarze, der an der Strafraumgrenze die Lücke fand, den Ball aber über den linken oberen Torwinkel setzte. Eine Szene, die bezeichnend war für mangelnde Abstimmung in der Bönener Innenverteidigung. „Die ersten fünf Minuten waren in der Tat schwierig, aber dann haben wir uns gefangen“, urteilte Linstaedt.

Die Gastgeber traten vor allem in der ersten Hälfte sehr nervös auf: viele lange Bälle und Zufallsproduktionen, kein Zugriff auf Gegner und Spiel. „Die erste Hälfte war ausgeglichen, bot wenig Torchancen“, urteilte Cerci. In der zweiten sah er sein Team klar überlegen, dem Sieg sogar nahe. Es traf aber der Gast. Can Bozkurt legte den flinken Steffen Topp auf der rechten Außenbahn der Westönnener. Den Freistoß von Sezer Toy verlängerte Christopher Clarysse zum 0:1 ins Tor der Bönener (47.). „Durch einen Standard haben wir ein Tor kassiert, das darf nicht passieren.“

Vermeintliches Handspiel nicht geahndet

Standards waren es aber auch auf der anderen Seite, die für RW gefährlich wurden. Einen Freistoß von Bünyamin Uysal erwischte Linstaedt mit der Hand (73.). Der Elfmeterpfiff blieb aus. Einen zweiten des Bönener Regisseurs lenkte RW-Keeper Andreas Rupp knapp an die Latte (81.). 

Die gute Nachricht für Bönen: Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Drensteinfurt beträgt bei gleicher Anzahl von 26 Spielen weiterhin vier Punkte, der zum gestrigen Gegner gar sechs. Und die noch bessere Nachricht: Bönen spielt in den nächsten beiden Spielen gegen die Kellerkinder RW Unna und Rhynern, könnte sich also den Frust von der Seele schießen und wieder in die Spur finden. Bei einem Erfolg am Montag gegen Unna wird sich hoffentlich auch das Umfeld des Vereins wieder beruhigen. Thorsten Perschke, Chef des Schiedsrichterausschusses im Kreis, gab sich entsetzt über das Benehmen eines Teils der Bönener Zuschauer. Er nannte explizit „den Sponsor der IG“ (Kemal Cakir, die Redaktion). Die Nerven liegen eben blank.

IG: Durak – Bozkurt (66. Tirgil), Bouaid, Dotor-Ledo, S. Baslarli, Akyüz, Boutarrada (53. Kücük), Cabuk (61. Taymaz), Uysal, Kaya, Cabuk, E. Baslarli
RWW: Rupp – Schneider, Bettenbrock, Topp, Schwarze, Heinz (90.+3 Schumacher), Clarysse, Franke (58. Neuhaus), Linstaedt, Topcu (80. Comuk), Toy
Tore: 0:1 Clarysse (47.)

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