Rennrollstuhl bei den Paralympics

Erhöhte Anforderungen: Tokio für Schmitz "noch sehr weit weg"

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Es ist noch ein weiter Weg bis nach Tokio. Für die Paralympics legte der Weltverband eine große Hürde auf.

Der Traum ist groß, die Herausforderung allerdings auch. Im olympischen Jahr 2020 möchte der Rennrollstuhlfahrer Denis Schmitz vom RGS Bönen unbedingt an den Paralympics im Tokio (25. August bis 6. September) teilnehmen

Bönen – „Die Jagd beginnt wieder“, sagt Vater und Trainer Rüdiger Schmitz. Im vergangenen Jahr spulten er, Mutter Andrea und Sohn Denis mehrere tausend Kilometer ab, saßen viele Stunden im Flugzeug, um die vorgegebene Zeit von 19,14 Sekunden über 100 m für die Weltmeisterschaft in Dubai zu erreichen.

Am Ende fehlten zwar drei Zehntel, doch der Bönener fuhr als Nachrücker zur WM. Diesmal muss sich der Rennrollstuhlfahrer, der 2016 in Rio de Janeiro schon einmal bei den Paralympics dabei war, wieder strecken. Um sich für die kontinentalen Wettkämpfe im Mai (Polen) zu qualifizieren, muss im April eine neue Bestmarke her. Eine andere Strecke ist in seiner Schadensklasse T33 weiterhin nicht ausgeschrieben. „Das wird eine harte Nuss“, weiß Rüdiger Schmitz.

Dem RGS-Athleten bleibt wenig Zeit: „Eigentlich kommt nur Dubai oder Schardscha in Frage“, sagt der Trainer. Anfang März macht sich der Tross der deutschen Paraleichtathleten auf in die Emirate. Familie Schmitz würde gerne eher hinfahren, „um die guten Bedingungen dort zu nutzen.“

Genug Eingewöhnungszeit

Auch 2020 werden sie wieder viel unterwegs sein. Im April reist die Nationalmannschaft nach Lanzarote ins Trainingslager – der Bönener ist eingeladen. Im Mai stehen die beliebten Wettkämpfe in der Schweiz an, doch die sind für die EM-Norm zu spät. „Wir geben das Beste“, sagt Rüdiger Schmitz, der Hoffnung in den neuen Rollstuhl setzt.

Mit dem fuhr sein Sohn bei der WM in Dubai im vergangenen November, und hatte vorher nur ganz wenige Übungsfahrten mit dem Gerät absolviert. Jetzt hat er genügend Zeit, sich an das Gefährt zu gewöhnen, das dem alten zwar ähnelt, aber dennoch in allen Belangen überlegen ist.

Nach der WM hatte Denis Schmitz eine Trainingspause eingelegt. „Die hatten alle Beteiligten auch nötig“, sagt der Vater mit Blick auf den Familienfrieden und des Sammelns neuer Kräfte. Seit dem Jahreswechsel hat Dennis Schmitz wieder angefangen zu trainieren, wegen der Witterung bislang allerdings nur auf der Rolle oder in der Halle. „Wir müssen Kondition und Schnelligkeit aufbauen“, sagt der Coach. Erst in Dubai und vor allem auf der schnellen Bahn im Nachbaremirat Schardscha wird sich zeigen, wie der RGS-Sportler über den Winter gekommen ist.

Entwicklung stockt seit 2019 ein wenig

Die EM-Norm ist aber nur eine Sache. Für die Paralympics legte der Weltverband eine noch größere Hürde auf. 18,19 Sekunden muss Schmitz fahren, wenn er das Ticket für Tokio ergattern möchte, ohne auf eine Sonderregelung wie für die WM in diesem Jahr angewiesen zu sein. „Das ist sehr weit weg. Ich weiß noch nicht, wie wir das bewerkstelligen sollen. Aber wir müssen die Zeit so hinnehmen“, sagte Rüdiger Schmitz.

Nachdem sein Sohn in den Jahren nach Rio seine Zeiten stetig verbesserte, ging es 2019 nur noch leicht voran. Bis Juli hat das Duo Gelegenheit, die Paralympics-Norm zu knacken. „Wir werden alles dafür tun“, verspricht Rüdiger Schmitz.

Zunächst darf sich sein Sohn aber noch einmal auf den Lorbeeren des vergangenen Jahres ausruhen. Für seinen vierten Platz bei der WM ist er bei der Sportlerehrung der Stadt Unna nominiert worden. Seine Konkurrenten sind Schwimmer Luca Nik Armbruster und Radfahrer Michel Heßmann. Die Entscheidung wird beim Neujahrsempfang des Sports am Freitag, 31. Januar, in der Erich-Göpfert-Stadthalle bekanntgegeben.

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