Reiten beim RuF Nordbögge/Lerche

"Auf Hufschlag bleiben" mit Lehrerin Eva Pieper

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Der Gruppengedanke steht über allem beim Reit- und Fahrverein Nordbögge/Lerche und Reitlehrerin Eva Pieper (rechts).

Lässig steht Eva Pieper an der Bande der Halle des Reit- und Fahrvereins Nordbögge/Lerche am Schmerhöfeler Weg. „Außen abfangen, innen weicher werden.“ Mit ruhiger, aber kräftiger Stimme gibt die Reitlehrerin Kommandos.

Nordbögge – Die 33-Jährige unterrichtet gemeinsam mit Petra Picker und Jenny Närdemann auf Schulpferden den Nachwuchs der Nordbögger. Dressurstunden gibt die Unnaerin wie auch Sprungtrainer Steffen Bröckmann zudem für „Privatreiter“. 

„Sprich mit ihr“, fordert Pieper von Schülerin Selina. Mit Stimme und ihrem Körper sollen ihre Schülerinnen auf das Pferd einwirken. „Sie sollen den Charakter des Tieres kennenlernen.“ Das sei auch ein Vorteil der Arbeit mit Schulpferden. 

Die Mädchen im Alter von acht bis 17 Jahren müssten sich auf das wechselnde Tier einstellen. „Die gute Beziehung zum Pferd ist bei einem eigenen natürlich leichter herzustellen.“ Immer gelte, das Pferd als Partner zu sehen. Pieper weiß wovon sie spricht. Sie sitzt seit über 25 Jahren im Sattel. Den Turniersport hat die erfolgreiche Dressurreiterin (bis Klasse S) seit drei Jahren aufgegeben.

Aus beruflichen Gründen kürzer getreten 

„Aus beruflichen Gründen“, erzählt sie. Sie ist Förderschullehrerin. „Und die pädagogische Ausbildung ist nicht schlecht beim Umgang mit den Kindern hier.“ Mit dem Wissen aus ihrer beruflichen Ausbildung im Hintergrund würde sie beim RuF gelassener unterrichten. In Nordbögge setzt sie auf ihre Erfahrung. Einen Trainerschein hat Pieper nicht. „Für den Verein war das nie die Frage. Ich habe die nötige Reitlehrerversicherung“, erklärt sie. 

„Es kommt ja auch immer darauf an, wie man das Wissen rüberbringt“, ist die 33-Jährige von ihrem Unterricht überzeugt. Ihr „Arbeitgeber“ wohl auch. Seit sechs Jahren schon steht sie in der Reithalle. Die Schüler, die Pieper an diesem Abend verbessert, sind alle schon auf einem Turnier gestartet. Leistungsdruck muss niemand befürchten. 

Der Gruppengedanke steht im Vordergrund

„Den Ehrgeiz, besser zu sein als die anderen, muss man nicht unbedingt wecken“, hält sie sich bei Beurteilungen im Gruppenunterricht zurück. „Ich will dieses ‘Jeder kämpft für sich’ auch nicht fördern“, sagt Pieper. Dass sich der Nachwuchs vergleicht, bleibt natürlich nicht aus. „Am Anfang ist es für die Kinder schön in der Gruppe unterrichtet zu werden“, erklärt Pieper, „Das ist ja wie in der Schulklasse. Da hat einen die Lehrerin nicht immer im Blick.“ 

Denkste! „Auf Hufschlag bleiben“, gibt sie einer Schülerin mit auf den Weg. Sie soll das Pferd exakt an der Bande entlang halten. „Die Dressur ist die Grundlage fürs Reiten“, betont Pieper, „Der Reiter sollte das Pferd immer im Griff haben. Für Schüler, die weit fortgeschritten sind, gibt sie Einzelunterricht. Ihre „Besten“ momentan sind fähig, die Leistungsklassen L bis M zu melden. Mit dem entsprechenden Pferd natürlich. 

Anfängliche Angst muss überwunden werden

Reiter und Pferd müssen eine Einheit bilden. „Es gibt Talente“, weiß Pieper, „deutliche Unterschiede bei den Anfängern, die man recht früh erkennt. Wichtig ist auf dem Pferderücken die Balance. Die mit besserem Körpergefühl haben weniger Schwierigkeiten, können die Übungen schneller umsetzen.“ Durch Training und Disziplin, Willen und Ehrgeiz – und „über die Grenzen gehen“, könne man fehlendes Talent zum Teil ausgleichen. 

Ein Pferd sei ja auch ein sehr großes Tier. „Einige Kinder wollen reiten, müssen aber erst ihre Angst überwinden.“ Übrigens: „Reiten ist nicht nur für das Pferd anstrengend“, widerspricht die erfahrene Reiterin dem Klischee unter Laien. „Ausgleichsport, zum Beispiel Yoga oder Krafttraining, speziell für die Beine hilft.“

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