Reiten

Ein Turnier der besonderen Art bei der RG Bönen-Hacheney

Mit dem Sieg von Friederike Junker (RFV Soest-Bad Sassendorf) auf Eleven endete das M-Springen sowie das Sommerturnier der Reitgemeinschaft Bönen-Hacheney am frühen Sonntagabend.

Bönen - Als einziges von vier Paaren im Stechen blieb das siegreiche Duo ohne Fehler. Nachbar Steffen Bröckmann von Haus Mundloh in Bönen-Lenningsen, der für den Reit- und Fahrverein Nordbögge/Lerche antritt, war auf Neun-Elfer Turbo mit einer Zeit von 44,87 Sekunden zwar über vier Sekunden schneller unterwegs, kassierte aber vier Strafpunkte nach einem Abwurf.

Von den Reitern des Gastgebers starteten von Freitag bis Sonntag nur wenige. „Unsere Vereinsmitglieder haben sich als Helfer engagiert“, erklärte die Vorsitzende Sabine Kroll. Ihre Tochter Laura-Marina holte auf Danny´s Boy den zweiten Platz in der Stilspringprüfung L, punktgleich mit Vereinskameradin Christina Aust, die auf Luis ebenfalls eine 7,8 als Wertungsnote bekam. Die klare Siegerin dieser Prüfung kam auch aus Bönen: Anna-Lena Möllmann, Note 8,3, startet mit Carla Culunda für den Reiterverein Rhynern. Aust verzichtete auf den Einsatz ihres Spitzenpferdes Kollinear, das am kommenden Wochenende in Olfen das erste S-Springen in diesem Jahr gehen soll.

Berufsreiter Dahlmann an der Spitze

„Ich bin zufrieden“, meinte die Hacheneyer Reiterin schon am Samstag. Dort hatte Aust ihren vierjährigen Diamandor in den Wettkampf eingeführt. Die Paarung platzierte sich mit der Wertungsnote 7,5 auf Rang vier in der Springpferdeprüfung der Leistungsklasse A*. Sieger der Prüfung: Berufsreiter Franz-Josef Dahlmann auf Coquetto del Pierre (8,5 Punkte, Fritz Sümmermann-Fröndenberg). Der Arnsberger sattelte am Samstag eine ganze Reihe von Pferden. Hacheneys Kimberly Duda holte auf Robin Hood die Silberne Schleife im Punktespringen mit Joker.

Für den Nachbarverein Nordbögge ging nicht nur Bröckmann erfolgreich in den Parcours. Alina Timpeltey wurde auf Chloé Vierte im L-Springen (7,7), ebenso im A-Springen mit steigenden Anforderungen. Dressurspezialistin Stephanie Idczak holte mit Cesana einen zweiten und einen dritten Platz in der Leistungsklasse L. Hacheneys Sina Becker platzierte ihre Haflinger Fosko und Sten van de Heistraat ebenfalls. „Die Ponys waren super drauf. Man hat gemerkt, dass sie nach der langen Pause Lust auf den Wettkampf haben“, gab sich die junge Frau zufrieden.

Ein Bändchen für den Zutritt

Es war ein merkwürdiges Turniererlebnis in Zeiten von Corona. Ein Gitterzaun versperrte den Weg auf das Gelände von Hof Böcker an der Heidestraße. Keine parkenden Autos, kein Publikumsverkehr an der Reithalle. Aber ein Banner mit Hinweis auf das Sommerturnier. Einlass sei hinter der letzten Wiese, verriet ein Schild. Dort, in normalen Zeiten die Einfahrt für die Pferdehänger, hatte die Reitgemeinschaft Hacheney eine Akkreditierungsstelle eingerichtet. Zwei Helferinnen des Vereins nahmen die ausgefüllten Anwesenheitslisten in Empfang oder baten um die Daten. Reiterin und Begleiter bekamen im Gegenzug ein blaues Bändchen am Samstag, einen anderen Blauton am Sonntag.

„Wir fragen höflich, ob sich jemand im Hänger versteckt“, erklärte Vereinsvorsitzende Sabina Kroll mit einem Schmunzeln. Sie spielte auf den Ärger beim Nachbarverein in Kamen an. Bei dessen Reitturnier eine Woche zuvor versuchten Zuschauer mit allen Mitteln Zugang zu bekommen. In Hacheney hatten diese aber schon wegen des fehlenden Bändchen keinen Aufenthaltstitel. „Es ist schon komisch, aber es geht ja nicht anders“, beschrieb Kroll die Atmosphäre am Samstagnachmittag.

Lob in den Sozialen Medien

Es war sehr still auf dem Gelände. Kein Geplapper am Bierwagen, kein Gelächter. Kein Applaus vom Rand des Parcours. Nur das Abklopfen des die Prüfung gut gegangenen Pferdes durch die Reiter war zu vernehmen. Und die Stimme von Turniersprecher Rolf Aust sowie Popmusik in den Wässerungs- und Aufbaupausen. Ein Würstchen- und Pommeswagen mit Plexiglasarmierung sorgte für die Verpflegung, Getränke gab es in Flaschen direkt aus dem Kühlwagen. Alles anders.

Die Reiter selbst seien zufrieden gewesen, wie der Verein durch Kommentare in den Sozialen Medien erfuhr. „Viele waren glücklich über die ersten Schleifen in diesem Jahr, die sie sich tatsächlich am Schleifenbaum abgeholt haben“, staunte die Vereinsvorsitzende, „dabei denkt man, die hätten die Wände damit tapeziert.“

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