Reiterin Lara Weber will zur Bundeswehr

Bönen - Die junge Springreiterin Lara Weber steht an diesem Wochenende vor der nächsten großen Herausforderung. Bei den westfälischen Titelkämpfen in Freudenberg tritt die 18-jährige Juniorin gleich mit zwei Pferden an.

Mit Chocolate Daisy geht die Reiterin, die mit ihren Eltern inzwischen von Bramey ins benachbarte Werve umgezogen ist, bei den Titelkämpfen der Junioren an den Start. Die beginnen heute Vormittag mit einem Zeit-Springen der Klasse M auf Zwei-Sterne-Niveau. Morgen folgt die zweite Wertungsprüfung, ehe es am Sonntagmittag im Finale mit Stechen um die Medaillen geht. Für die Prüfungen in der Klasse M scheint das Paar jedenfalls gerüstet. Erst am vergangenen Wochenende platzierte sich Lara Weber mit der elfjährigen westfälischen Stute beim Turnier in Münster-Roxel in einem Zwei-Sterne-M-Springen.

Mit Cassiadus, ihrem zweiten aktuellen Top-Pferd, lief es dort noch besser. Im Großen Preis von Roxel landete sie bei starker Konkurrenz auf dem sechsten Platz. Dabei blieb sie mit dem zehnjährigen Holsteiner Schimmelhengst nicht nur im Normal-Umlauf, sondern auch im Stechen des S-Springens auf Zwei-Sterne-Niveau fehlerfrei. Unter anderem ließ sie dabei den Olympiasieger sowie Ex-Europa- und Weltmeister Lars Nieberg hinter sich. Mit Eva Deimel gewann eine der besten deutschen Amazonen die Prüfung.

Mit Cassiadus will sich Lara Weber bei den westfälischen Meisterschaften erneut mit der Elite der Senioren messen. Allerdings darf sie als Juniorin nur in der ersten und zweiten Wertungsprüfung antreten. Auf das Finale muss sie wegen ihres Alters verzichten, wie ihr Vater und Manager gestern kurz vor der Abfahrt nach Freudenberg erläutert. „Da sie zwei starke Pferde hat und nur mit einem im Junioren-Wettbewerb starten darf, wurde ihr diese Möglichkeit eingeräumt. Das ist ein guter Test für die beiden“, erklärt Udo Weber.

Dass die Titelkämpfe in Freudenberg stattfinden, könnte ein gutes Omen sein. Auf dem Turnierplatz beim Reitverein Giebelwald in der Siegerländer Fachwerk-Stadt wurde Lara Weber 2012 erstmals Westfalenmeisterin, damals noch als Ponyreiterin.

Den Umstieg auf Großpferde hat sie offenbar gut gemeistert, wie die zahlreichen Platzierungen in Springprüfungen der Klasse M und S zeigen. Eine Medaille bei den Titelkämpfen zu gewinnen, wird angesichts der starken Konkurrenz aber schwer. Und deshalb nennt Udo Weber die Qualifiaktion für die Deutschen Meisterschaften Mitte September in Zeiskam (Südpfalz) als erstes Ziel. Ein viel wichtigeres Ziel hat Lara Weber in diesem Jahr allerdings schon erreicht. Sie hat das Abitur am Marie-Curie-Gymnasium gemacht. Und mit dem Reifezeugnis in der Tasche wird sie sich nun erst einmal ganz auf den Sport konzentrieren können, denn die 18-Jährige wird in die Lehrkompanie der Bundeswehr-Sportschule in Warendorf aufgenommen – vorausgesetzt sie besteht auch noch den Sporttest. Davon geht Vater Udo jedenfalls aus. Der Dienst bei der Bundeswehr ermöglicht der KaderReiterin zusätzliche Trainingsmöglichkeiten mit ihren Spitzenpferden, die ihr von Sponsoren zur Verfügung gestellt werden. Die kann sie auch mit nach Warendorf nehmen.

In Deutschlands Pferdehauptstadt wartet auf sie zuvor allerdings auch noch eine wichtige sportliche Aufgabe. Ihr Nachwuchspferd Sleipnir hat Lara Weber für das Bundeschampionat der sechsjährigen Springpferde qualifiziert. Der talentierte Holsteiner Schimmelwallach gehört ihr selbst. - li

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare