Handball

So reagiert der RSV Altenbögge auf den Verbandsliga-Aufstieg

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Meisterschaft und Aufstieg sind perfekt: Der RSV Altenbögge spielt in der kommenden Saison in der Verbandsliga.

Landesligist RSV Altenbögge steigt in die Handball-Verbandsliga auf. Und das ohne nochmal auf die Platte zu gehen. Wir haben Stimmen der Verantwortlichen.

Bönen - Am Sonntag beschloss der Handballverband Westfalen , die restlichen acht Partien auszusetzen und die Tabelle vom 12. März mit Hilfe der Quotientenregelung zur Wertung heranzuziehen. Absteiger wird es keine geben, der Erste, also in der Landesliga 3 der RSV, steigt mit errechneten 178,9 Punkten auf. Westfalia Herne folgt als Zweiter mit 173,7 Zählern – errechnet aus erspielten Pluspunkten durch die Anzahl der Spiele mal Faktor 100.

„Es ist schön, dass wir es geschafft haben“, meint Altenbögges Kapitän Sören Feldmann. „Und wir freuen uns natürlich, unser Ziel erreicht zu haben.“ Die Situation sei schon komisch, „aber wir stehen ja nicht umsonst da oben.“ Dem ist mit nur einem verlorenen Spiel nichts hinzuzufügen. Auch der 25:19-Erfolg beim inzwischen einzigen Verfolger, Mitaufsteiger Herne, hatte große Aussagekraft. Aber Herne blieb bis auf einen Punkt dran. „Dass nun kein entscheidendes Spiel in voller Halle mehr folgt, bedauern wir natürlich“, sagt Feldmann, der Meistertitel sei aber eine verdiente Wertschätzung für die Leistung der Mannschaft, die schon in der vergangenen Saison eine gute Rolle gespielt hätte, nur eben nicht in der Konstanz der Spielzeit 2019/20.

Schulte-Vögeling sieht Planungssicherheit

„Wir haben das erreicht, was wir uns vorgenommen haben: Wir sind aufgestiegen“, sagt Trainer Jens Schulte-Vögeling schlicht. Die Situation habe sich zumindest dahingehend geändert, dass jetzt eine gewisse Planungssicherheit gegeben sei. „Wir freuen uns auf das Abenteuer“, ergänzt Schulte-Vögeling. „Die Jungs haben Lust auf Verbandsliga, das haben sie in der Whatsapp-Gruppe klar gemacht. Wir wollen das Erreichte dort bestätigen.“

Tino Stracke kommt in diesen Tagen gar nicht mehr raus aus seinem Stimmungshoch. Vergangenen Donnerstag wurde der Sportliche Leiter des RSV zum dritten Mal Vater, seit gestern leitet er die Geschicke eines Verbandsligisten. „Ich finde es übrigens auch gut, dass Herne mitaufsteigt. Wir können nun auch vernünftig planen“, sagt er. Mit dem Abbruch der Saison hatte Stracke schon länger gerechnet. Nun ist es fix. Und am Wochenende griff der Bönener entsprechend oft zum Telefonhörer, arbeitete die Wunschliste der Altenbögger hinsichtlich Verstärkungen ab. „Zusagen sind da, aber die Spieler wollen erst ihren alten Vereinen Bescheid geben.“ In Sachen Torwart meldet der Sportliche Leiter Erfolg, den ebenfalls gesuchten Linkshänder hat er noch nicht gefunden. Zuversichtlich ist er dennoch. „Wenn große Sponsoren kein Geld mehr für die Vereine übrig haben, die dann in Schwierigkeiten geraten. Wer weiß, ob sich nicht der ein oder andere überlegt, zu uns zu wechseln. Es kommt darauf an, wie lange die Situation noch andauert.“

Was passiert mit den Jugendlichen?

Stracke rechnet nicht mit einem Saisonstart im September, hofft aber auf eine frühere Hallenöffnung. „Wir brauchen ja auch eine Vorbereitung.“ Ein Problem in der Hinsicht ist die Ligen-Qualifikation der A-Jugendlichen für die kommende Jugendspielzeit. Und die Situation bezüglich der Jugendlichen, die ja schon kräftig in beiden Seniorenteams der Altenbögger mitmischen. „Wir wissen nicht, für welche Liga sich die Jugend qualifiziert. Ob dann alle bleiben, wer den Verein verlässt, zum Beispiel zum Studium wegzieht“, so Stracke.

Die A-Junioren zu binden sei elementarer Baustein des Wegs, den der Verein eingeschlagen habe. „Wir haben ja versucht, die Strukturen in diese Bahnen zu lenken“, betont Vorsitzender Karsten Schilling. Diese Blickrichtung werde sich durch den Aufstieg auch nicht ändern. „Es wird vielleicht alles intensiver.“

Dass der Titel real nachgefeiert werden muss, ist allen Beteiligten bewusst. Daran ändert auch die angekündigte virtuelle Meisterfeier, die Hallensprecher und Webmaster Dustin Wollek bereits emsig organisiert, nichts. Schließlich ist es fast 40 Jahre her, dass der RSV so hoch gespielt hat. „1979/80 war das, glaube ich“, blickt Schilling zurück. „Damals bin ich gerade mit Doppelspielrecht in die Senioren hochgegangen, zusammen mit Uli Buske und Hans-Jürgen Kuhnt. Wir sind zwar schnell wieder ab-, aber auch nochmal wieder aufgestiegen.“

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