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Bönens Torgarant mit dem feinen linken Fuß

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Von: Markus Liesegang

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Drei Tore erzielte Raphael Thiemann (rechts) gegen Yunus Emre und schoss sich damit auf Platz eins der Torjägerliste der Kreisliga B1.
Drei Tore erzielte Raphael Thiemann (rechts) gegen Yunus Emre und schoss sich damit auf Platz eins der Torjägerliste der Kreisliga B1. © Liesegang Markus

Es war schon gekonnt: Raphael Thiemann läuft in der 84. Minute auf Torhüter Hasan Ustabas zu. Der verkürzt den Winkel, aber der Linksaußen der IG Bönen II zirkelt den Ball am Keeper vorbei zu seinem dritten Treffer an diesem Tag und zum 6:0-Endstand gegen Yunus Emre HSV ins kurze Eck. Es zeigt die große Selbstsicherheit, die bei Thiemann momentan vorhanden ist. Kein Wunder: Er ist nicht nur der beste Torjäger der Fußball-Kreisliga B1.


Bönen – Thiemann führt mit 18 Treffern vor dem Marker Stürmer Till-Felix Staffel, der 15-mal eingenetzt hat und übrigens wie der Bönener Linksfuß ist. „Besser als diese Saison ist es noch nie gelaufen“, bestätigt Thiemann seine aktuelle Form. 27 Jahre ist er inzwischen alt. „Bestes Fußballeralter“, bemüht er ein Klischee. „Und in fünf Jahren spiele ich dann Ü32“, rechnet der Bönener vor. „Bis dahin haben wir bei der IG auch eine“, meint er locker.

Im Augenblick arbeitet Thiemann allerdings am Aufstieg seiner Mannschaft entscheidend mit. „Die Trainer sagen, an mir kommt im Moment keiner vorbei.“ Die Begründung von Gültekin Ciftci und Ayhan Sezer ist naheliegend: „Sie sagen, wer soll denn dann die Tore schießen.“ Die etatmäßige Sturmspitze Sedat Cakir kommt gerade einmal auf die Hälfte von Thiemann, nämlich auf neun Tore. Und der eigentlich treffsichere Mittelstürmer vergab auch gegen Yunus Emre einige 100-Prozenter, bevor er zweimal traf. „Ich kenne das so nicht von ihm, und er kann sich das auch nicht erklären“, sagt Thiemann. Allerdings hat der linke offensive Mittelfeldspieler auch mehr Spiele auf dem Konto als Cakir, der zu Saisonbeginn einen Blinddarmdurchbruch hatte, dann langsam erst wieder seine Fitness aufbauen musste.

Der Mann für die Standards

„Die meisten Tore waren Standards“, gibt Thiemann offen zu. Er ist für die Elfmeter zuständig, verwandelte bisher dreimal, und schießt die Freistöße, darunter auch die beiden sehenswerten, mit denen er im Spätsommer das Derby gegen die SpVg Bönen II entschied. Eine starke Schusstechnik habe er schon immer gehabt, nennt der Bönener seine vielleicht größte Stärke. Am vergangenen Sonntag zeigte er sie auch aus dem Spiel heraus: Das 4:0 erzielte er aus 18 Metern, ein trockener Linksschuss in den Knick. Dabei trainiert er momentan weder Torabschlüsse, noch überhaupt. „Ich hab immer Spätdienst im Lager bei DPD“, erklärt der 27-Jährige.

„Natürlich bin ich stolz auf meine Tore“, sagt Thiemann, „aber diese Mannschaft spielt auch gut zusammen.“ Wichtigster Mitspieler: „Miguel Dotor-Ledo, der hält die Abwehr gut zusammen.“ Und als Sechser setze er ebenfalls gute Impulse nach vorne. Gegen Yunus Emre biss der frühere Oberliga-Akteur von Westfalia Rhynern und der Hammer SpVg, der aus der IG-Ersten vor der Saison in die Zweite wechselte, weil er beruflich zu stark eingespannt ist, auf die Zähne. Aus dem Derby in Nordbögge eine Woche zuvor hatte er eine Rippenprellung davongetragen.

Am Sonntag steigt das Topspiel Erster gegen Zweiter

Dotor-Ledos Einsatz wird auch am kommenden Sonntag wichtig sein, wenn beim TuS 59 Hamm das Spitzenspiel Erster gegen Zweiter ansteht. „Hoffentlich sind wir gegen TuS 59 besser besetzt“, blickt der Linksaußen auf die vielen Ausfälle in den jüngsten Partien zurück. „Es wird ein spannendes Spitzenspiel werden. Aber wenn wir voll besetzt sind und so spielen wie in der zweiten Hälfte am Sonntag, haben wir auch beim TuS eine Chance. Wir haben ja einen Kader, der durchaus Kreisliga A spielen kann.“

Das hat Thiemann selbst bereits getan, früher mit der IG-Ersten, damals schon unter Ayhan Sezer, der auch jetzt wieder sein Trainer ist. Groß wurde Thiemann bei der SpVg, bevor er „vor fünf, sechs Jahren“ zum Schulzentrum wechselte.

Seit Kurzem spielt Thiemann zudem mit seinem jüngeren Bruder Maurice (22) zusammen: „Gegen Yunus hat er durchgespielt und auch ein Tor gemacht, das freut mich.“ Maurice hatte dabei einen langen Weg in den Hammer Strafraum. Er spielte eigentlich Innenverteidiger. Erkennbar war beim 5:0 der IG, dass der jüngere Bruder eine ähnlich starke Schusstechnik hat. „Mucki“, so der Spitzname, nutzt nur seinen rechten Fuß.

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