Fußball

Verband zeichnet Ramona Schnatmann aus

Ramona Schnatmann wurde vom Verband ausgezeichnet.
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Ramona Schnatmann wurde vom Verband ausgezeichnet.

Überraschende Ehrung für Ramona Schnatmann. Die Spielführerin des BSV Heeren wird vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen als Coronaheldin geehrt.

Heeren – Was es für ein Preis sein wird, weiß Ramona Schnatmann nicht. Die Kapitänin des Landesligisten BSV Heeren ist vom Fußball und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) als Coronaheldin ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung soll aber in einem würdigen Rahmen öffentlich, also nach Ende des Corona-Lockdowns, über die Bühne in der Sportschule Kaiserau gehen.

„Ich weiß auch, ehrlich gesagt, gar nicht, wofür genau ich ausgezeichnet werde“, gibt die 32-Jährige zu. „Uli Eckey hat mich vorgeschlagen, ich wusste davon gar nichts“, schiebt sie die „Schuld“ dem BSV-Vorsitzenden zu. Der wollte die Wernerin, die seit 2010 für den BSV aufläuft, endlich auf den Schild heben. „Was sie für den Verein tut, geht über das normale hinaus“, lobt er. „Vor allem der Adventskalender mit dem Mannschaftsfoto und den Türchen mit Portraits der Spielerinnen, dem Stückchen Schokolade – ich war gerührt.“ Das sei ein Gemeinschaftswerk gewesen, stellt Schnatmann klar. „Ich habe das mit meinen C-Kapitäninnen Sabrina Timmermann und Alina Biermann umgesetzt.“

Der Kalender sei auch nur ein Teil eines Komplettpakets gewesen, erinnert Eckei besonders an das Jahr 2020. „Sie hat im ersten Lockdown Verschönerungen am Platz in Angriff genommen.“ Farben wurden aufgefrischt, eine Sitzlounge aus Europaletten lädt vorm Vereinsheim zum Verweilen. „Das habe ich natürlich alles nicht alleine gemacht“, schränkt sie ein. Ein geplanter Helfertag für den gesamten Verein fiel nämlich aus. Schnatmann wollte die Arbeiten aber trotzdem durchziehen.

Lieber im Hintergrund tätig

Schnatmann sagt, sie würde gar nicht so gerne im Mittelpunkt stehen. Auch ein Faible für die Teilnahme an Wettbewerben verneint sie, obwohl sie 2013 mit dem Tor des Monats Dezember im FLVW für das „Tor deines Lebens“ nominiert wurde. „Da hab ich mich auch nicht selber beworben, ich weiß gar nicht, wer das war“, sagt sie. „Ich bin auch absolut kein Mittelpunktmensch, ich mache lieber Sachen im Hintergrund.“

Die Wernerin ist einfach nur sehr aktiv. In ihrer Heimatstadt bekam sie schon einmal die Sportplakette der Stadt Werne. „Für besondere Anerkennung im Sport bekommt man die.“ Es wäre familiäre Veranlagung, Dinge zu machen, zu organisieren. Ihr Bruder Markus, ebenfalls Fußballer, und aktueller Geschäftsführer der Stadtsportverbandes, hat im vergangenen Jahr in Werne ein Spikeball-Turnier ausgerichtet. „Der ist wie ich auch so ein Organisationstalent“, erklärt Schnatmann.

BSV Heeren ihre Familie

Die Schwester gründete beim BSV Heeren eine Eventgruppe. Das geplante Dartturnier mit 80 Anmeldungen fiel aus, ein Sponsorenlauf und eine Mallorca-Party ebenso. „Das hätte Geld in die Vereinskasse gebracht“, nennt sie einen Aspekt der Aktionen. Und es hätte das Vereinsleben im toten Sportjahr belebt, ergänzt Eckei. Wichtig sei es, im Blick der Mitglieder zu bleiben, gerade in diesen Zeiten. „Sie hat ja auch im vergangenen Jahr zu 90 Prozent das Abschiedsspiel der Heerener Urgesteine Matthias Böcker und Sebastian Eckei organisiert, ich musste das kaum etwas machen.“ In den Vorstand konnte Eckei die emsige Schnatmann noch nicht locken. „Aber ich bagger weiter.“ Heeren sei Familie für sie. „Deswegen wollte ich da auch nie weg“, sagt die defensive Mittelfeldspielerin, Lieblingsspieler Bastian Schweinsteiger. „In Heeren kennt jeder jeden mit Namen, auch die ganzen Alten, die da immer am Platz sind, begrüßen dich.“

Die Fußballschuhe wollte Schnatmann nach dieser Saison eigentlich an den Nagel hängen. Für die Zeit danach hat sie aber schon vorgesorgt. Sie gründete im Sommer 2020 eine so genannte Alt-Damenmannschaft, „die aber erst dreimal trainiert hat. Ich hatte alle ehemaligen Spielerinnen aus Heeren und die ich so kannte angeschrieben.“ Eine zweite Mannschaft dieser Art oder gar eine Liga existiert im Fußballkreis nicht, weiß sie. „Erst einmal haben wir verabredet, uns alle zwei Wochen zum Pöhlen zu verabreden. Wir wollen dann schon mal Freundschaftsspiele machen, im Sommer gibt es auch diese Ü32-Liga.“ Wenn ihr das an Aktivitäten nicht ausreichen sollte, hat Vereinsboss Eckei vielleicht doch noch Erfolg, Schnatmannn in den Vorstand zu lotsen.

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