Handball

RSV-Podcast mit Geckert und Lublow: "Wir reden einfach drauf los"

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Da sie sich in der MCG-Halle nicht mehr sehen, haben die Bönener Handballer Bernd Lublow (links) und Dennis Geckert einen Podcast ins Leben gerufen und wollen die RSV-Fans unterhalten.

Bönen – Bernd Lublow und Dennis Geckert spielen normalerweise Handball für den RSV Altenbögge. Das dürfen sie seit fünf Wochen nicht mehr. Der Linkshänder aus dem rechten Rückraum der zweiten Mannschaft und der Linksaußen der Landesligamannschaft, die beide früher auch in einem Team aufliefen, haben aber auch andere Qualitäten: Sie unterhalten die RSV-Anhänger in der Zwangspause mit einem amüsanten wie informativen Podcast namens „Engelchen und Teufelchen".

Der Podcast von Bernd Lublow und Dennis Geckert, der immer sonntags um 18 Uhr, wenn der RSV Altenbögge veröffentlicht wird, ist auf der Homepage des Vereins und auf Spotify bei der Suche nach dem Vereinsnamen zu finden. 

Warum machen Sie diesen Podcast? Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Bernd Lublow: Durch die aktuelle Pause sieht man sich natürlich gar nicht mehr, außer über digitale Medien. Auch Gecki und ich haben uns seit einigen Wochen nicht mehr ausgetauscht und nur wenig voneinander gehört. Unsere privaten Gespräche drehen sich oft um das Thema Handball, und da haben wir uns gedacht, das könnten wir eigentlich mit einem Podcast verbinden. Die RSV-Gemeinschaft ist in den vergangenen Jahren sehr groß geworden, und vielen fehlt der Wochenendabschluss in der Dreifachhalle. Vielleicht geraten so der Verein und sein Umfeld nicht ganz in Vergessenheit.
Dennis Geckert: Es hat sich aus der Situation heraus entwickelt. Das Vereinsleben ist ja ins Stocken gekommen. Das ist ja mehr als Handballspielen bei uns in Altenbögge. Zum Beispiel: über den Sport und auch seine Freizeit reden. Wir wollten diesen Verlust mit einem Podcast ein wenig kompensieren.

Schneiden dauert am längsten

Und wer ist eigentlich Engelchen und wer Teufelchen?

Lublow: Das lösen wir in Folge 100 auf.

Bleibt es dabei, den Podcast immer sonntags um 18 Uhr, also zur Zeit, an der die erste Mannschaft spielen würde, ins Netz zu stellen?

Geckert: Vorerst ja. Aber wir wissen selber nicht genau, wie lange wir das noch machen. Momentan haben wir am Wochenende noch Zeit dafür, aber drei bis vier Stunden müssen wir schon investieren fürs „Schneiden“ etc.

Wie setzen Sie den Podcast technisch um?

Lublow: Im Prinzip telefonieren wir parallel per Whatsapp-Videocall. Wir sehen uns und nehmen zuhause jeder die eigene Tonspur per Laptop auf und legen die anschließend übereinander. Wenn es dann technische Probleme gibt, haben wir die beiden Aufnahmespuren sicher. Der Aufwand ist also überschaubar.

Corona einmal komplett ausblenden

Bereiten Sie sich eigentlich vor?

Geckert: Wenig bis gar nicht. Wir haben so eine grobe Struktur, was wir ansprechen wollen. Wir haben in der Regel drei, vier Themen. Aber das war´s dann auch. Wir haben den Podcast nicht minütlich durchgetaktet.
Lublow: Das Thema Corona bestimmt den Alltag aller. Da ist es auch für Gecki und mich schön, das am Wochenende einmal komplett ausblenden zu können, über etwas anderes zu reden. Eine intensive Vorbereitung steckt da nicht hinter. Wir reden einfach drauf los.

Also kein Skript? Das hatte Marius Schrage, Gast der letzten Folge 4, ja ins Spiel gebracht, bezüglich einer Frage, die laut Skript nicht autorisiert gewesen sei.

Lublow: Nee. Da hat Marius seinen Humor ins Spiel gebracht. Es hat grundsätzlich mit allen Gästen ganz gut ohne Skript funktioniert. Jens Schulte-Vögeling musste man ja regelrecht bremsen. Vielleicht müsste es dazu auch noch eine Fortsetzung geben.

Die Gäste sagen sofort zu

Wonach suchten Sie ihre Gäste aus? Muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden?

Lublow: Wir haben bei allen spontan per Whatsapp nachgefragt und auch immer eine schnelle Zusage bekommen. Aufgenommen haben wir immer am Samstagabend und hatten somit auch ein klein wenig Stammtisch-Atmosphäre. Ein bisschen so wie in normalen Zeiten bei Denninghaus.
Geckert: Wir hatten die Grundidee, Leute, die was mit dem Verein zu tun haben und ihm verbunden sind, sei es der Trainer (Jens Schulte-Vögeling, Folge 2), Yannik (Kornrumpf, zweite Mannschaft, Folge 3) und Marius, der im vergangenen Jahr hier gespielt hat und der ja Bönener ist, vorzustellen.

Sind es wirklich nur eins bis fünf Zuhörer, wie Sie im Podcast behaupten?

Lublow: Ganz genau haben wir es nicht verfolgt. Dustin Wollek als Medienbeauftragter des RSV weiß da deutlich mehr. Die letzte Folge wurde innerhalb der ersten zwei Tage zumindest 100 mal gehört. Unser Plan oder Wunsch ist es aber nicht, das Ganze auszuweiten. Für uns ist es eine nette Abwechslung zum normalen Alltag.

Nicht ständig nur Mallorca

Die Mannschaftsfahrt nach Mallorca hat sich in den letzten beiden Folgen als Stichwortgeber verfestigt. Bietet das Trainingslager weiter Themen?

Geckert: Das ganze Vereinsleben, alles was dazu gehört, bietet immer irgendwo Themen. Vielleicht bietet sich noch das ein oder andere Motiv an. Aber es wird nicht unser Hauptziel sein, ständig über Mallorca zu reden, auch wenn wir mit den Reisen viele schöne Erlebnisse verbinden.

Wie ist das mit Namen, die in Ihren Geschichten eine Rolle spielen, fragen Sie die entsprechenden Personen?

Geckert: Wenn vorher klar ist, dass wir die oder die Geschichte erzählen wollen, fragen wir die entsprechenden Personen. Wenn sie uns dann spontan beim Quatschen einfällt, halten wir die Mitspieler anonym.

Mairus Schrage würde gerne wiederkommen

Wer ist der nächste Gast am Sonntag?

Lublow: Das ist eine Überraschung. Marius hat uns signalisiert, dass er für eine weitere Folge zur Verfügung stehen würde, aber es gibt natürlich auch noch einige andere Personen, die uns sehr interessieren. Je nachdem, wer uns zu dem Zeitpunkt zur Verfügung steht. Unser Sportlicher Leiter Tino Stracke wird es wahrscheinlich nicht sein, denn er ist am Donnerstag zum dritten Mal Vater eines Jungen geworden. An dieser Stelle auch noch einmal viele Grüße an Familie Stracke.

Besteht die Idee, den Podcast nach Ende der Krise weiterzuführen?

Geckert: Bernd, korrigier mich. Aber ich würd sagen, eher nein.
Lublow: Dito. Um ganz ehrlich zu sein, haben wir uns dazu noch gar keine Gedanken gemacht. Augenblicklich ist es eine angenehme Abwechslung am Wochenende. Wenn aber der normale Wahnsinn zu dem Wahnsinn, den wir jetzt gerade haben, dazu kommt, könnte es für uns zeitlich eher schwierig werden.
Geckert: Wir wollen es ja auch nicht zu unserem Lebensmittelpunkt machen, sondern es solange durchziehen, wie die Sache uns Spaß macht.

Live-Podcast aus der Vereinsgaststätte wird wohl nichts

Gibt es zum Abschluss tatsächlich ein Live-Podcast in der Vereinsgaststätte, wie in Folge 4 angedeutet, zum Beispiel zur Wiedereröffnung nach Corona?

Geckert: Ich fürchte, dass wir sehr lange bei Denninghaus nicht reinkönnen.
Lublow: Da ist im Moment ohnehin nicht dran zu denken. Bei der Idee war viel Humor im Spiel – und vermutlich würde ohnehin niemand kommen.
Geckert: Vieles, was im Podcast erzählt wird, hat einen deutlich ironischen Unterton.

Und zum Schluss die unvermeidliche Frage: Rechnet ihr mit der Fortsetzung des Spielbetriebs?

Lublow, Geckert: Wir beide nicht. Nicht, weil wir mehr wissen. Aber ich wüsste nicht, wie das gemacht werden sollte. Im Moment gibt es für uns alle viele andere Themen. Schön wäre, wenn wir die aktuelle Situation nicht nur als Belastung, sondern vielleicht auch ein wenig als Chance sehen. Viele Vereine und Unternehmen zeigen, dass vieles möglich ist. Das motiviert.

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