Trotz Platz drei in der Weltrangliste:

Denis Schmitz verpasst die Norm für die Paralympics in Tokio

Der Olympiatraum ist geplatz: Denis Schmitz verpasste auch in der Schweiz die Paralympics-Norm.
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Der Olympiatraum ist geplatz: Denis Schmitz verpasste auch in der Schweiz die Paralympics-Norm.

Der Bönener Rennrollstuhlfahrer Denis Schmitz kehrte jetzt aus der Schweiz zurück. Nach zwei Wochen intensivem Training und mehrerer Wettkämpfe. Aber auch mit der Erkenntnis, die Norm für die Teilnahme an den Paralympics in Tokio verpasst zu haben.

Bönen – Die Bestzeit des für die Reha- und Gesundheitssport Bönen startenden Lünerner bleibt bei 20,08 Sekunden über 100 Meter stehen. Das bedeutet zwar den aktuellen Weltranglistenplatz drei, gefordert hat der Verband für die Olympiateilnahme aber 18,18 Sekunden.

„Am 17. Juli wird endgültig entschieden, wer nach Japan fährt“, erklärt Vater Rüdiger Schmitz zum Stichtag. Er und sein Sohn werden aller Voraussicht bei den Wettkämpfen ab dem 24. August in Tokyo nicht dabei sein. „Wenn dennoch eine Einladung kommt, würden wir hinfahren“, sagt Rüdiger Schmitz. Wenn nicht, würde die Welt auch nicht untergehen. „Es kann natürlich sein, dass dem IPC (Internationales Paralympisches Komitee) ein T33-Sprinter fehlt und Denis noch reinrutscht. Andererseits ist eine Norm dazu da, erfüllt zu werden“, sagt er.

Trainingslager in der Schweiz dennoch ein Erfolg

Sportlich sei der Ausflug in das Alpenland dennoch ein Erfolg gewesen. „Wir haben zwischen den Wettbewerben viel trainiert“, erzählt der Vater. Auf Bahnen wohlgemerkt, nicht auf den Feldwegen, wie zuletzt zuhause, wo die Sportstadien, sprich: Tartanbahnen, aufgrund von Covid-19 gesperrt waren. „Denis hat sich auch schnell wieder gefangen, hat in den Wettkampfmodus gefunden.“ Beim Grand Prix in Nottwil fuhr Schmitz als einziger Starter seiner Klasse (T33) gegen die Uhr. Seine Zeit über die 100 Meter betrug 21:07 Sekunden.

Bei der „Weltklasse am See“ fuhr er gemeinsam mit Sportlern der Schadensklasse T34 und belegte den sechsten Platz (20:08).

Beim „Daniela Mutzeler Memorial“ startete der Lünerner mit den Teilnehmern der T51-Gruppe, gewann so außer Konkurrenz in 20:64 Sekunden. „Im ersten Rennen wurde er mit dieser Gruppe noch Dritter, knapp mit zwei Zehntelsekunden Rückstand.“

Start bei der EM in Polen zu risikoreich

Eigentlich stand Denis Schmitz auch im Kader für die Para-Leichtathletik-Europameisterschaft in Polen. „Das haben wir aber abgesagt, weil es uns zu unsicher erschien.“ Der Sportler ist zwar geimpft, arbeitet aber noch im Homeoffice, weil die Coronaschutzbestimmungen den Besuch der Hellweg-Werkstätten momentan noch nicht zulassen würden. Eine Diskrepanz zum Wettbewerb im Corona-Risikoland Polen.

„Denis hat an Sprintqualität gewonnen“, zieht Rüdiger Schmitz ein Fazit nach zwei Wochen Schweiz. „Das könnte durch einen Lehrgang sicher ausgebaut werden.“ Der steht momentan nicht an, wie auch geregeltes Bahntraining aktuell nicht möglich scheint. „Mal gucken, wann wir die Sportanlagen wieder benutzen dürfen.“

Aufgeben wird die Familie nicht. Rüdiger Schmitz hat eine neue Transportbox für den Rennrollstuhl bestellt. Wohin der Flieger Denis Schmitz und sein Gerät demnächst bringen wird, steht noch in den sprichwörtlichen Sternen.

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