Trendsportart

Padeltennis begeistert immer mehr Bönener

Zwei Bönerinnen in Aktion: Inge Littek (69, rechts) und Renate Zappe (65) spielen Padel-Tennis auf der Heerener Anlage.
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Zwei Bönerinnen in Aktion: Inge Littek (69, rechts) und Renate Zappe (65) spielen Padel-Tennis auf der Heerener Anlage.

Die Bönenerin Renate Zappe hat einen neuen Sport für sich entdeckt. Das aus Mexiko stammende Padel-Tennis zieht immer mehr Leute in seinen Bann.

Heeren - Über dem Kunstrasen steigt heiße Luft auf. Immer wieder zischt der Ball über das Netz. Dann ein dumpfes Geräusch. Der Tennisball prallt an der Glasscheibe ab und tickt zweimal im Feld auf – 15:0 für das Team von Renate Zappe.

Die Bönenerin hat einen neuen Sport für sich entdeckt. Das aus Mexiko stammende Padel-Tennis zieht immer mehr Leute in seinen Bann. Die Mischung aus Squash und Tennis wird auf kleineren Tennisfeldern gespielt, die durch hohe Glasscheiben begrenzt sind. Seitdem es eine Anlage mit zwei Feldern in Kamen-Heeren gibt, spielen auch zwei Bönener Seniorinnen regelmäßig den neuen Trendsport.

Renate Zappe kam zum ersten Mal in Spanien mit der Tennis-Variation in Berührung. Dort ist die Sportart inzwischen sehr weit verbreitet: „Als ich dann erfahren habe, dass es in der näheren Umgebung eine Anlage gibt, habe ich es direkt mit einer Freundin ausprobiert“, berichtet sie. Seit März ist die 65-Jährige nun regelmäßig an der Heerener Anlage aktiv. Auch Inge Littek wurde vom Padel-Fieber gepackt. Vor einem Monat stand sie das erste Mal auf dem Court. Inzwischen spielt sie einmal pro Woche. Die beiden Damen schätzen besonders den sozialen Kontakt mit den anderen Spielern: „Da immer im Doppel gespielt wird, kommt man mit vielen anderen ins Gespräch. Jung und Alt spielt gegen- und miteinander.“

Zwei Punkte machen den Unterschied

Die Spielfläche unterscheidet sich in zwei wichtigen Punkten zu einem normalen Tennisplatz. Zum einen ist das Feld halb so groß wie ein typischer Tenniscourt. Außerdem kann der Ball von den Glasscheiben am Spielfeldrand wieder in die Spielfläche abprallen. „Die Unterschiede zum klassischen Tennis sorgen auch dafür, dass der Sport für jeden geeignet ist“, sagt Michael Witthüser, Padeltrainer und Inhaber der Anlage. „Muskelkraft, die beim Tennis gebraucht wird, muss keiner mitbringen, da das Feld kleiner ist und nicht geschmettert wird. Außerdem würde der Ball einfach von der Wand dahinter wieder nach vorne abprallen. Taktik und Gefühl sind dementsprechend viel wichtiger.“ Die Wege, die die Spieler zurücklegen müssen, sind zwar kürzer, aber müssen häufiger gemacht werden. Das liegt an den zwei Spielern pro Team. Neben dem Partner können sich geübte Akteure stets auf den „dritten Padelspieler“ im Team verlassen. „Im Grunde hat man noch einen Mitspieler mehr – die Scheibe“, erklärt Witthüser.

Der Umgang mit dem Schläger ist einfach

Um die Spielfläche geschickt gegen das gegnerische Team einzusetzen, sollten die Sportler gut mit dem Spezialschläger umgehen können. Doch Neueinsteiger müssen sich hierüber keine Sorgen machen. Die richtige Handhabung eines Padelrackets ist noch einfacher zu erlernen als die des Tennisschlägers, wie der 50-Jährige erklärt: „Dadurch, dass der Schläger etwas kleiner ist, ist es einfacher den Ball richtig zu treffen, weil sich die Schlagfläche näher am Handgelenk befindet. Anfänger können so schneller ein gutes Ballgefühl entwickeln.“

Eine Partie klassisches Tennis zu spielen, könnte sich Zappe nicht mehr vorstellen, da dabei die körperliche Belastung sehr hoch wäre. Stattdessen ist der spanische Breitensport die bessere Alternative.

Die Suche nach weiteren Mitstreitern

Ihre Spielpartnerin Inge Littek hat jahrelang Tennis gespielt und kann ihre Erfahrung nun auf dem kleineren Court nutzen. Auch wenn die beiden Seniorinnen bisher immer zwei Spielpartner fanden, würden sie sich wünschen, noch mehr sportliche Mitstreiter in ihrem Alter zu begrüßen und sagen lachend: „Wenn wir noch ein paar junge sportliche Damen im Alter über 60 finden, wäre das auch super.“

Dass sie in den nächsten Wochen noch weitere neue Spieler kennenlernen, ist nicht unwahrscheinlich. Michael Witthüser organisiert zurzeit einen Schnupper-Kursus, bei dem Neulinge das mexikanische Tennis ausprobieren können.

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