„Nur“ 281 Sportler fanden den Weg zum Förderturm Bönen

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Katrin Walter hier mit dem neuen Vereinskameraden Andreas Kiene bekam als Dank vom Ex-Verein die Startnummer 1.

BÖNEN - Am Abend zuvor gab es Blitzeis und eine Unwetterwarnung für Nordrhein-Westfalen. Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster am Sonntagmorgen lockte auch nicht wirklich nach draußen. So gesehen war die magere Zahl von 281 Startern beid er zweiten Auflage des Laufs um den Förderturm nachvollziehbar. Entgegen der Quantität war die sportliche Qualität eine hohe: Im Schatten des Förderturms trafen sich mit Sven Serke (jetzt LSF Münster), Philipp Henseleit und Andreas Beulertz (beide Marathonclub Menden) Leichtathleten, die bei Traditionsrennen in der Region wie der Winterlaufserie der LG Hamm immer vorne mitlaufen. Die Frauenkonkurrenz war mit Katrin Walter (jetzt LG Hamm) und Vorjahressiegerin Laura Lienhart (Marathon-Club Menden) ebenfalls prominent besetzt.

Sie gewannen aber alle nicht: Ein Essener Duo hatte letztlich die Nase vorn. Ganz locker trabte Matthias Graute (TLV Germania Überruhr) in neuer, aber auch erst zweite Streckenbestzeit von 33:24 Minuten ein. Knapp fünf Minuten später folgte ihm mit Felicitas Vielhaber (TUSEM Essen) die schnellste Frau (38:10 Min.).

Beulertz brauchte für die wegen eines vereisten zweiten Teils entlang der Seseke auf der Hochwasserroute mit Wendepunkt gelaufenen zehn Kilometer 36 Sekunden länger. Gefolgt von Serke, der nach 34:28 Minuten einlief. Schnellster Lauffreund nach dem Vereinswechsel Serkes war gestern wie schon beim 1. Lauf um den Förderturm Manuel Sinner als 19. in 39:04 Minuten. Zweitschnellster Bönener wurde Nordbögges Dennis Juraschuk.

Vorjahressiegerin Lienhart verläuft sich

„Sie wäre wohl Zweite geworden“, zeigte Lauffreunde-Sprecher Jürgen Korvin Verständnis für eine „frustrierte“ Lienhart. Die Mitfavoritin verlief sich. Mit wohl einem Kilometer mehr in den Beinen, erreichte sie in 43:51 Minuten „nur“ den sechsten Platz. „Wir werden untersuchen, wie es dazu kam“, versprach Korvin. Siegerin Vielhaber und auch die Zweitplatzierte Katrin Walter (41:38 Min.) lobten die Streckenposten der Lauffreunde.

„Die Feldwege waren glatt. Es war aber nicht gefährlich“, erklärte die dreifache Mutter aus Essen. Vielhaber ist Läuferin mit einer Bestzeit von 36:01 Minuten.

„Die Strecke war gut vorbereitet“, ergänzte Walter. „Wo es einmal glatt war, bin ich auf den Rasen ausgewichen.“ Ihre 41:38 Minuten fand sie ganz okay.

„Gut!“ befand auch Serke seinen Lauf: „Ich wollte unter 35 Minuten bleiben, dass habe ich geschafft.“ Er sei schon vorsichtig gelaufen, „aber es hat Spaß gemacht.“ An den Sieger wäre er nicht herangekommen, auch wenn er zwischendurch keinen „Hänger“ gehabt hätte, „der läuft ja unter 30 Minuten.“

Der Angesprochene Matthias Graute korrigierte zwar seine genannte Bestzeit in 30:40 Minuten. Ansonsten war der ehemalige Bundesliga-Triathlet mit seiner Leistung und auch der Strecke sehr zufrieden. „Die Wendepunktstrecke hat mir sehr gut gefallen“, erklärte der Essener.

Erstmals mit Wendepunkt

Dieser Wendepunkt wurde wie gesagt erstmals eingerichtet, weil die Strecke wegen Vereisung nicht gefahrlos durchgelaufen werden konnte. Am Ziel experimentierte der Veranstalter entsprechend mit der Gestaltung der Wendemarke. Zunächst war es ein Kunststoffrohr, dann mit Lauftrainer Michael Klein ein lebender Pfahl. Gewählt wurde letztlich ein Pylon.

Kurios sind übrigens auch die Hintergründe des Starts des Essener Duos. „Ich habe Matthias hier gemeldet“, erklärte Vielhaber. Die beiden sind befreundet. „Es soll eine schöne Strecke sein“, hörte Graute zudem von einem Freund, der inzwischen in Bönen lebt, und er ließ sich nicht zweimal bitten.

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