Fußball

Nordbögges D-Junioren beteiligen sich an virtueller DFB-Challenge

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Übungen im Garten unter den Augen des Trainers: Julius (rechts) und Robert Hietkamp von der D-Jugend des VfK.

Gemeinsames Fußballtraining ist schwierig in Corona-Zeiten. Die D-Junioren des VfK Nordbögge lassen sich davon aber nicht unterkriegen.

Bönen - Allmählich schalten sich die D-Jugendfußballer des VfK Nordbögge in die Zoom-Konferenz, die Robert Hietkamp an diesem Mittwochnachmittag um 17.02 Uhr startet. Vor zwei Wochen griff der Jugendtrainer des Bönener Fußballvereins eine Aktion des Deutschen Fußballbundes (DFB) auf. Dort fordert der Ex-Bundesligaprofi und aktuelle Coach der U21-Nationalmannschaft, Stefan Kuntz, in einem Video zur #FUBAZCHALLENGE auf. „Das heißt wohl Fußball zuhause“, meint Hietkamp zum sperrigen Titel. Der Inhalt, nämlich die Übungen zum Fußballabzeichen, möglichst kreativ zuhause oder im heimischen Garten umzusetzen, lockte die D-Junioren des VfK.

Die Jugendlichen hätten Fußball und das entsprechende Training definitiv vermisst, erfuhr Hietkamp über seinen Sohn Julius und dessen Schulkameraden. „Einer hat in einem Schulaufsatz auch sehr schön dargestellt, wie er sich fühlt. Da waren sogar die Supercoolen gerührt.“

Der Nordbögger Nachwuchstrainer griff die Idee der Challenge also gerne auf, begann sie mit einer Online-Trainingsstunde. „Das ist aber mehr Reden, zunächst habe ich ihnen zum Beispiel den Abbruch der Saison erklärt. Der Kontakt untereinander ist meiner Mannschaft sehr wichtig.“ Natürlich hatte er sich die Einwilligung der Eltern eingeholt, das Meeting anzubieten und zudem eine Whatsapp-Gruppe unter den Spielern seiner D-Jugend zu gründen. „Bisher lief die Kommunikation nämlich hauptsächlich über die Eltern. Wir denken aber, dass die Jugendlichen in dem Alter durchaus in der Lage sind, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen“, erklärt der ehemalige Regionalliga-Torwart.

Hietkamp findet reichlich Aufgaben

„Die erste Überlegung war, was kann man zuhause machen. Nicht jeder hat ja einen Garten. Und da ist das vielleicht besser ohne Bälle.“ Aufgaben fand Hietkamp genug im Internet. „Oft sind Klopapierrollen das Spielgerät, aber auch zusammengeknüllte Stutzen.“ Vier Challenges gab Hietkamp grob vor, die Umsetzung blieb den Jugendlichen selbst überlassen. „Zuerst muss man mit vier verschiedenen Gegenständen durch das Haus dribbeln.“ Dazu kommen hochhalten, mit der Brust stoppen und schießen. „Messi jongliert zum Beispiel eine Rolle Klopapier anderthalb Minuten“, entdeckte Hietkamp. „Hat das einer von euch schon gesehen?“ Die Jungs und Mädchen seiner Mannschaft verneinen. „Aber Kubilay hält das Toilettenpapier hoch und hebt die Rolle dann in einen Korb, sehr cool.“ 16 Versuche hätte er gebraucht, gibt der Techniker zu. Das ist nicht ungewöhnlich, erst wenn die Aufgabe gut ausschaut, geht sie online. „Die Eltern filmen die Aktionen, die Videos werden in die Whatsapp-Gruppe gestellt“, erklärt Hietkamp.

Ein Tempodribbling mit Torabschluss gehört zu den Aufgaben und abschließend eine, die sich die Jugendlichen selbst ausdenken können. Sohn Julius hüpfte zum Beispiel mit Stutzen zwischen den Füßen eingeklemmt die Treppe hoch. Das ist die so genannte Team-Challenge. „Jeder hat ja seine Stärken“, erklärt Hietkamp und könne sie so präsentieren. Hat ein Spieler die Aufgaben erledigt, wird der nächste Mitspieler von ihm nominiert.

Auch Fitness steht auf dem Programm

Zu den Übungen mit dem „Ball“ kommt zusätzlich eine Fitnessübung. „Emelie, Euer Sportlehrer gibt die doch auch vor“, sagt Hietkamp. Es ist ein so genanntes High-Intensive Intervall-Training. Der Name klingt nicht nur anstrengend. Noch nicht alle aus der Mannschaft haben die Aufgabe erledigt. Fast alle sitzen am Mittwoch allerdings vor Tablet oder Laptop. „So 12 bis 14 sind dabei“, überschlägt Hietkamp. „Sagt ihr Caspar und Elizah fürs nächste Mal Bescheid?“, vermisst der Trainer zwei seiner Schützlinge. „Und Emilie, du könntest Elizah auch gleich nominieren“, erinnert Hietkamp an die Fortführung der Aktion.

Das Vorbild #FUBAZCHALLENGE fordert die Teilnehmer dazu auf, die Videos hochzuladen. So gibt es auch die Chance, einen Preis zu gewinnen. Hietkamps Nachfrage, ob jemand schon sein Video hochgeladen hat, verneinen seine Schützlinge allerdings.

Auf dem Schulhof in der Pause pöhlen, ist im Moment weiter verboten. Die Nordbögger D-Junioren sind aber sowieso nicht dran mit der Wiedereinschulung, da keiner eine Abschlussklasse besucht. Aber vielleicht können die 12- und 13-Jährigen ja schon am 30. Mai wieder auf den Platz. Dann soll ja kontaktloser Sport wieder erlaubt sein. Erwarten können sie es trotz der Challenges kaum.

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